IMI: Herausforderung in der kommunalen Wärmenetzplanung – Teil 2
(18.2.2026) Netzbetreiber und Gebäudetechnik im Dialog. Der IMI-Fachbeitrag analysiert in Teil 2 die Herausforderungen und Lösungsansätze auf Gebäudeseite bei bestehenden Wärmenetzen und zeigt auf, welche Anforderungen sich aus der geregelten Wärmelieferung ergeben.
Der Verbraucher im Fokus: Anforderungen an die Gebäudetechnik
Eine präzise Zuteilung von Wärmemengen nützt wenig, wenn diese im Gebäude nicht dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Genau an diesem Punkt zeigt sich die zweite wesentliche Herausforderung einer effizienten, ökologisch sinnvollen Wärmeversorgung: Ein abgeglichenes Wärmenetz kann nur dann effizient arbeiten, wenn auch die angeschlossenen Verbraucher auf Gebäudeseite technisch vorbereitet und hydraulisch abgeglichen sind. In der Praxis ist es jedoch nach wie vor üblich, bei Versorgungsproblemen die Umwälzpumpe höher zu stellen, statt einen hydraulischen Abgleich vorzunehmen. Damit beseitigen Gebäudeeigentümer oder Mieter die Symptome nur kurzfristig; das eigentliche Problem – eine schwankende Wärmeversorgung – aber bleibt bestehen.
Geregelte Wärmemenge trifft auf ungeregeltes Gebäude
Der Grund: Wasser sucht sich im Heizsystem den Weg des geringsten Widerstands. In Gebäuden ohne hydraulischen Abgleich bedeutet dies, dass die ersten Heizkörper in einem Strang überversorgt sind, während entferntere Verbraucher unterversorgt bleiben. Solange Pumpen überdimensioniert sind und ausreichend Wärme zur Verfügung steht, fällt dies kaum auf. Doch wenn die Wärmezuteilung vom Versorger fixiert ist, treten die Mängel offen zutage. Während in Einfamilienhäusern die Auswirkungen oft überschaubar bleiben, können in Mehrfamilienhäusern ab etwa zehn Wohneinheiten erhebliche Komforteinbußen auftreten. Je größer und weiter verzweigter die Anlage, desto gravierender sind die Auswirkungen: kalte Räume am Ende von Strängen, überhitzte Heizkörper in der Nähe der Pumpen, überhöhte Rücklauftemperaturen und am Ende höhere Betriebskosten. Planer und Betreiber sind daher gezwungen, zu handeln und den hydraulischen Abgleich konsequent umzusetzen.
Nicht vergessen: gesetzliche Grundlagen & Pflichten
Rechtlich ist die Lage klar. Das aktuell gültige Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt für Wohngebäude mit mehr als sechs Wohneinheiten einen hydraulischen Abgleich verpflichtend vor, wenn ein Wärmeerzeuger erneuert wird. Erfolgt kein Kesseltausch, muss bis spätestens 15 Jahre nach Inbetriebnahme eine Prüfung und Optimierung erfolgen, ob die Anlage richtig eingestellt ist (§60b GEG). Gegebenenfalls kann der Abgleich dann nachträglich durchgeführt werden. Für Nichtwohngebäude mit einer installierten Heiz- oder Kühlleistung von mehr als 290 kW besteht darüber hinaus die Pflicht zum Energiemonitoring. Eigentümer müssen Inbetriebnahme- oder Inspektionsprotokolle vorlegen können. Damit wird aus einer technischen Empfehlung eine verbindliche Vorgabe, die über kurz oder lang alle Gebäudeeigentümer betrifft.
Hydraulischer Abgleich mit druckunabhängigen Ventilen
Die Lösung auf der Verbraucherseite in Bestandsgebäuden liegt in der konsequenten Umsetzung des hydraulischen Abgleichs nach Maßgabe des Verfahrens B nach der ZVSHK-Fachregel „Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand” (VdZ – Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie e.V., 1. aktualisierte Neuauflage April 2022, Nummer 4.2.) oder nach einem gleichwertigen Verfahren. Erst wenn der tatsächliche Wärmebedarf jedes Raumes bekannt ist, kann die Heizanlage korrekt dimensioniert werden. Für die praktische Umsetzung des hydraulischen Abgleichs stehen heute verschiedene Ventiltechnologien bereit, die auf unterschiedliche Gebäudetypen zugeschnitten sind.
In Wohngebäuden können Thermostatventile wie Eclipse der Marke IMI Heimeier zum Einsatz kommen. Sie begrenzen den Durchfluss pro Heizkörper auf den voreingestellten Wert, unabhängig von Druckschwankungen im System. Damit wird eine gleichmäßige Wärmeverteilung sichergestellt, ohne dass nachjustiert werden muss. Bei Fußbodenheizungen und gemischten Systemen kommen spezialisierte Abgleichlösungen zum Einsatz, die ebenfalls eine bedarfsgerechte Wärmeverteilung sicherstellen.
Größere Heiz-/Kühldecken oder FanCoils erfordern leistungsfähigere Komponenten. Hier bietet sich der Einsatz von TA-Nano der Marke IMI TA an. Das kompakte, druckunabhängige Regelventil gewährleistet trotz seiner geringen Abmessungen eine stabile Regelung der Durchflussraten, ist unempfindlich gegenüber Verschmutzungen und verfügt über eine integrierte Spülfunktion. Damit eignet es sich besonders für beengte Einbausituationen, etwa in FanCoils oder Air Handling Units, und trägt gleichzeitig zu einem dauerhaft störungsfreien und energieeffizienten Betrieb bei.
Wo größere Volumenströme und eine besonders präzise Regelgüte gefragt sind, etwa in Lüftungsanlagen, bei der Versorgung ganzer Zonen, oder in der Wärme- oder Kälteverteilung, bieten druckunabhängige Regel- und Regulierventile wie TA-Modulator der Marke IMI TA die passende Lösung. Dieses für eine stetige Regelung (PIBCV) ausgelegte druckunabhängige Ventil ermöglicht eine schnelle und zuverlässige hydraulische Einregulierung. Seine automatische Durchflussbegrenzung bei vollständig geöffnetem Stellantrieb schützt das System vor überhöhten Volumenströmen und sorgt so für stabile Betriebsbedingungen. Gleichzeitig erleichtert die integrierte Durchfluss- und Differenzdruckmessung die Fehlersuche und unterstützt bei der optimalen Einstellung der Pumpe. In Verbindung mit digital konfigurierbaren Stellantrieben wie dem TA-Slider der Marke IMI TA lässt sich die Regelung zudem vollständig in die Gebäudeleittechnik integrieren.
Weitere Informationen können per E-Mail an IMI Hydronic Engineering Deutschland angefordert werden.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
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siehe zudem:
- Heizungsinstallation und Handwerkersoftware auf Baulinks
- Literatur / Bücher zum Thema Heizung bei Baubuch / Amazon.de

