Baulinks -> Redaktion  || < älter 2026/0246 jünger > >>|  

IMI: Herausforderung in der kommunalen Wärmenetzplanung – Teil 1

(18.2.2026) IMI-Fachbeitrag: Die Wärmewende ist da – und mit ihr die Verpflichtung für Kommunen, ihre Wärmeversorgung systematisch zu planen. Seit dem 1. Januar 2024 müssen Städte und Gemeinden für Bestandgebäude gemäß geltendem Gebäudeenergiegesetz (GEG) und Wärmeplanungsgesetz (WPG) bis zum 30. Juni 2026 (über 100.000 Einwohner) beziehungsweise bis zum 30. Juni 2028 (10.000–100.000 Einwohner) eine kommunale Wärmeplanung vorlegen, um ihre Wärmeversorgung systematisch auf Klimaneutralität und Versorgungssicherheit auszurichten. Damit wächst der Druck – denn die gesetzlichen Fristen laufen, während die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen vielerorts noch nicht erfüllt sind. 

Städte und Gemeinden müssen für Bestandgebäude gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG) und Wärmeplanungsgesetz (WPG) eine kommunale Wärmeplanung vorlegen, um ihre Wärmeversorgung systematisch auf Klimaneutralität und Versorgungssicherheit auszurichten (Bild: IMI). 

Teil 1: Der Versorger im Fokus: Optimierung von Wärmenetzen

Die kommunale Wärmeplanung ist ein wichtiger Baustein der Wärmewende. Sie soll deutschlandweit für mehr Planungssicherheit auf dem Kurs zur Klimaneutralität sorgen. Bei der Wärmeversorgung gelten Fern- und Nahwärmenetze als Schlüsseltechnologien, da sie erneuerbare Erzeuger wie Solarthermie, Geothermie oder Großwärmepumpen integrieren und gleichzeitig zentrale Steuerbarkeit erlauben. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass viele angeschlossene Gebäude bzw. Übergabepunkte nicht richtig hydraulisch abgeglichen sind. Das bedeutet, dass die vorgegebenen Rücklauftemperaturen und die Differenz zwischen Vor- und Rücklauf nicht den geplanten Werten entsprechen.

Die energetischen Folgen sind gravierend. Ist die Differenz zwischen Vor- und Rücklauftemperatur zu gering, muss ein deutlich höherer Volumenstrom bewegt werden, um dieselbe Energiemenge zu transportieren. Das Netz arbeitet damit ineffizient, die Netzkapazität schrumpft und Anschlussreserven, die rechnerisch vorhanden wären, lassen sich praktisch nicht nutzen.

Für eine effiziente und ökologische Wärmeversorgung dürfen Gebäude und Netze künftig nicht mehr getrennt betrachtet werden (Bild: IMI). 

„Überlieferung” ist keine Lösung

Aufgrund von ineffizienten – d.h. nicht hydraulisch abgeglichenen – Übergabepunkten müssen viele Versorger zu hohe Wärmemengen zur Verfügung stellen. Diese Praxis ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch kontraproduktiv. Mehr Wärme durch das Netz zu schicken, bedeutet im Umkehrschluss, einen höheren Energieverbrauch und -verlust. Dem Ziel einer Dekarbonisierung trägt dieser Ansatz mitnichten Rechnung. Zudem steigen so die Kosten für die Endkunden, ohne dass die eigentliche Ursache behoben würde. Überdies bleibt damit auch die Frage nach der Verantwortlichkeit bei Versorgungsproblemen ungelöst – oft ebenfalls zum Nachteil des Endkunden. Zudem setzen manche Betreiber auf Strafzahlungen für zu hohe Rücklauftemperaturen. Doch auch diese Preismechanismen greifen nur oberflächlich, da sie die Ursachen der Probleme innerhalb der Gebäudetechnik nicht beseitigen. An dieser Stelle kann eine intelligente Regelung auf Netzebene Raum für Skalierung und Energietransparenz schaffen.

Hydraulischer Abgleich mit TA-Smart

Eine zukunftsfähige Lösung liegt im Einsatz von intelligenten Regelventilen direkt an der Übergabestation zwischen Wärmenetz und Gebäudeinstallation. Der Einsatz eines intelligenten Regelventils wie etwa TA-Smart der Marke IMI TA, das präzise Mess-, und Regelfunktionen sowie Energiemonitoring gemäß GEG in einer einzigen Einheit verbindet, ist hier von Vorteil. Anders als klassische Armaturen ist TA-Smart nicht nur ein Ventil, sondern vielmehr eine digitale Plattform für die Wärmeübergabe und den hydraulischen Abgleich am Übergabepunkt.

