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Fenster- und Fassadenmarkt muss weitere Einbußen hinnehmen

(21.12.2004) Wie in den Vorjahren muss der deutsche Fenster- und Fassadenmarkt auch 2004 und 2005 weitere Einbußen hinnehmen. Die erwartete Trendwende ist nicht eingetreten. Mit Rückgängen von voraussichtlich 2,5 Prozent in diesem Jahr und 3,7 Prozent in 2005 bleibt der Markt hinter den optimistischeren Erwartungen des Frühjahrs zurück. Dies ist das Fazit des Herbstgutachtens des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller. Die baunahe Branche mit ihren über 50.000 Beschäftigten erwartet für 2004 einen Absatz von 12,9 Millionen Fenstereinheiten und für 2005 von 12,4 Millionen Fenstereinheiten. Im Vorjahr lag die Fensterproduktion noch bei 13,2 Millionen Fenstereinheiten. "Die schlechte Baukonjunktur, die hohen Rohstoffpreise und die Kürzungen bei der Eigenheimzulage haben optimistischen Erwartungen einen Strich durch die Rechnung gemacht", erklärte Dr. Thomas W. Büttner, Geschäftsführer des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller e.V. "Wir warten weiter auf ein Ende des Abwärtstrends. Noch ist die Talsohle nicht erreicht."


Mit den für 2005 prognostizierten 12,4 Millionen Fenstereinheiten hat sich das Volumen des deutschen Fenstermarkts in den letzten zehn Jahren mehr als halbiert. Vor Beginn der Baukrise hatte die Fensterproduktion 1995 mit 25,5 Millionen Fenstereinheiten ihren historischen Höchststand erreicht. Auf der folgenden langen Talfahrt musste der Wohnbau die stärksten Einbußen verzeichnen. Der derzeitige Rückgang betrifft dagegen alle Marktsegmente mit nur geringen Unterschieden. Allein der Wohnbau wird aufgrund der im letzten Jahr angedrohten Streichung der Eigenheimzulage in diesem Jahr voraussichtlich ein kleines Plus von 0,8 Prozent erreichen, für 2005 ist dagegen wieder ein Minus von 4,1 Prozent zu erwarten. Der ostdeutsche Markt wird mit einem erwarteten Minus von 4 Prozent in 2004 und 6 Prozent in 2005 stärker verlieren als der westdeutsche Markt, für den entsprechende Einbußen von 2,2 Prozent und 3,3 Prozent erwartet werden.


Alle Rahmenmaterialien für Fenster müssen in diesem und im nächsten Jahr Rückgänge hinnehmen, wobei Kunststoff geringere Einbußen als Holz und Aluminium hinnehmen muss. Der Anteil der einzelnen Rahmenmaterialien am Gesamtmarkt verändert sich dadurch nur geringfügig.

  • Der Anteil von Fenstern und Fassaden aus Aluminium, die im Nichtwohnbau dominieren, sinkt von 19,5 Prozent im Jahr 2003 auf erwartete 18,7 Prozent in diesem Jahr. Im Jahr 2005 wird ihr Anteil voraussichtlich 18,8 Prozent betragen.
  • Der Holzanteil sinkt von 21,4 Prozent in 2003 auf voraussichtlich 21,3 Prozent in diesem Jahr. Für 2005 werden 20,8 Prozent prognostiziert.
  • Kunststoff wird voraussichtlich seinen Anteil von 54,4 Prozent in 2003 auf 55,4 Prozent in diesem und auf 55,8 Prozent im nächsten Jahr steigern.
  • Holz-Aluminium geht von 4,7 Prozent im letzten auf erwartete 4,6 Prozent in diesem und im nächsten Jahr zurück.

"Leider konnten sich die guten Tendenzen vom Frühjahr im Markt nicht durchsetzen. Die negativen Faktoren sind zu stark. Unter dem Strich müssen wir für 2004 sogar noch mit weiteren Verschlechterungen rechnen. Wir nehmen diese Marktentwicklung zum Anlass, unsere qualitative Leistungsfähigkeit noch stärker herauszustellen. Moderne Fenster sind erstklassige Energiesparer. Gerade angesichts der hohen Ölpreise lohnt sich jetzt der Neueinbau von Fenstern. Davon müssen wir Renovierer und Bauherren überzeugen. Nur so können wir den Negativtrend brechen", so Dr. Thomas W. Büttner.

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zur Erinnerung: Eine Fenstereinheit entspricht 1,69 Quadratmeter

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