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Die ARGE Neue Medien zeigte sich mit neuem Schwung auf der SHK Essen

(26.3.2018) Seit 30 Jahren pflegt die ARGE Neue Medien die digitalen Produktdaten ihrer Mitglieder und stellt sie Marktpartnern zur Verfügung. „Wir verstehen uns als Sprachrohr der Industrie sowie als Spezialist für Datenanforderungen aus Fachgroßhandel und Fachhandwerk“, sagte Frank Wiehmeier auf einer Pressekonferenz im Rahmen der SHK Essen. Ebenfalls unangefochten sei die Position eines „Leaders beim Datenqualitätsmanagement“, ergänzte der ARGE-Vorstandsvorsitzende.

Mitglieder der ARGE Neue Medien (Stand: März 2018) 

„Kompetenz für digitale Haustechnik“


ARGE-Vor­stands­vor­sit­zen­der Frank Wiehmeier (Bild vergrößern)
 

In jüngerer Zeit hat die ARGE zunehmend Konkurrenz be­kom­men - u.a. durch die zahlreichen BIM-Aktivitäten verschiedener Dienstleister, Software-Entwickler und Organisationen (siehe beispielsweise den Nachbarbeitrag „,productsforbim‘: Herstellerinitiative ,Bauprodukte digital‘ treibt BIM voran und will wachsen“ vom 25.3.2018). Das hat nun dazu geführt, dass sich die Industrieorganisation unter dem Leitmotiv „Kompetenz für digitale Haustechnik“ neu aufstellen will. Mit einer Mischung aus Bewährtem sowie aktuellen Analyse-, Qualitätssicherungs- und Managementaufgaben und nicht zuletzt dem Aufbau moderner Daten-Dis­tributionswege soll „der Grundstein für den künftigen Erfolg gelegt und darüber hinaus die eigene Attraktivität neu herausgearbeitet werden“.

Laut Wiehmeier stehen neben der Verbesserung der Außenwirkung speziell die Sicherung der unabhängigen, kostenfreien Datenversorgung der Branche sowie die Schaffung bzw. Aufrechterhaltung einer zentralen Datenbasis für die Versorgung aller relevanten Plattformen auf der Prioritätenliste. Themen wie EDI, BIM und ETIM sollen ebenfalls berücksichtigt werden. Außerdem können die Mitglieder auch ihre eigenen Klassifizierungsinformationen vorgeben - falls vorhanden. „Seit 2016 lassen sie sich im System abbilden. Wir haben bisher nur versäumt, das zu kommunizieren“, hieß es ergänzend.

Für Wiehmeier ist Unternehmenserfolg eng mit dem Gelingen des digitalen Umbruchs verknüpft. Nur wer künftig die gesamte Klaviatur in- und externer elektronischer Medien und Prozesse beherrsche, komplex vernetzt sei und dabei ein effizientes Benutzermanagement biete, stehe vor einer aussichtsreichen Zukunft. Dabei sei auch weiter auf das breite Know-how der ARGE Verlass, versprach der ARGE-Vorstandsvorsitzende. Gleichwohl sehe er den Herausforderungen, denen sich die ARGE fraglos stellen müsse, gespannt entgegen: Natürlich wüssten Vorstand und Geschäftsführung, dass man besser und schneller als andere sein und noch dazu für die reibungslose Koordination und Kommunikation von Branchenbelangen Sorge tragen müsse. Durch die Neuaufstellung im organisatorischen und strategischen Bereich sei man dafür jedoch bereits gerüstet. Hinzu kämen moderne Technologien und Infrastrukturen, weiterentwickelte Kooperationen sowie Modifizierungen innerhalb der internationalen Ausrichtung. Nicht zuletzt sei auch oder gerade die aktive Mitglieder-Integration in alle Planungen ein wichtiger Garant dafür, „Treiber der Digitalisierung zu sein und zu bleiben“.

Umfrage zur Organisation der ARGE Neue Medien

In welcher Weise die der ARGE angeschlossenen über 100 Markenindustrieunternehmen in die Entscheidungen des Vorstandes eingebunden wurden, verdeutlichte die im Juli/August 2017 von Linnigpublic online durchgeführte Umfrage. Leistungen, Plattformen und Projekte sowie Gremienarbeit und Veranstaltungen gehörten ebenso zum Themenkatalog wie die ARGE-Organisation selbst. Dabei zeigte sich das Interesse an der ARGE allein schon an der mit knapp 54% hohen Teilnahmequote - hieß es anlässlich der Präsentation.

Zu den auszugsweise vorgestellten Ergebnissen zählte die generelle Haltung der Mitglieder zum Projekt Internationalisierung. Während 38,9% die Teilnahme bestätigten, wurde sie von 28,7% verneint. 32,4% nehmen derzeit zwar nicht teil, „möchten aber mehr erfahren“. Die Mitglieder, die auf der internationalen Plattform „SYNOMAX“ bereits vertreten sind, priorisieren dabei eindeutig Europa - aktuell wie auch künftig.

72,2% der Umfrageteilnehmer gaben an, dass ETIM wichtig sei, ebenso die Begleitung des Themas durch die ARGE. Damit habe die Klassifizierung sogar einen noch höheren Stellenwert als BIM mit rund 10% weniger Zustimmung auf die gleiche Frage. Nichtsdestotrotz lägen das Projekt und seine Ansiedlung bei der ARGE immer noch einer deutlichen Mehrheit der Mitglieder am Herzen.

