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Die Installation einer Sprinkleranlage bei laufendem Betrieb: Nachrüstung erhöht die Betriebssicherheit und bietet langfristige Kostenersparnis

(10.9.2003) Die teils verheerenden Großbrände der jüngeren Vergangenheit und die daraus resultierenden Schäden haben verstärkt dazu geführt, dass die Versicherer - und deren Rückversicherer - auf die Nachrüstung mit einer Sprinkleranlage bestehen. Auf diese Weise können langfristig sogar erhebliche Einsparungen erzielt werden, da die Versicherungsgesellschaften Rabatte von bis zu 65 Prozent auf die Prämien zur Feuerversicherung und zur Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung gewähren, sobald eine Sprinkleranlage installiert ist. Somit haben sich die Anlagen meist schon nach wenigen Jahren amortisiert.

Der entscheidende Vorteil, den automatische Löschanlagen und insbesondere Sprinkleranlagen bieten, liegt klar auf der Hand: Das Risiko eines Brandes, der die Existenz eines ganzen Unternehmens zur Folge haben kann, wird auf ein Minimum reduziert. Insofern stellt aktiver Brandschutz immer auch einen wesentlichen Bestandteil von verantwortungsbewusstem Risikomanagement dar.

Darüber hinaus werden mit dem Einbau einer Sprinkleranlage auch zentrale Auflagen der Baubehörden und der Feuerwehr erfüllt. Diese, ebenso wie die später mit der Abnahme der Anlage befassten Institutionen wie die VdS-Schadenverhütung, sind in der Projektierungs- und Planungsphase von Anfang an einzubeziehen.

Sprinkleranlagen bieten zuverlässigen Schutz vor Brandschäden

Sprinklersysteme werden wie ein Netz unter den Decken des zu schützenden Gebäudes installiert. Dabei gewährleisten die verzweigten Rohrleitungen, dass das Löschwasser bei Bedarf an jeder Stelle des Raumes verfügbar ist. Es strömt im Ernstfall allerdings nur dort aus, wo es wirklich zur Brandbekämpfung benötigt wird.

Jeder einzelne Sprinkler ist mit dem Rohrleitungsnetz verbunden. Auslösende Elemente sind entweder durch ein Schmelzlot verbundene Metallglieder oder mit Flüssigkeit gefüllte Glasfässchen. Je nach Temperaturbereich, für den die Sprinkler ausgelegt sind, ist die darin enthaltene Spezialflüssigkeit anders eingefärbt.

Die spezifische Nenntemperatur liegt zwischen 57°C und 340°C, was an der unterschiedlich gefärbten Flüssigkeit der Glasampulle zu erkennen ist. Bei Ausbruch eines Feuers - und nur dann - steigt die Temperatur am Sprinkler über die definierte Norm. Die Flüssigkeit dehnt sich aus, als Folge dessen platzt das Glasfässchen bzw. schmilzt das Lot.

Das Löschwasser trifft dann gezielt auf den Brandherd, die Flammen werden erstickt und die giftigen Rauchgase gebunden, während alle Sprinkler in den nicht vom Feuer betroffenen Bereichen geschlossen bleiben. In den meisten Fällen werden nur ein oder zwei Sprinkler aktiviert. Der Austritt von Löschwasser wird dadurch auf das notwendige Minimum reduziert - anders, als wenn die Feuerwehr eingreifen muss.

Die Verteilung der Sprinkler und ihre Wasserleistung hängen von den Brandrisiken und den baulichen Gegebenheiten ab. Der mit der Installation beauftragte Brandschutzfachbetrieb legt daher nach den Richtlinien der Versicherungswirtschaft die genaue Anzahl und Position im Einzelfall fest.

Sorgfältige Planung im Vorfeld ist unerlässlich

Der nachträgliche Einbau einer Sprinkleranlage bedarf zwar einer besonders intensiven und umfangreichen Planung und einer ebenso sorgfältigen Vorbereitung und Ausführung, stellt aber keine unlösbare Aufgabe dar. Im Allgemeinen unterscheidet man drei Phasen:

  • In der ersten Phase wird der Bedarf anhand der Grundfläche und des Rauminhaltes bzw. der Raumhöhe des betreffenden Gebäudes ermittelt. Darüber hinaus werden u.a. auch die besonderen Umstände der Betriebsabläufe sowie die bei der Produktion verwendeten oder entstehenden Materialien berücksichtigt. Die Anforderungen in einer Papierfabrik unterscheiden sich beispielsweise grundlegend von denen in einem Krankenhaus.
  • In der zweiten Phase werden die vorhandenen baulichen Gegebenheiten sowie bereits bestehende Brandschutzmaßnahmen und andere Installationen, Einbauten oder Anlagen analysiert. Hier entscheidet sich, inwieweit eine Lösung gefunden werden kann, die den technischen Anforderungen genügt und gleichwohl unter wirtschaftlichen und organisatorischen Aspekten vertretbar ist.
  • In der dritten Phase der Planung wird konkret festgelegt, zu welchen Zeiten welche Schritte der Montage durchgeführt werden können, ohne die Betriebsabläufe unnötig zu beeinträchtigen. In vielen Fällen muss der Einbau verstärkt in den Nachtstunden, an Wochenenden oder Feiertagen erfolgen. Abschließend kann dann auch ein einigermaßen verbindlicher Kostenrahmen erstellt werden.

Unbedingte Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf ist eine sehr enge und kontinuierliche Zusammenarbeit der Installationsfirma mit der Betriebsleitung des Kunden. Der detaillierte Terminplan sollte deshalb von allen Beteiligten gemeinsam erarbeitet und unbedingt eingehalten werden.

Fazit: Der nachträgliche Einbau von Sprinkleranlagen kann bei einer zielorientierten Projektplanung ohne große Eingriffe in den laufenden Betrieb realisiert werden. Die Sprinkleranlage erhöht die Betriebssicherheit und bietet eine langfristige Kostenersparnis durch die attraktiven Prämienrabatte der Versicherer. Ferner sichert die Anlage auch die Existenz und den Fortbestand jedes Unternehmens: Zahlreiche Firmen verlieren nach einem Großbrand wichtige Marktanteile und müssen oftmals Insolvenz anmelden.

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