Das Ventil kann unabhängig von Druckschwankungen im Netz den gewünschten Durchfluss exakt regeln. In Verbindung mit integrierten Temperatur- und Durchflusssensoren wird in Echtzeit die transportierte Energiemenge erfasst. Diese Kombination erlaubt es, Durchfluss, Vorlauf- und Rücklauftemperatur sowie die daraus resultierende Wärmeleistung kontinuierlich zu überwachen und direkt an die Leitstelle des Versorgungsunternehmens zu kommunizieren.

Durch die einfache Einbindung in bestehende Steuerungs- und Überwachungssysteme ermöglicht TA-Smart ein durchgängiges Monitoring und eine zentrale Regelung. (Bild: IMI). 

Drei in einem

Die präzise Durchflussregelung erfolgt dynamisch: TA-Smart begrenzt den Volumenstrom auf die vertraglich definierte Soll-Menge, wodurch Über- oder Unterversorgung ausgeschlossen werden. Gleichzeitig wird die vertraglich vereinbarte Wärmeverteilung zwischen verschiedenen Verbrauchern fair und transparent gesteuert.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der smarten Armatur bildet das integrierte, kontinuierliche Energiemonitoring. Dank der präzisen Messung von Temperaturdifferenzen und Volumenströmen liefert TA-Smart einen lückenlosen und minutengenauen Nachweis der gelieferten Energiemengen in Kilowattstunden. Für Versorger bedeutet dies volle Transparenz, die nicht nur für den Betrieb wichtig ist, sondern auch den Nachweispflichten gegenüber Kommunen und Endkunden entspricht.

Drittens erlaubt TA-Smart eine aktive Rücklauftemperaturbegrenzung. Sie stellt sicher, dass im Rücklauf eine definierte Maximaltemperatur nicht überschritten wird, um einen effizienten Netzbetrieb zu gewährleisten. Eine Temperaturbegrenzung schützt die Erzeugerseite, stabilisiert die Netztemperaturen und schafft die Grundlage für eine optimale Auslastung des Netzes.

Vorteile für Netzbetreiber und Endkunden

Für Fachplaner und Betreiber eröffnet TA-Smart, sowohl für die Nachrüstung bestehender Infrastrukturen als auch für den Einsatz in Neubauprojekten, eine neue Qualität der Regelungstechnik. Während klassische Abgleichmethoden auf statischen Annahmen beruhen, ermöglicht das System eine dynamische, digitale Steuerung des Wärmestroms im laufenden Betrieb. Dies schafft Spielräume für eine präzise Netzoptimierung und legt zugleich die Basis für ein vorausschauendes Ressourcenmanagement im Wärmesektor.

Auch für Energieversorger bietet TA-Smart erheblichen Nutzen: Durch die einfache Einbindung in bestehende Steuerungs- und Überwachungssysteme ermöglicht die Lösung ein durchgängiges Monitoring und eine zentrale Regelung. Netzbetreiber können so ihre Kapazitäten optimal ausschöpfen, zusätzliche Verbraucher anschließen und dabei teure Netzverstärkungen vermeiden. Gleichzeitig sorgt das lückenlose Monitoring für eine nachweisbare Wärmelieferung, entschärft Konflikte mit Gebäudeeigentümern und schafft Planungssicherheit.

Die gewonnene Transparenz reicht über den operativen Betrieb hinaus. Sie bildet die Grundlage für eine strategische Netzplanung, bei der Investitionsentscheidungen auf realen Daten basieren. Neubaugebiete lassen sich besser integrieren, und Wärmenetze können schrittweise an zukünftige Anforderungen angepasst werden. Damit wird der hydraulische Abgleich auf Netzebene nicht nur zu einem technischen, sondern auch zu einem wirtschaftlichen Instrument der kommunalen Wärmeplanung. Gleichwohl gilt: Der hydraulische Abgleich im Netz ist nur eine Seite der Medaille. Erst wenn auch die Gebäudeseite berücksichtigt wird, lassen sich die Potenziale vollständig ausschöpfen.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

Impressum | Datenschutz © 1997-2026 BauSites GmbH