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Kleines Klimageräte-ABC

(28.7.2005) Der Sommer bedeutet für viele raus in die Natur, laue Abende im Biergarten oder einfach Urlaub. Er bedeutet aber auch oftmals hohe Temperaturen mit unerträglicher Hitze und Schwüle, im Büro oder zu Hause, gereizte Mitmenschen und der dringende Wunsch nach Abkühlung. Klimaanlagen in Einkaufszentren, kleineren Geschäften oder auch im Büro laufen auf Hochtouren, ein zweischneidiges Schwert: Oft ist die Kühlleistung höher eingestellt als von Herstellern und Klimaexperten empfohlen und der Körper reagiert mit einer Sommergrippe auf die zum Teil extremen Temperaturunterschiede zwischen innen und außen.

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Bild aus der Meldung "Heiße Sommernächte richtig genießen" vom 10.5.2005

Angenehme und richtig temperierte Kühle kann andererseits sehr wohltuend sein. Der Körper hat wieder Energieressourcen frei, die er ansonsten für die eigene Kühlung aufwenden muss. Konzentration und Leistungsfähigkeit steigen und der Mensch fühlt sich besser. Dieses Klimageräte-ABC soll aufzeigen, worauf man beim Kauf eines Klimagerätes achten soll und wo der "Hase begraben liegt", wenn es nicht funktioniert. Schließlich informiert man sich gerne vor jeder größeren Anschaffung und kauft nicht gleich den erstbesten Kühlschrank, der im Angebot ist.

Leistungsbestimmung eines Klimagerätes

Die erste Frage, die man sich stellen muss, ist, welche Kühlleistung für welchen Raum benötigt wird. Es gibt Geräte mit unterschiedlicher Kühlleistung und am besten beraten ist jeder Interessent durch spezialisierte Fachfirmen. Diese berechnen den Bedarf nach individuellen Vorgaben. Als Faustformel für die private Nutzung gilt: ungefähr 60 Watt pro Quadratmeter. Für die Klimatisierung eines 30 qm großen Raumes benötigt man folglich circa 1800 Watt. Es kann passieren, dass es kein Klimagerät mit exakt dieser Leistung gibt, dann empfiehlt es sich, das nächst größere, wie beispielsweise 2,1 kW oder 2,5 kW, zu nehmen. Im gewerblichen Bereich fliesen viele ergänzende Faktoren ein wie Frequentierung durch Personen, Abwärme von Geräten und Maschinen oder bauliche Gegebenheiten, so dass eine Faustformel hier nicht sinnvoll ist.

Gerätebauarten

  • Mobile Klimageräte (einteilig)

Vor allem in der heißen Jahreszeit werden die mobilen oder kompakten Klimageräte in den Baumärkten oder im Versandhandel angeboten. Sofort und ohne Montage einsetzbar, verführen sie zum schnellen Kauf, obwohl sie nicht immer ganz billig sind. Ein Nachteil dieser Geräteart kann die hohe Geräuschentwicklung durch die Kältemaschine sein, die sich im Gehäuse, also im zu klimatisierenden Raum befindet.

Die Funktionsweise ist denkbar einfach: Mobile Geräte entziehen der Raumluft Wärme und transportieren sie durch einen Schlauch ins Freie, der durch ein angelehntes Fenster oder die Tür geführt werden muss. Offene oder gekippte Fenster lassen aber warme Luft auch wieder herein und die eigentliche Kühlung des Raumes findet nicht in dem Maße statt, wie es die Leistung des Klimagerätes eigentlich erwarten ließe. Das Ergebnis ist eine meist unbefriedigende Kühlleistung und der Stromverbrauch der Geräte wird dadurch noch höher.

Bei der Kühlung eines Raumes wird außerdem die Luftfeuchtigkeit verringert, was zu einem Frischeempfinden führt. Das bei diesem Vorgang anfallende Kondenswasser wird im Gerät gesammelt und muss von Zeit zu Zeit manuell entleert werden.

