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Katastrophe sehenden Auges? Anhörung zu Stuttgart 21 am 6. Mai in Berlin


  

(29.4.2015) Der ehemalige Bahndirektor und Spezialist für Hochgeschwindigkeitsverkehr Sven Andersen bewertet das Bahnprojekt Stuttgart 21 (S21) als ein „ewiges Sicherheits­risiko“. In der stern-Ausgabe Nr. 19 vom 30.4.2015 sagte er: „Man konstruiert eine Katastrophe sehenden Auges, das ist verbrecherisch, was hier passiert.“

Fünf Jahre nach dem offiziellen Baubeginn ist Deutschlands teuerste Baustelle - S21 soll nach derzeitigem Stand 6,8 Mil­liarden Euro kosten - weiterhin politisch umstritten. Und so haben zum ersten Mal in der Berliner Parlamentsgeschichte Linke und Grüne einen gemeinsamen Antrag (18/3647) einge­bracht: Am 6. Mai gibt es eine öffentliche Anhörung des Ver­kehrsausschusses, um „offene Fragen zum Bahnhofsprojekt aufzuklären“. Dabei geht es unter anderem um ...

  • die starke Neigung der Bahnsteige,
  • die umstrittene Kapazität des Tiefbahnhofs und natürlich
  • die Baukosten: Die Regierung soll dafür Sorge tragen, dass die aktuelle Kosten­entwicklung des Projektes kurzfristig offengelegt und eine neue Kosten-Nutzen-Berechnung durchgeführt wird. Die Kosten von Stuttgart 21 hätten sich bereits vor dem offiziellen Baubeginn im Vergleich zu den ursprünglichen Kostenannah­men erheblich erhöht und seien seit dem Baubeginn am 2. Februar 2010 um wei­tere 50 Prozent angestiegen, schreiben die Fraktionen zur Begründung.

Als Sachverständige sind geladen: Klaus-Jürgen Bieger (Brandschutzbeauftragter Deutsche Bahn AG), Florian Bitzer (Leiter Technische Fachdienste DB Projekt Stutt­gart Ulm GmbH), Volker Kefer (Deutsche Bahn AG), Manfred Leger (DB Projekt Stutt­gart-Ulm GmbH, I.G.), Matthias Lieb (Verkehrsclub Deutschland Baden-Württemberg e.V.), Arno Luik (Journalist) und Professor Ullrich Martin (Direktor des Instituts für Eisenbahn- und Verkehrswesen).


Modell vom neuen Bahnhofsgelände mit dem Blick auf das Dach des neuen Tiefbahnhofs - aufgenommen im Turmforum im Hauptbahnhof Stuttgart (Bild vergrößern)

Hintergrund: Der geplante Bahnhof in Stuttgart wird zwölf Meter tief unter der Erde auf einem riesigen Trog liegen. Weil unter ihm S- und U-Bahnen verlaufen, hat dieser Trog eine starke Neigung: Auf die Länge eines ICE-Zugs wird er um 6,20 Meter anstei­gen. In der Geschichte des weltweiten Eisenbahnbaus ist das einmalig. Kein Bahnhof dieser Größe, schon gar kein Neubau, weicht so sehr von der empfohlenen Sicher­heitsnorm ab - und zwar um das Sechsfache. Die Bahn weist Zweifel an der Sicher­heit von S21 zurück.

Seit Anfang 2014 werden in Stuttgarts Untergrund Tunnel gebohrt. Für S21 ist ein Tunnelsystem von 62 Kilometern nötig. Mitte April 2015 waren  3.875 Meter ausgeho­ben, so der Sprecher des S21-Büros der Deutschen Bahn zum stern. Wenn es in die­sem Tempo weitergeht, dürfte der Tiefbau zu Stuttgart frühestens 2035 fertiggestellt sein. Der S21-Sprecher weist eine solche Hochrechnung zurück. Man liege „im Plan“ und werde „alle Tunnel im Rohbau“ bis 2019 fertiggestellt haben.

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