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Guidehouse/ES-SO-Studie zum automatisierten Sonnenschutz als Klimaschutz

(11.4.2022) Neue Studienergebnisse kommen zu dem Schluss, dass es höchste Zeit sei, automatisierten Sonnenschutz in der EPBD (European Energy Performance of Buildings Directive = EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden) verpflichtend vorzuschreiben. Smarter Sonnenschutz habe das Potential, bis 2050 die Kühl­energie in Gebäuden um etwa 60% zu reduzieren - gleichbedeutend mit Einsparungen von 100 Mio. Tonnen CO₂ und 285 Mrd. Euro, so die Essenz einer wissenschaftlichen Studie des Guidehouse-Instituts, das die positiven Auswirkungen des Einsatzes von Sonnenschutz mit denen von Klimaanlagen in Gebäuden vergleicht. Nach Angaben der europäischen Dachorganisation für die Sonnenschutz-Industrie „ES-SO“ und ihrem deutschen Mitgliedsverband IVRSA e.V. belegt die Studie, dass Gebäude mit automatisiertem Sonnenschutz klimaresistent und energieeffizient zugleich gestaltet werden können. Grund genug, dass ES-SO und IVRSA darauf drängen, die Guidehouse-Studie in die EPBD einfließen zu lassen.

Bild © ES-SO 

Kampfansage an die Überhitzung von Gebäuden

Automatisierter Sonnenschutz ist nach Überzeugung der ES-SO das beste Mittel gegen den Klimawandel und Teil einer strukturellen Lösung. Mit den Erkenntnissen der Guidehouse-Studie drängt ES-SO die EU-Gesetzgeber, Sonnenschutz unbedingt Vorrang einzuräumen, um Gebäude vor Überhitzung zu schützen – noch vor aktiver Kühlung durch den Einbau von Klimaanlagen.

ES-SO-Präsident Anders Hall konstatiert: „Mit einem Anteil von 40% sind aktuell Gebäude die größten Energieverbraucher in Europa. Sie verursachen auch 36% aller Treibhausgas-Emissionen. Die beeindruckenden Ergebnisse der Guidehouse-Studie zeigen: Das Potential für Energieeinsparung durch die Reduzierung der Kühllast von Klimaanlagen beträgt 60% bis zum Jahr 2050. Wir dürfen also keine Zeit verlieren, Sonnenschutz als vorrangigste Lösung im Kampf gegen die Überhitzung von Gebäuden zu nutzen. Wir sehnen uns doch alle nach einer Zukunft, in der Gebäude klimaresistenter und weniger energieabhängig sind.“

Sonnenschutz versus Klimaanlagen

Die Folge des Klimawandels sind höhere Temperaturen und länger anhaltenden Hitzewellen. So lautet die Prognose, dass die Anzahl von Gebäuden mit Klimaanlagen um 60% steigt. „Guidehouse“, weltweite Beratungsgesellschaft von öffentlicher Hand und Wirtschaft, stellt in seiner Studie die Auswirkungen des Einsatzes von Sonnenschutz und die des Einbaus von Klimaanlagen in Gebäuden gegenüber. Die Simulation verschiedenster Szenarien zeigt deutlich: Setzt man smarten Sonnenschutz als erste Maßnahme noch vor der üblichen aktiven Kühlung („bevorzugtes Szenario“) ein, kann die steigende Zahl an Gebäuden mit Klimaanlagen bis 2050 gestoppt werden.

Dynamischer Sonnenschutz kann den steigenden Bedarf an Klimaanlagen stoppen (Quelle: Solar shading, Guidehouse Germany GmbH, 5 November 2021) 

Die positiven Auswirkungen von Sonnenschutz

Die Ergebnisse der Guidehouse-Studie zeigen, dass automatisierter Sonnenschutz gleich in mehrfacher Hinsicht einen positiven Einfluss hat - nicht nur auf unseren Planeten Erde, sondern auch auf die Gesellschaft und die Menschen:

  • Planet Erde: Strategie der CO₂-Reduzierung
    Bis 2050 könnten insgesamt ca. 100 Mio. Tonnen*) an Treibhausgas-Emissionen vermieden werden. Dies zeigt das „bevorzugte Szenario“ der Guidehouse-Studie. CO₂-Emissionen von 100 Mio. Tonnen repräsentieren den jährlichen CO₂-Ausstoß von 22 Millionen Autos.
    *)  Die CO₂-Werte sind in Einklang mit den Schätzungen der EPBD (European Energy Performance of Buildings Directive = EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden) und stützen sich auf das „Klimaziel 2030“ der Europäischen Kommission.
      
  • Gesellschaft: Strategie “Energiesparen geht vor”
    Im „bevorzugten Szenario“ kann Sonnenschutz 60% derjenigen Energie im Gebäudebestand einsparen, die zur Raumkühlung benötigt wird. Laut Guidehouse-Studie ist diese Einsparung (ca. 870 Terawatt-Stunden Elektrizität) in etwa gleichbedeutend mit dem Energieverbrauch von Spanien und seinen 47 Millionen Einwohnern.
      
  • Menschen: Strategie der Kosteneffizienz
    Die Studie zeigt, dass Investitionen in Sonnenschutz weit kosteneffizienter sind als aktive Kühlung von Innenräumen mit Hilfe von Klimaanlagen. Sonnenschutz könnte bis zum Jahr 2050 bis zu 285 Mrd. Euro einsparen. Das entspricht dem Bruttoinlandsprodukt von Finnland und Luxemburg zusammen.

Shady Attia, Professor für nachhaltige Architektur und Gebäude-Technik an der Universität Lüttich (Belgien), stellt fest, dass Sonnenschutz einen enormen Beitrag zum Europäischen Green Deal leisten kann: „Heute sind weniger als 50% aller Gebäude in Europa mit Sonnenschutz ausgerüstet - und davon ist der größte Teil nicht automatisiert. ... Die Ergebnisse der Guidehouse-Studie bestätigen meine Überzeugung, dass Sonnenschutz eine viel bessere Lösung für unseren Planeten ist als der Einbau von Klimaanlagen. Um Gebäude klimaresistenter und gleichzeitig energieeffizienter zu gestalten, müssen wir daher dringend automatisierten Sonnenschutz von Beginn an in die Planung einbeziehen.“

62% Energieeinsparung bis 2050 bei Einbau von Sonnenschutz in alle Gebäude, die Kühlung benötigen („bevorzugtes Szenario“) (Quelle: Solar shading, Guidehouse Germany GmbH, 5 November 2021) 

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