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Immobilienbranche mit gespaltener Konjunkturstimmung

(27.9.2009) Die Geschäftsstimmung unter den Unternehmen der privaten Wohnungs- und Immobilienwirtschaft bleibt weiterhin verhalten, wenngleich sich die Branche teilweise etwas optimistischer zeigt als noch im Frühjahr dieses Jahres. So schätzen 26 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut ein - sieben Prozent mehr als noch im Frühjahr 2009. Dies geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage des BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V., Spitzenverband der privaten Immobilienwirtschaft, hervor. "Dies ist allerdings kein Grund zur Entwarnung", erklärte BFW-Präsident Walter Rasch. "Rund zwei Drittel der Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage lediglich mit befriedigend. Dies ist der höchste Wert seit Beginn unserer Konjunkturumfragen im Frühjahr 2007."


Bild aus dem Fachaufsatz: "Neue Impulse für den Wohnungsbau" vom 4.12.2007

Die Erwartungen für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres sind ebenso sehr verhalten. So erwarten rund drei Viertel (73 Prozent) keine Veränderungen, 14 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung der Geschäftslage. Positive Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf können lediglich 13 Prozent der Unternehmen kommunizieren - weniger als je zuvor.

Mit Blick auf die einzelnen Geschäftspositionen - Bauträger, Projektentwickler, Bestandshalter - zeigt sich kaum eine Veränderung zu den vorherigen Umfragen. In der Tendenz sind sie jedoch leicht positiv. So geben beispielsweise 15 Prozent der Unternehmen an, ihre Investitionen im weiteren Jahresverlauf steigern zu wollen. Nur noch 31 Prozent wollen ihre Investitionen senken. Im Frühjahr waren dies noch 38 Prozent. Allerdings ist der Unterschied zu der Zeit vor dem Einbruch der Finanzmärkte im vergangenen Herbst noch immer deutlich: Damals gaben lediglich 18 Prozent an, ihre Investitionen drosseln zu wollen.

Auch der befürchtete Beschäftigungseinbruch scheint vorerst auszubleiben. So wollen neun Prozent der Unternehmen noch im Jahresverlauf weiteres Personal einstellen, drei Viertel (76 Prozent) behalten das derzeitige Niveau bei und nur 14 Prozent (18 Prozent im Frühjahr 2009) wollen noch in diesem Jahr Stellen streichen.

Erwartungen an die Politik nach der Bundestagswahl: degressive AfA Top-Forderung

Befragt nach ihren wichtigsten wirtschaftlichen und rechtlichen Forderungen an die Politik der neuen Legislaturperiode liegt die Wiedereinführung der degressiven AfA als Top-Forderung der gesamten Branche im Meinungsranking auf Platz Eins. Sie steht bei Unternehmen in der Verwaltung an oberster Stelle, bei Unternehmen im Bauträgergeschäft und der Projektentwicklung an zweiter Stelle. Insgesamt glauben drei Viertel (77 Prozent) der Unternehmen, dass eine Wiedereinführung der degressiven AfA deutliche positive Impulsen für die Neubautätigkeit setzen und damit zu einer Entspannung auf Märkten beitragen würde, die durch eine aufkommende Wohnungsknappheit geprägt sind. Unter den Unternehmen mit Schwerpunkt im Geschosswohnungsneubau rechnen sogar 95 Prozent mit deutlichen Impulsen für den Wohnungsneubau - siehe dazu auch Beitrag "Empirica: 'Degressive AfA fördert Wohnungsbau entsprechend Nachfrage'" vom 8.2.2009.

Wohnungsbedarf in Deutschland bis zum Jahr 2025

Auch die Forderung nach einer Verankerung des Klimaschutzes im Mietrecht stellt eine zentrale Forderung der Branche dar, um mehr Spielraum bei energetischen Sanierungen zu erreichen. Drei Viertel der Befragten sehen das Mietrecht als Hemmnis für energetische Sanierungen und die Auflösung des Investor-Nutzer Dilemmas als vordringliche Aufgabe. Unterschiede zwischen Verwaltern, Bauträgern und Projektentwicklern gibt es diesbezüglich nicht.

Im vermieteten Bestand,  profitieren die Investoren nicht von den Einsparungen durch sinkende Energiekosten. "Klima- und Energieeffizienzmaßnahmen kommen vor allem und langfristig den Mietern als Nutzern zu Gute. Die Immobilien- und Wohnungsunternehmen fordern daher, dass alle energetisch- und klimaschutzwirksamen Maßnahmen vom Mieter zu dulden sind, nicht zu Mietminderung berechtigen und eine Modernisierungsmieterhöhung ermöglichen", erläutert BFW-Präsident Rasch - siehe dazu auch Beitrag "Gleiche Interessen: Mieter und Vermieter" vom 31.8.2008.

Die BFW-Konjunkturumfrage zur Einschätzung der konjunkturellen Lage auf dem Immobilienmarkt erscheint halbjährlich. Die Befragung erfolgt unter den 1.600 BFW-Mitglieds- und verbundenen Unternehmen. Die vorliegenden Ergebnisse sind die sechsten dieser Art. Die erste Konjunkturumfrage erschien im Frühjahr 2007.

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