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VDE: Gesteuerter Stromverbrauch unverzichtbar für Energiewende

(17.6.2012, Intersolar-Bericht) Bis zum Jahr 2020 sollen rund 35 Prozent des Strom­verbrauchs in Deutschland aus regenerativen Quellen gedeckt werden, so das Ziel der Bundesregierung. Die Menge der ins Netz eingespeisten Energie wird also zunehmend Schwankungen unterworfen sein, die Steuerung der Stromnachfrage (Demand Side Integration) wird notwendig.

Bereits heute liegt das Leistungspotenzial einer gesteuerten Stromnachfrage in der Bundesrepublik theoretisch bei 25 GigaWatt (GW). Der prognostizierte Ausbau in den Bereichen Elektromobilität, Wärmepumpen und Raumklimatisierungsanlagen sorgt dafür, dass sich dieser Wert bis 2030 verdoppelt. Berücksichtigt man Zeitmodelle der Ener­gienutzung, liegt das technisch über einen Tag nutzbare Leistungspotenzial aktuell bei 8,5 GW. Hierbei entfällt rund die Hälfte auf die Bereiche Haushalt sowie Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD). Das entspricht dem Bedarf von rund 4 Millionen Haus­halten. Dennoch wird die Lastverschiebung zum Zwecke größerer Wirtschaftlichkeit bisher nur in der Industrie genutzt, nicht aber in Privathaushalten oder in Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungsbetrieben. Dies sind Ergebnisse der neuen VDE-Studie "Demand Side Integration - Lastverschiebungspotenziale in Deutschland".

Die Studie zeigt, welche Chancen ein entsprechendes Lastmanagement in Deutsch­land bietet, um verfügbare Kapazitäten zu verschieben, Schwankungen zu minimieren, Lastspitzen zu reduzieren, die Betriebsmittelausnutzung zu optimieren und damit einen wichtigen Beitrag für die Energiewende zu leisten.

Um das Potenzial von "Demand Side Integration" komplett ausschöpfen zu können, sind aus Sicht des VDE mehrere Maßnahmen nötig:

  • Damit die flexiblen Stromlasten in den Netzbetrieb integriert werden können, müssen Geräte und Anlagen technisch in die Lage versetzt werden, auf externe Signale zu reagieren und Leistung abzurufen.
  • Darüber hinaus wird eine Kommunikationsstruktur zur Echtzeitmessung des Verbrauchs benötigt, die auch Steuer- und Tarifsignale übermitteln kann.
  • Zudem müssen Anreize für eine flexible Stromabnahme entstehen. Die Verbrei­tung von Smart Metern, die die Kunden zeitnah über ihre Verbrauchsgewohn­heiten informieren, ist eine wichtige Voraussetzung hierfür. Gleiches gilt für die Schaffung variabler, lastzeitabhängiger Tarife, die die Verbraucher motivieren, ihr Verhalten entsprechend anzupassen.

Damit auch die Industrie zusätzliche Lastverschiebungspotenziale ausschöpfen kann, werden Investitionen unter noch zu schaffenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen notwendig. Laut der Studie könnten neue oder bereits vorhandene industrielle Speicher künftig mit einer angepassten Betriebsstrategie bewirtschaftet werden, so dass der Energiebezug vom Produktionsprozess entkoppelt wird.

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