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Baugeld: Feste Konjunktur dämpft Zinserwartungen

(21.1.2007) Die positiven Konjunkturindikatoren in den USA sorgen bei den Investoren an den Zinsmärkten weiterhin für Überraschungen. Trotz der zuletzt stark gefallenen Ölpreise bleiben auch die Inflationszahlen für den Geschmack der Anleihekäufer zu hoch. Die Verbraucherpreise in den USA stiegen diese Woche stärker als erwartet und schon vergangene Woche sah sich die Bank of England gezwungen, auf starke Preissteigerungen mit einer Leitzinserhöhung zu reagieren. Da derzeit auch in der EU und besonders in Deutschland ein positives Momentum im Konjunkturverlauf erkennbar ist, bleibt auch die Europäische Zentralbank (EZB) in Bezug auf einen eventuellen Inflationsdruck sehr wachsam. Daher werden immer mehr Investoren am Anleihemarkt nervös, weshalb sie zuletzt durch Verkäufe ihr Risiko reduzierten. Dieses Verhalten führt zu steigenden Zinsen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank (FED) im ersten Quartal die Leitzinsen von derzeit 5,25% zurücknehmen wird, ist nach den letzten Daten praktisch auf Null gesunken. Viele Marktteilnehmer hatten vor einigen Wochen ein anderes Szenario erwartet. Vor diesem Hintergrund wird auch die EZB die Leitzinsen schneller auf 4,0% anheben als gedacht. Diese Befürchtungen werden derzeit in den Markt eingepreist. Technisch muss für den Bund-Future die Unterstützungslinie bei 114 Punkten halten, sonst drohen noch weitere deutliche Zinsanstiege bei längerfristigen Zinssätzen. Interhyp erwartet für die nächsten zwei Wochen eine Seitwärtsbewegung bei den Baugeldzinsen - die täglichen Schwankungen könnten aber recht kräftig ausfallen.

Interhyp rät davon ab, auf fallende Zinsen zu spekulieren. Immobilienkäufer und Umschulder, die in den nächsten Wochen ihre Finanzierungen abschließen müssen, sollten nicht zu lange warten. Bei weiteren Zinsanstiegen könnte auch die Zinskurve steiler werden. Das würde bedeuten, dass vor allem längere Zinsbindungsfristen teurer würden. Derzeit ist die Risikoprämie noch gering und dies gilt es, zu nutzen. Besonders interessant sind Forward-Darlehen mit einer Vorlaufzeit von bis zu 36 Monaten, da eine Reihe von Anbietern aktuell auf die Forward-Aufschläge verzichtet. Damit können die zukünftigen Zinszahlungen schon Jahre im Voraus nahe den aktuellen Top-Konditionen abgesichert werden. Die derzeit noch recht flache Zinskurve sollte genutzt werden, da sie lediglich eine temporäre Erscheinung am Zinsmarkt ist. Prolongationsangebote der bisherigen Bank sollten unbedingt mit dem Markt verglichen werden. Durch den neuen "Vorfälligkeitsschutz" ist es für Immobilienkäufer jetzt auch möglich, in definierten Härtefällen oder bei Wohnortwechsel jederzeit aus dem Darlehen auszusteigen, ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen. Dies ist ein weiterer Grund, die aktuell günstigen Immobilienpreise zu nutzen und vom Mieter zum Eigentümer zu werden.

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