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München baut automatische Quartiersgarage unter der Straße

(20.2.2006) Überall in zentrumsnahen Stadtvierteln unserer Großstädte ist das Bild das gleiche wie in München-Neuhausen: Beengte Raumverhältnisse, alte Bausubstanz aus der Vor- bzw. Nachkriegszeit und starker Durchgangsverkehr bedeuten heute für die Anwohner drängende Parkplatznot. Nach Jahren der Konzeptsuche entschied sich das Baureferat für eine innovative und mutige Lösung: Parken unter der Straße:

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Der günstigere Stellplatzpreis sprach schließlich für die Entscheidung zugunsten der automatischen Parklösung: Weniger Bauvolumen pro Stellplatz, geringere Kosten für Gebäudetechnik durch reduzierte Lüftung und Beleuchtung sowie die Einsparung von Aufzügen, Treppen, Rampen usw. Mit 2 x 2 Wöhr Multiparkern 740 kann die Stellplatzzahl von 284 erreicht werden.

Vier ansprechend gestaltete oberirdische Glasboxen sind das einzige, was von der Quartiersgarage für Anwohner und Nutzer im Straßenbild sichtbar wird (siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps bzw. Google-Street-View). Der Parkberechtigte fährt vor eine der zwei Anlagen, die ihm zugewiesen wurden. Dabei wählt er eine der beiden Übergabestationen aus, die ihm über große Displays die freie Zufahrt anzeigen. Vor der Übergabestation befindet sich ein Standbedientableau, das von der Fahrertüre über das Fenster leicht erreichbar ist. Der Nutzer hält seinen Transponderchip vor das Bedientableau, das Einfahrtstor öffnet sich. Er fährt ein und wird dabei über Textanzeigen geführt. Sobald er die richtige Einparkposition erreicht hat, stoppt er seinen Pkw, sichert ihn und verlässt die Übergabestation. Richtige Parkposition und Abmessungen des Fahrzeugs werden über eine Pkw-Überstandskontrolle mittels Laserscanner und Lichtschranken geprüft. Am Bedientableau bestätigt er den Einparkvorgang, das Tor schließt sich, der Pkw wird eingelagert.

Bei der Abholung wird über den Transponderchip der gewünschte Pkw angewählt und dieser von der Automatik zur Übergabestation gebracht. Sobald die Parkanlage die Parkplatte mit dem Pkw in die Übergabestation transportiert hat, öffnen sich beide Tore - das Einfahrtstor als Personenzugang, das Ausfahrtstor um vorwärts zügig ausfahren zu können. Danach schließen sich beide Tore automatisch. Ein neuer Parkvorgang kann beginnen.

Gesamtbaukörper:

  • Länge ca. 121 m,
  • Breite ca. 12 m,
  • Tiefe ca. 8,7 m

Parksystemtechnik:

  • 2 Wöhr Multiparker 740 für 150 und 134 Pkw
  • je 2 Regalbediengeräte und
  • je 2 oberirdische, auf Straßenniveau befindliche Übergabestationen

max. Pkw Abmessungen:

  • Pkw-Länge 5,25 m,
  • Pkw-Breite 2,20 m,
  • Pkw-Höhe 1,70 m (212 Pkw) und Pkw-Höhe 2,00 m (72 Pkw)
  • max. Pkw Gewicht: 2.500 kg

Zugriffszeiten:

  • min. ca. 88 Sekunden,
  • max. ca. 195 Sekunden,
  • mittel ca. 137 Sekunden

Gesamtkosten ca. 11,35 Mio EUR, davon:

  • ca. 45 % Baukörper,
  • ca. 30 % Parksystem,
  • ca. 25 % Sonstiges

Positive Auswirkungen der Quartiersgarage

Durch die hier vorgestellte Lösung wird für die Anwohner eine erhebliche Entspannung der Parkproblematik erwartet, da 284 Pkw nicht mehr auf der Straße parken müssen. Die Straße wird wieder ihrem ursprünglichen Zweck gerecht - dem Gehen und Fahren. Die bisher meist zugeparkten Rad- und Gehwege sind wieder für Radfahrer und Fußgänger frei, und Fußgänger sind weniger durch parkende und fahrende Autos gefährdet. Insgesamt kann die Oberfläche vor den Gebäuden anwohnerfreundlich mit Bäumen, Grünanlagen oder Spielbereichen gestaltet werden. Der Lärmpegel im Straßenraum wird reduziert, weil nun das Schlagen von Autotüren, Ein- und Ausparken sowie Losfahren in den Übergabebereichen stattfindet.


Verkehrsberuhigung verbunden mit einem gutem Parkplatzangebot macht ein zentrumsnahes Stadtviertel wieder attraktiver - zum Wohnen wie auch zum Arbeiten: Anwohner brauchen keinen freien Stellplatz mehr zu suchen und ihr Auto ist sicher und trocken im automatischen Parksystem unter der Straße geparkt.

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