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Immobilienweisen übergeben Frühjahrsgutachten der Immobilien­wirtschaft 2026

(11.2.2026) Am 10. Februar 2026 hat ZIA-Präsidentin Iris Schöberl das Frühjahrsgutachten des Rates der Immobilienweisen an die Parlamentarische Staatssekretärin im BMWSB, Sabine Poschmann übergeben.

Frühjahrsgutachten der Immobilienwirtschaft 2026 (Bild: ZIA) 

Deutschland verzeichnet 2025 nur ein BIP-Wachstum von 0,2 %. Dabei ist die Bauwirtschaft ist einer der am stärksten belasteten Sektoren – die Bruttowertschöpfung liegt 25 % unter dem Niveau von 2022.

Iris Schöberl, Präsidentin des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA): „Die Wirtschaftsnachrichten dieser Tage zeigen keine kleine Delle oder vorübergehende Verstimmung. Sie sind das Zeichen einer strukturellen Schwäche. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Deutschland steckt in einer strukturellen Krise. Die Immobilienwirtschaft leidet darunter. Es muss jetzt heißen: Think Big. ... Wir können nicht mit kleinen Reformen weitermachen, wenn die Probleme struktureller Natur sind. Ob Wohnen, Handel, Logistik, Innenstädte und so weiter: Eine zukunftsfähige Immobilienwirtschaft entsteht durchs Ermöglichen. Ein Gebäudetyp E, niedrigere Erwerbsnebenkosten, einfachere und einheitlichere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie verlässliche Regeln schaffen die Voraussetzungen für bezahlbaren Neubau, Umbau und Umnutzung – so werden Investitionen in altersgerechte Quartiere, Wohnen, Handel und Wirtschaft wieder angestoßen.”

Prof. Dr. Dr. h. c. Lars P. Feld vom Walter Eucken Institut ergänzt: „Die wirtschaftliche Dynamik insgesamt wird gebremst: Investitionen werden zurückhaltender getätigt, Innovationen verzögern sich, Unternehmen können ihr Potenzial nicht vollständig entfalten, und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts auf nationaler wie internationaler Ebene leidet. Kurz: Ohne gezielte Reformen droht ein nachhaltiger Wachstums- und Produktivitätsverlust.”

Dauerkrise im Wohnungsbau

Für 2026 werden lediglich 215.000 fertiggestellte Wohnungen erwartet – bei einem jährlichen Bedarf von 257.400 Wohneinheiten bis 2040. Iris Schöberl warnt: „Die Lücke wird größer statt kleiner. Während wir dringend bezahlbaren Wohnraum brauchen, bleibt die Bautätigkeit aufgrund von Investitionshemmnissen niedrig.”

Zwar zeigen die Genehmigungszahlen 2025 mit rund 238.000 Baugenehmigungen einen Anstieg um 10,5 % gegenüber 2024, allerdings wirke der massive Einbruch von -43,5 % im Jahr 2024 gegenüber 2021 mit Verzögerung weiterhin nach. Fertigstellungen werden voraussichtlich erst ab 2027 steigen. „Schneller bauen heißt: weniger Bürokratie – alles andere bremst den Wohnungsbau aus. Wenn Genehmigungen Jahre dauern und Regeln von Bundesland zu Bundesland wechseln, bleibt bezahlbarer Wohnraum eine Illusion,” so Iris Schöberl weiter.

Maßnahmen unzureichend

Das Frühjahrsgutachten bewertet die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung als unzureichend. „Der ,Bau-Turbo’ setzt an den richtigen Stellschrauben an, ist aber nicht die strukturelle Neuerung, der es eigentlich bedarf, um eine durchschlagende und nachhaltige Wirkung zu entfalten. Dass der ,Bau-Turbo’ Abweichungen vom Bauplanungsrecht möglich macht, begrüßen wir. Aber der erhoffte Gamechanger ist er nicht”, betont auch der Immobilienweise Lars P. Feld. Auch das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität bringe nur dann echte Wachstumsimpulse, wenn die Mittel „zusätzlich statt ersetzend” eingesetzt werden.

„Was wir brauchen, sind keine schrittweisen Anpassungen, sondern grundlegende Strukturreformen. Die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen müssen verbessert werden, um Produktions- und Bereitstellungskosten zu senken und Investitionen wirtschaftlich attraktiv zu machen. ... Die Mietpreisbremse und restriktive Kappungsgrenzen vermindern die Anreize für Investitionen. Wer bezahlbaren Wohnraum will, muss die Rahmenbedingungen so setzen, dass Bauen und Investieren wieder wirtschaftlich attraktiv werden.”

Forderungen an die Politik

  • Vereinfachung und Harmonisierung von Planungs- und Genehmigungsverfahren – zentral für schnelleres Bauen
  • Senkung der Erwerbsnebenkosten, insbesondere der Grunderwerbsteuer – die hohen Sätze wirken als Markteintrittsbarriere
  • Überprüfung der Mietregulierung – Kappungsgrenzen und Vergesellschaftungsideen verschärfen langfristig den Angebotsengpass
  • Einführung eines rechtssicheren Gebäudetyp E – kostengünstiges und effizientes Bauen ermöglichen
  • Steuerliche Anreize – für Neubau- und Sanierungsinvestitionen
  • Baugenehmigungsrechtliche Erleichterungen bei Umnutzungen und Mischnutzungen von Bestandsimmobilien
  • Revitalisierung, Nachverdichtung und Umnutzung von Bestands- und Konversionsflächen


Ausblick 2026 und 2027

Für 2026 wird ein Wachstum von knapp über 1 % erwartet, 2027: 1,34 %. Die Arbeitslosenquote soll um 2 % sinken, die Inflation wird bei rund 2,1 % liegen. „Eine echte Trendwende sehen wir erst, wenn die Bundesregierung die strukturellen Probleme konsequent angeht. „Wir stehen bereit, konstruktiv an Lösungen mitzuarbeiten – aber die Zeit drängt”, so Iris Schöberl abschließend.

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