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Mehrdimensionale Schiefer-Architektur für ein Steinbruch-Grundstück in Polen

(22.8.2013) Felsige Landschaften sind stets eine besondere Herausforderung für Architekten. Eine bemerkenswerte Lösung ist im polnischen Krakau entstanden:

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Nur vier Kilometer Luftlinie vom Zentrum entfernt, mit interessanten Blickachsen zu den Wahrzeichen der Stadt, entstand in einem ehemaligen Steinbruch ein Gebäude mit einem prägenden Schieferdach und einer Fassade von Rathscheck Schiefer.

Eine große Herausforderung war die extravagante Grund­stückssituation mit einer acht Meter hohen Steinbruchkante. Außerdem forderten die Bebauungsvorschriften ein in diesem Stadtviertel übliches Satteldach, die Bauherren wünschten sich aber eine der exklusiven Lage geschuldete, ungewöhnli­che Lösung. Zwei Jahre lang suchten die Bauherren nach ei­nem überzeugenden Entwurf. An der Felswand aus Kalkstein haben sich mehrere Architekten versucht. Architekt Przemys­ław Ol­czak, Mobius Architecture, Krakau, setzte das Bauwerk schließlich auf die Steinbruchkante.

Das große Grundstück ist durch die Felswand in zwei Ebenen geteilt. Zur unteren Ebe­ne kragt das Bauwerk spektakulär aus. Alles wirkt kantig, wehrhaft und hoch. Massive Felsen und die moderne Schieferbekleidung mit InterSIN bestimmen die Optik des Ge­bäudes. Der natürliche Baustoff Schiefer steht hier sinnbildlich für die Steinbruch-Si­tuation, die Nähe zur Natur und einen sicheren Schutz für das Objekt. Architekt Ol­czak: „Charakter und Qualität der Werkstoffe müssen zum Objekt passen.“


Von der oberen Grundstücksebene betrachtet wirkt das Bau­werk dagegen zurückhaltend. Hier fügt es sich in die bunte Wildblumenwiese ein und wird Teil der Landschaft. Dabei kommt ein weiteres architektonisches Merkmal des Gebäudes zum Tragen. Es sind Bauwerksspangen, die, wie schützende Arme, den oberen Geländeteil in ebene Wiese und vertiefte Rasenflächen unterteilen. Die in den Geländeeinschnitten ver­senkten Terrassen und Grünanlagen sind auf diese Weise vor neugierigen Blicken geschützt. Im Gegenzug bieten die ver­schiedenen Ebenen des Bauwerkes, seine Durchdringungen und Auskragungen den Bewohnern ein reizvolles mehrdimen­sionales architektonisches Erlebnis. Räume, die im oberen Grundstück versenkt sind, liegen gleichzeitig weit über dem unteren Grundstücksteil. Sie sind Souterrain und Balkon zu­gleich.


Auf Energieeffizienz getrimmt

Das Bauwerk ist in großen Teilen bis zu vier Meter tief in den Felsen eingearbeitet. Im Bereich der vorgehängten hinterlüfteten Schieferfassade sind die Wände mit 15 cm Mineralwolle gedämmt; das Dach wurde zweilagig mit Zwischen- und Untersparren­dämmung mit 26 + 10 cm Mineralwolle ausgerüstet. Das Gebäude wird fast ganzjährig mit einer Klima- und Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und Heizregister betrie­ben. Eine kleine Solaranlage sorgt für warmes Brauchwasser. Nur an wenigen, sehr kalten Tagen im Jahr werrde eine Fußbodenheizung zugeschaltet.

Eingehüllt in Schiefer und Kupfer

Dächer und Fassaden mit InterSIN-Schiefer sind sehr haltbar. Dieser qualitativen Vorgabe folgt auch die Bautechnik an die­sem Bauwerk. Oberhalb der voll gedämmten Sparren wurde im ersten Schritt eine vollflächige Winddichtung angeordnet, da­rüber eine Konterlattung und darauf eine Nut-Feder-Vollscha­lung. Als Vordeckung wählte der Bauherr eine 4 mm dicke Po­lymerbitumenbahn. Darauf wurden die 60 x 30 cm großen Schiefersteine als Rechteck-Doppeldeckung mit Kupfernägeln fixiert. Das kleinere Süddach ist mit grün patiniertem Kupfer gedeckt.

Die Schieferfassade basiert auf einer Holzunterkonstruktion aus Konstruktionsvollholz (KVH) mit den Maßen 60 x 140 mm. Diese Hölzer sind mit Edelstahlwinkeln geringfügig auskragend an den Stahlbetonwänden ausgerichtet und fixiert. Zwischen den Hölzern liegen 150 mm Mineralwolle. Der Schichtenaufbau der Fassade entspricht der Konstruktion des Daches. Entspre­chend der gewünschten Dynamik der Fassaden wurden die 60 x 30 cm großen Schiefer wie eine Waagerechte Deckung, allerdings mit steigenden Gebinden verarbeitet. Die Fußlinien der Schiefergebinde von Dach (Rechteck-Doppeldeckung) und Fassade (Waagerechte Deckung) gehen dabei am Ortgang exakt ineinander über.


Im Eingangsbereich, an der östlichen Fassade, kombinierte der Architekt die Schiefer­fläche im Bereich der Fensterbänder reizvoll mit Kupfer. Durch die extravagante Ge­staltung des Gebäudes entstehen auch Fassadenflächen, die über Kopf hängen. Die Schiefer dieser Fassadenflächen wurden zusätzlich mit Edelstahlschrauben gesichert.


BAUTAFEL: Einfamilienhaus in Krakau

  • Architekten: Przemysław Olczak, Mobius Architecture, Krakau
  • Dachdecker: DDM Wojciech Mazur
  • Schiefer: Dach: Rechteck-Doppeldeckung 60 x 30 cm, Fassade: Waagerechte Deckung 60 x 30 cm, InterSIN blaugrau, Rathscheck Schiefer

Weitere Informationen zu InterSIN-Schiefer können per E-Mail an Rathscheck angefordert werden.

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