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Pro-Kopf-Wohnflächenbedarf wächst bis 2030 weiter

(13.12.2009) Bei der Pro-Kopf-Wohnfläche werden die Menschen in den neuen Län­dern die Landsleute aus dem Westen bis 2030 überholen - so das Ergebnis einer aktuellen Prognose des Berliner Forschungsinstituts empirica im Auftrag der Landes­bausparkassen (LBS). Danach steigen die Flächenansprüche im Westen von 47 m² (2010) in den nächsten zwanzig Jahren um 15 Prozent auf 54 m, und im Osten sogar um über ein Viertel auf 55 m²:

Hauptursächlich dafür sei der Trend zu kleineren Haushalten. Trotz leicht zurück­gehender Bevölkerung prognostizieren die Forscher deshalb noch eine Zunahme der Haushalte bis 2020 um über 1 Million. Auch der steigende Wohlstand führe zu wachsenden Wohnansprüchen, und zwar immer öfter in den eigenen vier Wänden. Dass noch keine "natürliche" Grenze für die Pro-Kopf-Wohnfläche erreicht ist, zeigt nach Informationen von LBS Research etwa der Blick nach Dänemark, wo der Wert bereits jetzt bei über 50 m² liegt.

Die Analyse macht als maßgeblichen Grund für den wachsenden Wohnflächenbedarf aus, dass die Menschen immer älter werden und möglicht lange in ihren Häusern und Wohnungen bleiben wollen, auch wenn die Kinder ausziehen oder der Partner stirbt. In der alten Bundesländern beträgt derzeit die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf bis zum 50. Lebensjahr gut 38 m², bei 50- bis 65-Jährigen schon 48 m², und ab 65 Jahren sogar 62 m². Der Trend ist im Osten zwar ähnlich, aber weniger ausgeprägt, da dort historisch bedingt die Wohneigentumsquote älterer Menschen.

Ein erstaunliches Ergebnis der Analyse ist, dass die Miet-Wohnfläche pro Kopf in Mittel- und Großstädten mit rund 39 m² kaum kleiner ist als in Gemeinden mit bis zu 20.000 Einwohnern 40 m². Auch bei den Eigentümern liegt die Pro-Kopf-Wohnfläche über alle Gemeindegrößen hinweg recht homogen zwischen 47 und 49 m². Die LBS-Experten vermuten, dass höhere Einkommen und kleinere Haushalte in größeren Städten keine höhere Pro-Kopf-Fläche begründen, weil umgekehrt dort das Miet- und Preisniveau höher ist.

Auf den ersten Blick noch überraschender ist für LBS Research, dass nach der empirica-Analyse die Pro-Kopf-Wohnfläche bei den niedrigsten Einkommen (bis zu 1.100 Euro netto im Monat) am größten ist (bei Mietern 45 m², bei Eigentümern sogar 70 m²).

Die Erklärung ist, dass in dieser Einkommensklasse überproportional viele, teils verwitwete Rentner vertreten sind - also Einpersonenhaushalte. Denn grundsätzlich wird die Wohnungsgröße mit steigendem Einkommen größer. Unter den Haushalten mit höherem Einkommen sind aber mehr Familien mit Kindern, so dass sich die größere Wohnfläche auf mehr Köpfe verteilt.

Die neue Wohnflächenprognose von empirica berücksichtigt alle aktuell beobachtbaren Trends und geht davon aus, dass es zu keinen Restriktionen auf der Angebotsseite kommt. Dass die Nachfrage aber im Zeitraum bis 2030 deutlich über dem aktuellen Genehmigungs- und Fertigstellungsniveau liegt, wird laut LBS Research aus folgendem deutlich: Die Forscher errechnen für 2030 eine Wohnfläche , die um rund 14 Prozent über dem Stand von 2010 liegt. Dann müssten netto jährlich über 200.000 Wohnein­heiten zusätzlich entstehen, was einschließlich des Ersatzwohnungsbaus für aus­scheidende Wohnungen einem jährlichen Neubau von annähernd 300.000 Einheiten in den nächsten zwanzig Jahren entsprechen würde - das sind mehr als 50 Prozent mehr als aktuell gebaut wird.

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