  • Fenstergeräte (einteilig)

Diese ebenfalls kompakten Klimageräte werden direkt in der Wand eingebaut. Der Wanddurchbruch entspricht dem Querschnitt des Gerätes. Es wird in diesen Ausschnitt hinausgeschoben und befindet sich teils im und teils außerhalb des Raumes. Hierbei ist ein enormer Wanddurchbruch erforderlich, der durchaus einer Größenordnung von 45 x 40 cm entsprechen kann. Die Geräuschentwicklung liegt hier durch die kompakte Bauweise höher als bei anderen Geräten.

  • Split-Geräte (zweiteilig)

Bei dieser Bauart ist das Klimagerät in zwei Teile aufgeteilt: ein Außengerät mit Kältemaschine und ein Innengerät, das im zu klimatisierenden Raum angebracht ist. Die Verbindung dieser beiden Teile stellt beispielsweise eine isolierte Kupferrohrleitung her. Im Kühlbetrieb filtert, kühlt und entfeuchtet das Innengerät die Raumluft. Dazu fließt ein Kältemittel durch die Anlage. Es verdampft im Innengerät, wird dabei gasförmig und nimmt die Wärme des Raumes auf. Durch die Rohrleitung gelangt es zum Außengerät, wo es als Wärme an die Außenluft abgegeben wird. Das Kältemittel verflüssigt sich wieder und fließt über eine zweite Rohrleitung zurück in das Innengerät. Dieser Kreislauf ist so lange aktiv, bis das gewünschte Raumklima erreicht ist.

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Grafik: © Daikin Airconditioning Germany GmbH

Durch die räumliche Trennung bietet diese Bauart den höchsten Komfort hinsichtlich der Luftführung und der Geräuschentwicklung. Die Geräteverbindung zwischen dem Innen- und Außengerät sollte von einer spezialisierten Fachfirma übernommen werden. Der zeitliche Aufwand für Einbau und Montage bewegt sich in der Regel zwischen drei bis fünf Stunden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die einzelnen Gerätetypen sich nur schwer miteinander vergleichen lassen. Mag das Prinzip der Kühlung bei allen Geräten gleich sein, so unterscheiden sie sich doch durch Bauweise, Leistung, Komfort, Energieverbrauch und Kühlergebnis. Daher ist eine Testreihe, wie erst kürzlich in der Juni Ausgabe der Zeitschrift "Stiftung Warentest" erschienen, nicht sehr aussagekräftig.

Energieverbrauch

Hilfestellung in Sachen Energieeffizienz leistet das durch EU-Recht genormte Energylabel, mit dem seit Dezember 2004 auch Raumklimageräte gekennzeichnet werden. Es informiert den Verbraucher über den Stromverbrauch der Geräte, wie er es von Kühlschrank oder Waschmaschine kennt: Ein "A" steht für energieeffizienten Verbrauch, ein "G" dagegen für hohen Stromverbrauch und höhere Kosten. Wer sich also für eine Klimatisierung entscheidet, sollte unbedingt auf das Energylabel achten und sich an den Geräten mit Klasse "A" orientieren.

Im Fazit des renommierten Hauses Stiftung Warentest ist nur von hohem Energieverbrauch der Klimageräte die Rede, das Energylabel wird dabei mit keinem Wort erwähnt. Wichtiger Hinweis für das Ergebnis ist, dass keines der getesteten Geräte mit einer effizienten Energieklasse ausgezeichnet ist.

zur Erinnerung: Die Energieeffizienzgröße ist für die jeweilige Energieklasse "A" bis "G" vorgegeben, bei der besten Klasse "A" sind nach oben aber keine Grenzen gesetzt. So ist der vorgeschriebene europäische Normwert (EN14511) "A" = 3,2. Moderne Split-Klimageräte erreichen auch Spitzenwerten von 4,03 - Werte, die nicht mehr klassifiziert werden, da es ein "A+" noch nicht gibt. (siehe auch Beiträge "Initiative EnergieEffizienz rät zum stromeffizienten Umgang mit Klimaanlagen vom 5.7.2005 sowie "Fachinstitut Gebäude-Klima: 'Vorsicht bei Billig-Klimageräten' vom 18.6.2005)