 

Zustimmung zu Fremdplattformen, Gremien und Geschäftsstelle

Seit 2017 stellt die ARGE die Daten ihrer Mitglieder erstmals Fremdplattformen (u.a. Open Datacheck) zur Verfügung. Für 76,8% ist das kein Problem. Im Gegenteil: Da die ARGE für sie der zentrale Ansprechpartner für die Produktdaten sei, erwarteten sie sogar, dass diese auch andere marktrelevante Plattformen bediene. Auf weitere Aufgaben in dem Zusammenhang angesprochen, sahen 69,4% der Teilnehmer die ARGE als „dafür zuständig an, zentral alle wichtigen organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen für die Mitgliedschaft mit den Betreibern abzustimmen“.

Neben einem mit „breit“ zu bewertenden Interesse an den Gremien der ARGE zeigten sich die Mitglieder mit deren Arbeit mehrheitlich „insgesamt ziemlich zufrieden“ bis „insgesamt sehr zufrieden“. Lob gab es zudem für den Informationsgehalt der Veranstaltungen der ARGE: 71,3% der Mitglieder fühlen sich „gut“ informiert. Ebenfalls positiv eingestuft wurde das Engagement der Geschäftsstelle. 46,3% antworteten mit „Ja, ich fühle mich eher gut betreut und beraten.“ 35,2% gaben sogar an, sich „sehr gut betreut und beraten“ zu fühlen.

Großen Zuspruch finden Erfahrungsberichte bei Veranstaltungen. Auch Online-Mit­glie­derbereiche und regelmäßige Mitgliedertreffen sind laut Studie willkommen. Wenn es darum geht, sich generell über das Thema „Neue Medien“ zu informieren, dann ist die ARGE für 78,5% der Mitglieder die wichtigste Quelle. Mit 57,9% bzw. 57,0% folgen Internetrecherche und SHK-Fachzeitschriften. Abschließend nach der Relevanz der Leistungen der ARGE im eigenen Unternehmen befragt, gaben die Mitglieder mit 44,4% und 41,7% fast zu gleichen Teilen einen hohen bzw. mittleren Stellenwert an.

„Agenda 2018“

ARGE-Geschäftsführer Konrad Werning
ARGE-Geschäftsführer Konrad Werning (Bild vergrößern)
  

Konrad Werning zeigte sich mit den Resultaten der Erhebung vor allem mit Blick auf den Auftrag für die Neuaufstellung per saldo zufrieden. Dennoch bestehe in einigen Bereichen noch Luft nach oben, gab sich der ARGE-Geschäftsführer in Essen selbstkritisch. Auch oder gerade deshalb sei die sorgfältige Abarbeitung bzw. Ausführung der „Agenda 2018“ von großer Bedeutung. Deren Top-Thema laute „Datenqualitätsmanagement im Full Service“, denn wer gute Daten habe, der verkaufe. „Produktdatenqualität ist ein Wettbewerbsfaktor – national und international“, konstatierte er. Als Basis für die Leistungen der ARGE auf dem Sektor diene die Datenqualitätsrichtlinie (DQR) in der neuen Version 4.0. Denn an sie knüpfen sich laut Werning viele Services wie Beratung und Datenprüfung.

Des Weiteren übernehme die ARGE die Datenverteilung an alle relevanten Systeme und Programme. Eine Aufgabe, die mit zunehmender Digitalisierung künftig noch mehr Aufwand mit sich bringe, da sich die Anzahl der Plattformen zweifellos erhöhen werde. Auf jeden Fall und nicht zuletzt auf Wunsch vieler Mitglieder, das habe die Umfrage ebenfalls ermittelt, würden weitere Datenmanagement-Tools wie DAVID, SHK Portal Assistent oder der neue ETIM-Viewer entwickelt. Zudem binde man in absehbarer Zeit zunächst Klassifizierungs- und dann BIM-Informationen in das Datenqualitätsmanagement ein und veröffentliche 2018 ferner erstmals wieder ein neues Datenmodell für die Com­pu­ter-Badplanung.

Internationale Aufgaben und „alles auf neu“ fürs Branchenportal

Ebenfalls an Fahrt nehme die Internationalisierung der ARGE auf. Außer den deutschsprachigen Ländern Schweiz und Österreich seien es vor allem Belgien, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Polen und Tschechien, in denen Aktivitäten forciert würden. Italien, Dänemark und Norwegen befänden sich (noch) in der Warteschleife. Aber auch hier liefen schon die Recherchen, was die Mitglieder für welche Anforderungen in welchen Formaten einbringen müssten. Zudem arbeite man an der Entwicklung einer einheitlichen internationalen Datenqualitätsrichtlinie. Die Data Quality Guideline (DQG) entstehe in Anlehnung an die nationale DQR und in Abstimmung mit der europäischen Dachorganisation des Großhandels, FEST.


shk-branchenportal.de

Relaunch shk-branchenportal.de

Auf der Pressekonferenz in Essen wurde auch der Relaunch des hauseigenen Portals shk-branchenportal.de angekündigt. Technologien, Oberfläche, Funktionen und nicht zuletzt Schnittstellen zu anderen Plattformen müssten aktualisiert, wenn nicht gar ganz neu angelegt werden. Laut Werning sei das allein schon eine restjahresfüllende Aufgabe. Schließlich sei damit u.a. auch der Umzug von 2.500 Gigabyte geprüfter Daten erforderlich - soviel umfasse nämlich der Datenservice der mehr als 100 angeschlossenen Markenhersteller.

„Jährlich verbuchen wir auf shk-branchenportal.de 120.000 Datendownloads. Mehr als 20.000 Benutzer sind auf der Plattform registriert, rund 26.000 Unternehmen und 70 Softwarehäuser angebunden,“ berichtete Werning.

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