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Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (VEA): Deutscher Gasmarkt ohne Wettbewerb

(26.11.2002) Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (VEA), Hannover, legt seinen neuesten Erdgaspreisvergleich vor. Ernüchterndes Fazit der Studie: Verbraucher und Wirtschaft müssen nach wie vor auf marktgerechte Erdgaspreise warten. Das Gaspreisniveau wird lediglich durch die Heizölbindung und nicht vom Markt bestimmt. "Ein Gas-zu-Gas-Wettbewerb findet in Deutschland im Endkundenmarkt bisher nicht statt", so Dr. Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA. Nach wie vor erhielten Kunden kaum Angebote anderer Anbieter. Daher kann auch vier Jahre nach der Liberalisierung des deutschen Erdgasmarkts von Wettbewerb keine Rede sein.

In der aktuellen VEA-Studie mit Preisstand Oktober 2002 sind 40 Versorgungsunternehmen untersucht worden. Im Jahresvergleich sind die Gaspreise für industrielle Sondervertragskunden durchschnittlich um 9 Prozent gesunken. Ursache für die Senkung waren jedoch ausschließlich die um 10 Prozent günstigeren Heizölpreise, an die der Gaspreis in Deutschland gekoppelt ist. Trotz der Preissenkung gehören die deutschen Gaspreise nach wie vor zu den höchsten in Europa. Der günstigste Anbieter in Deutschland ist wie schon vor sechs Monaten EWE Oldenburg, während die Kunden im angrenzenden Versorgungsgebiet der swb Enordia, Bremen, für das Gas rund ein Drittel mehr zu bezahlen haben. "Eine solche Diskrepanz in benachbarten Versorgungsgebieten ist durch nichts zu rechtfertigen", so Stuke. "Das ist der Beleg, dass auch die erst kürzlich in Kraft getretene Verbändevereinbarung Gas II die verkrusteten Monopolstrukturen auf dem deutschen Gasmarkt nicht aufbrechen kann. Ihre Regelungen sind absolut ungeeignet, dem Wettbewerb zum Durchbruch zu verhelfen."

Ein Großteil der Versorgungswirtschaft habe bis heute die jeweiligen Durchleitungskosten noch nicht veröffentlicht. Die damit einhergehende Transparenz sei für den Wettbewerb unerlässlich. Aber auch die vereinbarten Regelungen seien insgesamt intransparent, zu kompliziert und in der Praxis häufig diskriminierend. Größtes Manko für den Wettbewerb: Mit Hilfe überhöhter Netzkosten verteuert eine Vielzahl von Gasversorgern Angebote Dritter künstlich. Deren Angebote werden damit so unattraktiv, dass die Verbraucher auf die eigentlich teureren Vorortversorger zurückgreifen müssen. Hier ist nach Ansicht des VEA die Politik gefordert, da ohne eine Regulierungsinstanz ganz offensichtlich keine wirkliche Liberalisierung des Gasmarktes möglich ist.

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