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Bundesverband Kalksandsteinindustrie: Geschäftsberichte und 125-jähriges Jubiläum

(13.2.2026) Mit den Geschäftsberichten 2024/2025 dokumentiert der Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. eine der schwierigsten Phasen der Baustoffbranche seit Jahrzehnten – und zugleich ein Jubiläum mit Signalwirkung: 2025 feierte der Verband sein 125-jähriges Bestehen. Die Berichte des Bundesverbands, der Forschungsvereinigung Kalk-Sand e.V. und der Kalksandstein-Dienstleistung GmbH verdeutlichen das enge Zusammenspiel von Interessenvertretung, Technik, Forschung, Qualitätssicherung und Kommunikation.

Die Geschäftsberichte 2024/25 der Kalksandsteinindustrie dokumentieren eine Phase, die zu den ökonomisch schwierigsten der gesamten Baustoffindustrie seit dem Zweiten Weltkrieg gehört (Bild: Bundesverband Kalksandstein e.V.) 

Die Wohnungsbaukrise dauert inzwischen vier Jahre an. Nach dem Einbruch der Genehmigungszahlen folgte ein deutlicher Produktionsrückgang. 2024 sank der Steinabsatz um 18,25 % auf 1,25 Mrd. Vol.-NF (rund 2,8 Mio. m³). Für die Analyse 2025 erwartet die Branche vor allem eine Abschwächung des Abwärtstrends. Ungeachtet dessen blieb Kalksandstein auch im zwölften Jahr in Folge Marktführer im mehrgeschossigen Wohnungsbau: Bei rund 34 % der 2024 fertiggestellten Wohngebäude mit drei oder mehr Wohneinheiten kam er zum Einsatz.

Anlässlich des 125-jährigen Verbandsbestehens folgten mehr als 250 geladene Gäste der Einladung zum Festabend nach Braunschweig. (Bild: Kai-Werner Fajga) 

Die Berichte machen zudem deutlich, welche Bedeutung der gemeinschaftliche Ansatz für die Branche hat. Die historisch gewachsene Verbandsstruktur fungiert heute als Netzwerk und Koordinationsplattform. In einem angespannten Marktumfeld ermöglicht sie den systematischen Austausch von Erfahrungen, die gemeinsame Entwicklung von Lösungen und die zügige Umsetzung von Innovationen.

Ein zentraler Baustein ist die vorwettbewerbliche Forschung der Forschungsvereinigung Kalk-Sand e.V. Mit durchschnittlich rund zehn Praxisforschungsprojekten pro Jahr treibt sie die Optimierung von Prozessen und Produkten voran und unterstützt die Transformation hin zu einer klimaneutralen Produktion. Seit 1990 konnten die CO₂-Emissionen der Branche bereits um 41 % reduziert werden. Aktuelle Projekte befassen sich unter anderem mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Senkung des Energieverbrauchs bei der Autoklavierung, mit alternativen Bindemitteln sowie mit der Nutzung von Mauerwerksbruch zur Aufbereitung von Niederschlagsabflüssen.

Roland Meißner, Geschäftsführer Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. (Bild: Bundesverband Kalksandstein e.V.) 

Zum Ausblick sagt Geschäftsführer Roland Meißner: „Auch wenn die wirtschaftliche Lage in der Baustoffindustrie weiterhin äußerst angespannt ist – die Wohnungsbaukrise trifft auch die Kalksandsteinindustrie mit voller Wucht – sehen wir ein leichtes Licht am Horizont. Wenn die Politik jetzt entschlossen handelt, kann der Wohnungsbau wieder in Fahrt kommen. Entscheidend sind weniger Bürokratie, eine verlässliche Förderkulisse und ein klares politisches Bekenntnis zum dringend benötigten Neubau. Dann haben wir die Chance, aus der Talsohle in einen nachhaltigen Aufschwung zu kommen!”

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