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Parkhaus wird Wohnraum: Umbau und Holzaufstockung an der Avenue Parmentier in Paris

(22.1.2026) Im 11. Arrondissement von Paris wurde ein ehemaliges Parkhaus aus den 1950er-Jahren in ein Wohngebäude mit 63 Einheiten umgebaut und aufgestockt. Erhaltene Betonstrukturen, eine öffenbare Doppelfassade und Holzbauweise prägen das Projekt von Atelier Téqui Architectes.

Die Bausubstanz blieb weitestgehend erhalten. Durch gezielte Rückbauten wurde sie jedoch so geöffnet, dass helle, durchlässige Wohnräume entstanden. (Bild: Schnepp Renou + Atelier Téqui Architectes) 

Wohnraum neu erschließen

Im 11. Arrondissement von Paris ist ein ehemaliges Parkhaus an der Avenue Parmentier 58–60 in ein Wohngebäude mit 63 Wohnungen umgewandelt worden. Der Umbau und die Aufstockung erfolgten auf Basis eines 2018 ausgelobten Architekturwettbewerbs. Das ursprünglich 1957 von Claude Béraud errichtete Gebäude war in den 1960er-Jahren schrittweise auf fünf Geschosse erweitert worden und wies eine für Parkhäuser dieser Zeit typische Konstruktion mit Halbgeschossen, Rampen sowie einem Tragwerk aus Stützen, Haupt- und Nebenträgern mit schlanken Betondecken auf.

Den Wettbewerb gewann Atelier Téqui Architectes mit einem Entwurf, der den weitgehenden Erhalt der bestehenden Betontragstruktur vorsah und diese um eine dreigeschossige Aufstockung in Holzbauweise ergänzte. Die zusätzliche Konstruktion wurde über Mikropfähle und neue Stützen gegründet, sodass die Lasten direkt in den Baugrund abgeleitet werden und der Bestand nicht zusätzlich beansprucht wird.

Die dreigeschossige Aufstockung in Holzbauweise bildet einen gelungenen Kontrast zur weiß gestrichenen Fassade des Bestandsgebäudes mit den horizontalen Fensterbändern. (Bild: Schnepp Renou + Atelier Téqui Architectes) 

Öffnung des Bestands und neue Durchlässigkeit

Zentraler Eingriff war der vollständige Rückbau der seitlichen Rampen sowie der partielle Abtrag ausgewählter Deckenbereiche. Dadurch entstanden Innenhöfe und Lufträume, die Tageslicht und natürliche Belüftung in das Gebäudeinnere bringen. Begrünte Höfe und Dachgärten übernehmen zudem Funktionen der Regenwasserbewirtschaftung und tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei.

Die straßenseitige Fassade zur Avenue Parmentier blieb in ihrer ursprünglichen Erscheinung erhalten, wurde jedoch zu einer funktionalen Doppelfassade weiterentwickelt. Die äußere, ungedämmte Bestandsfassade aus Sichtbeton wurde instandgesetzt, während dahinter eine gedämmte, vollständig öffenbare Ebene ergänzt wurde. Der dazwischenliegende Raum dient als Wintergarten und wirkt zugleich als Schall- und Klimapuffer.

Sowohl die gedämmte als auch die ungedämmte Ebene der Doppelfassade lassen sich flexibel von den Bewohnern öffnen. (Bild: Schnepp Renou + Atelier Téqui Architectes) 

Wohnungen mit Außenbezug

In drei Gebäudeteilen entstanden 63 Wohneinheiten mit zwei bis fünf Zimmern, darunter zwei Maisonette-Wohnungen. Fast alle Wohnungen verfügen über Wintergärten, Loggien oder Terrassen, im Erdgeschoss ergänzen private Gärten das Angebot. Sichtbar belassene Teile der ursprünglichen Tragstruktur erinnern an die frühere Nutzung des Gebäudes.

Glas-Faltwände aus Holz

Für die öffenbare innere Fassadenebene kamen insgesamt 18 Glas-Faltwände des Systems Woodline zum Einsatz. Die dreiteiligen Elemente lassen sich nach innen öffnen und je nach Einbausituation nach links oder rechts zu einem schmalen Paket zusammenfalten. Projektarchitektin Claire de Fraguier erläutert: „Sie ermöglichen großzügige, barrierefreie Übergänge und lassen Innen- und Außenraum nahtlos miteinander verschmelzen.” Zum Thema Schallschutz ergänzt sie: „Dank der optimalen Schall- und Wärmedämmung der Woodline-Faltwände konnten wir darüber hinaus den geforderten Lärmschutz in den Wohnungen sicherstellen – ein entscheidender Aspekt bei der Lage an der vielbefahrenen Avenue Parmentier.”

Die eingesetzten Glas-Faltwände bestehen aus Kiefernholz und stammen von Solarlux. Das System zählt zu den wenigen Glas-Faltwandlösungen aus Holz und ist auf großflächige Öffnungen bei gleichzeitig schlanken Rahmenprofilen ausgelegt.

Reinigung der Sandsteinböden im Englischen Bau des Heidelberger Schlosses mit nahezu drucklosem Heißwasserdampf. (Bild: Schnepp Renou + Atelier Téqui Architectes) 

Holz als prägendes Material

Neben der Konstruktion prägt Holz auch die Materialität des Projekts. Für die Fassaden der Aufstockung wurde überwiegend Lärche verwendet, in Wintergärten und Loggien kam Pappelholz zum Einsatz. In den Wohnungen wurde Eichen-Massivholzparkett verlegt, Dach- und Wandelemente bestehen aus Fichte. Fenster und Glas-Faltwände aus Kiefernholz bilden zusammen mit den Holzböden der Wintergärten eine einheitliche Materialwirkung.

Mit der Sanierung und Aufstockung des ehemaligen Peugeot-Parkhauses entstand ein Wohngebäude, das den Bestand weitgehend erhält, neue Wohnqualitäten schafft und sich in den Klimaplan der Stadt Paris einordnet.

Bautafel:

  • Projekt: Sanierung und Aufstockung des ehemaligen Peugeot-Parkhauses von 1957
  • Raumprogramm: 63 Wohnungen, 1 Gewerbeeinheit
  • Adresse: Avenue Parmentier 58-60, Paris (11. Arrondissement)
  • Bauherr: Quadral Promotion | Batigère Habitat
  • Entwurf und Bauleitung: Atelier Téqui Architectes
  • Umweltmaßnahmen: Klimaplan der Stadt Paris | Biobasiertes Gebäude
  • Grundfläche: 4.707 m², sanierter Teil: 2.886 m², Aufstockung: 1.821 m²
  • Wohnfläche: 4.313 m²
  • Wettbewerb: 2018
  • Bauzeit: 36 Monate
    Fertigstellung: 2025

Weitere Informationen können per E-Mail an Solarlux angefordert werden.

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