Heizen mit Klimageräten

Wir kennen den Effekt vom Kühlschrank: Innen kalt und die Rückseite ist warm bis heiß. Ähnlich funktioniert es beim Klimagerät. Das Außengerät entzieht der Umgebungsluft die darin enthaltene Wärme, verdichtet diese und beheizt damit die Luft im Innenraum. Diese Art der Heizung ist insbesondere für die Übergangszeit oder für wenig genutzte Räume auch im Winter empfehlenswert. Eine optimale Lösung also für die kalten Mai- oder Septembertage, wenn die Zentralheizungsanlage nicht mehr oder noch nicht läuft und sich die wohlige Wärme im Büro oder zu Hause nicht einstellen will. Hier kann ein Split-Klimagerät mit Wärmepumpenfunktion schnell Abhilfe schaffen. Sie sind nicht grundsätzlich mit dieser Funktion ausgestattet, deshalb ist beim Kauf darauf zu achten. Die Klimaanlage mit Wärmepumpenfunktion gibt es meist schon gegen einen geringen Aufpreis.

Betriebskosten

Die Angabe der Energieeffizienz gibt Aufschluss über den voraussichtlichen jährlichen Energieverbrauch in kWh für den Kühlbetrieb pro Gerät. Ist beispielsweise die Energieeffizienz "A" mit 310 kWh/Jahr angegeben, ergeben sich daraus folgende Kosten:

310 x 0,125 (Strompreis pro kWh)
37,75 Euro (jährliche Betriebskosten).

Ein Klimagerät mit Energieeffizienz "G" hingegen, würde jährlich Betriebskosten von 78,00 Euro erfordern.

Geräuschentwicklung

Je höher die Temperaturen im Wohn- oder Schlafraum steigen, desto höher ist auch die Bereitschaft, lautere Klimageräte zu akzeptieren. Besser laut aber kühl als wach und schwitzen ist das Motto. Dass alle Klimageräte laut sind, ist jedoch ein Trugschluss. Der Fachmann empfiehlt, dass im Wohnraum die Geräuschentwicklung durch die Klimageräte mehr oder weniger den vorhandenen Geräuschpegel bei Nacht nicht erhöhen sollte. Das entspricht einer Geräuschentwicklung von max. 22 - 25 dB(A) Schalldruck. Zum Vergleich: Blätter rascheln im Wind bei etwa 25 Dezibel, eine moderne Split-Klimaanlage läuft im Normalbetrieb mit etwa 20 Dezibel.

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Je nach Modell und Funktionen unterscheiden sich die Klimageräte zum Teil wesentlich voneinander. Die mobilen, einteiligen Geräte sind meist größer und benötigen mehr Platz als zweiteilige Geräte, da die gesamte Technik innerhalb eines Gehäuses untergebracht ist. Die Split-Klimageräte sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich, werden meist Platz sparend an der Wand angebracht und sorgen dezent und formschön für das richtige Klima.

Wo kauft man Klimageräte

Im Gegensatz zum südlichen Europa, wo Klimageräte überall verkauft werden wie hier in Deutschland Stereoanlagen oder Kühlschränke, ist der Kauf, insbesondere der hochwertigen Split-Klimageräte, nur über den Kälte-Klima-Fachhandel oder -installateur möglich. Das Internet bietet Hilfe für die Wahl des richtigen Klimageräteherstellers und der regionalen Verkaufshäuser bzw. Installationsbetriebe. Spezialisierte Klimagerätehersteller, wie beispielsweise Daikin, bieten zudem den Service der kostenlosen, persönlichen Beratung zu Hause an. Die Geräte können in der vertrauten Umgebung "angehört" und optisch besser beurteilt werden.

Zufriedenheit

Wer sich im Vorfeld gut und an richtiger Stelle informiert und sich vom Fachmann beraten lässt, wird viel Freude mit der eigenen Klimaanlage haben. So sprachen sich 76 Prozent aller Besitzer von Split-Klimageräten für eine verbesserte Lebensqualität durch diese Geräte aus (repräsentative Umfrage GfK für Daikin, Mai 2005).

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