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Backe, Backe, Backstein für Martin Brauns Backforum

  • Gebrannter Backstein ziert weltweit einzigartiges Backforum

(8.6.2007) Backstein aus gebranntem Ton gefällt nicht nur als modernes Konstruktions- und Gestaltungsmaterial, sondern auch durch Authentizität und Wirtschaftlichkeit. Dieser Anspruch bestätigt sich bei dem neuen Backforum der Martin Braun-Gruppe: Der zweigeschossige Neubau auf dem Firmengelände besticht durch kubische Formgebung und seine homogene Ziegelfassade aus rot-bunt geflammten Backsteinen - siehe auch Bing-Maps und/oder Google-Maps:


"Die Verwendung von Ziegel als handwerkliche Hülle des ansonsten formal schlichten und industriellen Baukörpers war ein ganz primäres Entwurfsmittel", betont Projektleiter Dipl.-Ing. Architekt ETH Sascha Luippold vom beauftragten Architekturbüro Ackermann & Raff Architekten Stadtplaner BDA, Tübingen. Der handwerkliche Aspekt begründete die Entscheidung der Bauherrschaft für den Wasserstrichverblender Alt-Ruppin von der A·K·A Ziegelgruppe. 57.000 Backsteine mit rustikaler Oberfläche fügen sich so zu reizvoll-homogenem Ziegelsichtmauerwerk.

Das jetzt eröffnete Backforum der zum Oetker-Konzern gehörenden Martin Braun-Gruppe, die über 1000 Mitarbeiter an 8 europäischen Standorten beschäftigt, gilt als weltweit führendes Back- und Kundenzentrum der Backmittelbranche. In dem 5.000 m² großen Neubau mit einer großzügigen, über beide Geschosse reichenden, verglasten Halle mit Sheddächern sind die Abteilungen Forschung und Entwicklung, Marketing und Anwendungsberatung, Versuchs- und Schulungsbackstuben sowie der Seminarbereich untergebracht. Herzstück ist die 400 m² große "gläserne Backstube" mit industriellen Teigverarbeitungsmaschinen und 20 Edelstahlöfen, die mit der Backsteinfassade das Spannungsfeld zwischen handwerklicher Tradition und moderner Fertigung reflektieren sollen. Susanne Steinfort-Klass, Leiterin Kommunikation der Martin Braun-Gruppe und gleichzeitig zuständig für das Backforum, bestätigt den Bezug zum Handwerk. "Grundsätzlich votierten wir gegen ein Bürogebäude mit einer zum Handwerk wenig passenden Glas-Edelstahl-Fassade. Zielsetzung war vielmehr, innen offen zu sein, das Backen zu zeigen und andererseits von außen abgeschirmt zu wirken. Dieses Konzept ist mit der großen Glashalle und der massiven Ziegelfassade gelungen."

Mit der Errichtung des Backforums beauftragt wurde die Arbeitsgemeinschaft Tillystraße mit den heimischen Unternehmen Wilhelm Wallbrecht GmbH & Co KG sowie Schuppert Baugesellschaft mbH. Als Bauleiter fungierte Mirko Weißhaar von Wallbrecht Bau. Insgesamt wurde die Planung zügig umgesetzt, so dass das Projekt nach 15 Monaten abgeschlossen werden konnte.

Die Gebäudeaußenhülle wurde als zweischalige Konstruktion aus 30 cm Stahlbeton und hinterlüfteter wärmegedämmter Verblendschale ausgeführt. Gerade die Erstellung des Verblendmauerwerks mit rund 1.250 m² Gesamtfläche erforderte Sorgfalt und handwerkliches Geschick. Denn um den gewollt rustikalen Verblender mit seiner lebendigen Haptik in ein möglichst ruhiges Fassadenbild zu überführen und damit die Homogenität des Baukörpers zu unterstützen, wählten die Architekten den Halbstein-Verband. Damit verbunden war - nicht zuletzt mit Blick auf den Einsatz der Fertigteile - in der Praxis eine detailbehaftete Vermauerung, u.a. durch den im Eckbereich umlaufenden Verband und die im Abstand von 6 m anzuordnenden Mäander-Dehnungsfugen. "Stets musste der richtige Ziegel am richtigen Platz sitzen, damit der Verband stimmte und die Fertigelemente nahtlos ins aufgehende Verblendmauerwerk eingepasst werden konnten", so Bauleiter Weißhaar.

Besonderes Augenmerk galt dem Einbau der nach den Architektenplänen im A·K·A-Werk Albert präzise produzierten Ziegelverblendfertigteile. Insgesamt mussten ca. 60 Elemente im Gesamtgewicht von 40 Tonnen auf die Baustelle geliefert werden. Die größten und schwersten Bauteile hatten ein Gewicht von bis zu 2,5 Tonnen und deckten eine Fläche bis 3,60 m² als abgehängte Elemente ab. Sie wurden für die zurückspringenden Bereiche an Terrasse und Eingang benötigt (Bild unten). Bei der über die gesamte Gebäudelänge reichenden Terrasse wurden 1,25 m tiefe und mit einer Aufkantung von 49 cm versehene Fertigteile eingebaut und mit Halfensystemen befestigt. Für die Verkleidung der freien Untersicht im zweigeschossigen Eingangsbereich wurden vier Fertigteile mit einer Tiefe von 3,60 und einer Aufkantung von 49 cm per Kran in Position gehoben, platziert, in Waage gebracht, justiert und in der Decke bzw. der Betonwand fest montiert. An der vorderen Attika wurden die Elemente mit Konsolen an die Halfenschienen in der Wand angeschlossen. Unter der Decke erfolgte die Befestigung der Fertigteile durch je zwei im Ortbeton einbetonierte Gewindestangen, die durch das Fertigteil geführt und mit Hammerkopfschrauben verschraubt wurden. Nachträglich angeklebte Riemchen verdecken die Montagestellen. Werksmäßig vorgesehene runde Aussparungen in den Untersicht-Elementen dienten dem späteren Einbau der Deckenleuchten.


Für die im Eingangsbereich nach innen fortgeführte Ziegelverblendung wurden an der Decke vier 1,75 m lange Fertigteile als Untersichtplatten montiert. Die Befestigung erfolgte an jeweils zwei Punkten mit Durchbohrankern, die an die im Ortbeton einbetonierten Halfenkurzschienen angeschlossen wurden. Auf die Halterungspunkte wurden ebenfalls nachträglich Ziegelriemchen geklebt und die Klinkerfläche somit optisch geschlossen.

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