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Beispielhafte Sanierung eines Kreisverkehrs in Dingolfing mit neuem Fahrbahndeckenzement

(2.12.2021) Bei der Sanierung einer Kreisverkehrsanlage in Dingolfing hat sich das zuständige Landratsamt für die Ausführung mit einer Betonfahrbahn entschieden. Erstmals zum Einsatz kam der Fahrbahndeckenzement CEM II/ A-LL 42.5 N mit geringerem Klinkeranteil von HeidelbergCement. Dieser erfüllt alle Anforderungen der ZTV Beton und kann im Betonstraßenbau uneingeschränkt eingesetzt werden.

Fotos © HeidelbergCement AG / Michael Voit 

Unweit der Autobahnausfahrt A92 Dingolfing West erschließt ein Kreisverkehr mit einem Außendurchmesser von 42 m (siehe Google-Maps) das angrenzende Industriegebiet und bildet die Zufahrt zum BMW Group Werk Dingolfing. Der nachgeschaltete Verteiler wird durch den starken Schwerverkehr enorm belastet. Bei der aktuellen Planung wurde mit Hinblick auf die weitere Entwicklung die höchste Belastungsklasse BK 100 ausgeschrieben. Der alte Kreisverkehr in Asphaltbauweise war bereits mehrfach ausgebessert worden. „Es gab sowohl Verformungen wie auch Risse durch alle Asphaltschichten“, so Manuel Stanzel von der Tiefbauverwaltung des zuständigen Landratsamtes Dingolfing-Landau. „Der erhöhte Aufwand für den Unterhalt sowie die immens hohen Schwerverkehrszahlen haben uns zu der Entscheidung geführt, einen Betonkreisverkehr zu bauen“. Gute Erfahrungen mit anderen Betonkreiseln hatten den Bauherrn zu dieser Entscheidung ermutigt. Bundesweit sind in den letzten 10 Jahren über 160 Betonkreisverkehrsanlagen gebaut worden. Diese Erfahrungen flossen in die Planung ein.

Sorgfältige Planung einer Betonfahrbahn

Kreisverkehre sind stärker beansprucht als andere Verkehrswege. Schubspannungen durch Fahren in engen Radien sowie Brems- und Beschleunigungsvorgänge treten in der Fahrbahn auf. Diese enorme Beanspruchung aus den Achslasten der LKWs sowie aus Schub können erfahrungsgemäß durch dicke Betonplatten gut aufgenommen werden. Die Konstruktion erfordert gleichwohl aber eine sorgfältige Planung. Übertragen wurde diese der OBW Ingenieurgesellschaft, Landau an der Isar.

Zusätzliche Faserbewehrung und gegebenenfalls Stahleinlagen erhöhen hier die Sicherheit gegen Verformung und Rissbildung. Ausgehend von der zu erwartenden Beanspruchung und den Vorgaben gemäß Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen (RStO) konzipierten die beauftragten Ingenieure den Fahrbahnaufbau, die Plattendicke, Art und Abstand der Fugen sowie die entsprechende Betonrezeptur.

Bau eines dauerhaften Betonkreisels

Die neue Betondecke wurde in einer Stärke von 30 cm auf einer Asphalttragschicht eingebaut und mittels verdübelter Querscheinfugen segmentiert. Die Anordnung von Dehnungs- und Pressfugen ergab sich aus der Planung.

Grundsätzlich können Form und Abmessungen der Betonplatten für Kreisverkehrsanlagen eine Bewehrung des Betons erfordern. Im Kreisverkehr Dingolfing wurden vor allem Bereiche der angrenzenden Zu- und Ausfahrten mit Betonstahlmatten bewehrt. Für den Betoneinbau in Kreisverkehrsflächen kann ein speziell entwickelter Gleitschalungsfertiger genutzt werden. Alternativ dazu wurden in Dingolfing von den Bauarbeitern rund 550 m³ Beton „von Hand“ mit sogenannten "Rüttelbohlen" zwischen einer Schalung eingebaut.

Spezieller Zement für nachhaltigen Verkehrswegebau

Die Kreisverkehrsanlage weist nach dem Abschluss der Arbeiten einen besonders hellen Farbton auf. Die verkehrssichere Färbung ist auch auf die Verwendung eines speziellen Fahrbahndeckenzements zurückzuführen. Anlässlich des Bauvorhabens in Dingolfing hat das Werk Burglengenfeld der HeidelbergCement AG den Fahrbahndeckenzement CEM II/ A-LL 42.5 N entwickelt, der die Anforderungen der ZTV Beton erfüllt und im Betonstraßenbau uneingeschränkt eingesetzt werden kann. Bei diesem Projekt wurde dieser Zement erstmalig zum Test eingesetzt und abschließend vom Bauherrn sowie den bauausführenden Firmen positiv bewertet. Mit seinem geringen Anteil an Alkalien verspricht der Zement zudem, dass Alkali-Kieselsäure-Reaktionen - also Betonschäden - ausbleiben.

Des Weiteren weist der Portlandkalksteinzement CEM II/ A -LL42.5N gegenüber üblichen Fahrbahndeckenzementen auf Portlandzementbasis  einen geringeren Klinkeranteil auf, ist also klimafreundlicher. Denn bei der Herstellung der CEM II- Zemente wird vergleichsweise weniger CO₂ freigesetzt. Dieser Zement unterstützt also die Bemühungen der Zementindustrie, den CO₂-Ausstoß in den nächsten Jahren nachhaltig zu senken.

Weitere Informationen zu Betonfahrbahnen und  Fahrbahndeckenzement können per E-Mail an HeidelbergCement angefordert werden.

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