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Russischer Wohnungsmangel eröffnet deutschen Firmen Milliardenmarkt

(3.2.2006) Bis zum Jahre 2010 will Russland sein jährliches Volumen an fertiggestelltem Wohnraum auf 80 Millionen Quadratmeter erhöhen und damit binnen sechs Jahren verdoppelt haben. Das kündigte am Donnerstag in Leipzig der Leiter der Föderalen Agentur für Bauwesen und Kommunalwirtschaft Russlands (Rosstroi), Sergej Kruglik, an. Hierbei nutze sein Land "überwiegend deutsche Technologien". Denn vor allem die Transformationserfahrungen, die seit 1990 in den neuen Bundesländern gemacht wurden, "halten wir für überaus interessant", so der Chef der einflussreichen Staatsbehörde am Rande der 3. Deutsch-Russischen zur Zusammenarbeit in der Wohnungs- und Kommunalwirtschaft. Er verwies auf eine gleich gelagerte Vergangenheit Ostdeutschlands und der GUS-Staaten, aus der nun "die selben Probleme erwachsen" wären.

Gemeinsam mit Engelbert Lütke Daldrup, Staatssekretär im Bundesbauministerium, paraphierte Kruglik hierzu in Leipzig eine Vorvereinbarung über eine vertiefende staatliche Kooperation beider Länder beim Umsetzen dieses russischen Mammutprogramms. Offiziell unterzeichnet werde das Dokument, das deutschen Bau- und Kommunalunternehmen Milliardenaufträge sichern soll, in Kürze im russischen Tomsk durch die Fachminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Wladimir Jakowlew, informierte Lütke Daldrup.

Kruglik verwies in einer Pressekonferenz darauf, dass in Russland in den letzten Jahren alle politischen und juristischen Weichen gestellt worden seien, damit ausländische Firmen ungehindert auf dem föderalen Wohnungsbaumarkt agieren können. Zudem kündigte er die gezielte Zerschlagung noch bestehender Monopolstrukturen auf diesem Sektor an. Den momentanen Bedarf nach Wohnraum in Russland beziffert er mit 1,5 Milliarden Quadratmetern.

Da die Wohnungsnachfrage vor allem in den Städten enorm ist, wurde der Behördenchef zu der bilateralen Konferenz, die noch bis Freitag parallel zur internationalen Baufachmesse baufach 2006 (01.-4. Februar 2006) im Congress Center Leipzig tagt, von 120 Bürgermeistern aus ganz Russland begleitet. Darunter befänden sich auch die Stadtoberhäupter aus Kaliningrad, dem früheren Königsberg, sowie Wladiwostok, "also der westlichsten und der östlichsten Metropole Russlands", teilte er mit. Allesamt besäßen sie in städtebaulicher Sicht ein gewaltiges Interesse, von den ostdeutschen Erfahrungen der letzten Jahre zu partizipieren. Die bilaterale Vereinbarung umfasst deshalb neben dem "politischen Flankenschutz" für privatwirtschaftliche Kontakte, wie Lütke Daldrup es nannte, auch den Austausch von "Best Practice"-Beispielen sowie eine umfassende Unterstützung russischer Firmen bei der Mitarbeiterschulung durch deutsche Bildungsträger.

Informiert wurde auf der Konferenz auch über konkrete Kooperationen zwischen deutschen und russischen Partnern, die bereits weit fortgeschritten sind. So unterstützen die Stadtwerke Leipzig mit einem Auftragsvolumen von 4,4 Millionen Euro insgesamt 15 russische Kommunen bei der effizienteren Gestaltung ihrer Ver- und Entsorgungssysteme.

Thüringens Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) arbeitet schon länger mit der Stadt und der Region Asow am Asowschen Meer zusammen. Wie LEG-Geschäftsführer Frank Krätzschmer in Leipzig berichtete, erstellen die Erfurter für Asow unter anderem einen Masterplan zur mittelfristigen Stadtplanung und -entwicklung, und sie unterstützen die russischen Partner bei der Erneuerung des Wasser- und Abwassernetzes sowie des Fernwärmesystems. Darüber hinaus würden russische Kollegen an Thüringer Akademien qualifiziert.

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