Warmwasser nach Maß im Denkmal: Historisches Hotel meistert Stoßzeiten mit dezentraler Technik
(9.2.2026) Das Hotel Wyndberg in Lüneburg wurde unter strengen Denkmalschutzauflagen saniert und technisch modernisiert. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1438 und verfügt heute über 25 Gästezimmer sowie ein Restaurant. Im Zuge der Sanierung wurde die Warmwasserversorgung vollständig dezentral ausgeführt.
In jedem Gäste-Badezimmer ist ein elektronischer Durchlauferhitzer vom Typ DSX Touch mit einer Leistung von 24 kW installiert. Die Geräte erzeugen Warmwasser direkt im Durchfluss und kommen ohne zentrale Speicherlösung aus. Dadurch konnte die zentrale Heizungsanlage schlanker ausgelegt werden, was die Gesamteffizienz des Systems erhöht.
Die Durchlauferhitzer sind platzsparend in den Unterschränken der Waschbecken untergebracht und von außen nicht sichtbar. Die Bedienung erfolgt über eine Funkfernbedienung, mit der die gewünschte Duschtemperatur präzise eingestellt werden kann. Da das Wasser unmittelbar erwärmt wird, steht Warmwasser jederzeit in konstanter Temperatur zur Verfügung. Temperaturschwankungen oder ein Leerlaufen von Speichern treten nicht auf.
Die eingesetzte Technik trägt zudem zur Energieeinsparung bei und erfüllt die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes. Durch die bedarfsgerechte Erwärmung wird nur dann Energie eingesetzt, wenn tatsächlich Warmwasser benötigt wird.
Messungen zur elektrischen Last
Im Vorfeld bestanden Bedenken hinsichtlich möglicher Lastspitzen durch die elektrische Warmwasserbereitung. Rechnerisch könnten 25 Durchlauferhitzer eine Anschlussleistung von bis zu 600 kW erreichen. Um die tatsächliche Situation zu bewerten, wurden während der Hochsaison im August Stromlast-Messungen durchgeführt.
Die Auswertung zeigte, dass die Geräte nur zu einem geringen Teil gleichzeitig betrieben werden. Für eine Dusche mit 38 °C und einem Durchfluss von zehn Litern pro Minute werden etwa 16 kW benötigt. Die gemessene maximale Gesamtlast aller Verbraucher im Objekt lag zu Stoßzeiten bei 61 kW, was einer Gleichzeitigkeit von rund neun Prozent entspricht. Die durchschnittliche Last betrug etwa 10 kW.
Warmwasserversorgung im Bestand
Das Projekt zeigt, dass sich eine dezentrale Warmwasserversorgung auch in historischen Gebäuden umsetzen lässt. Die Kombination aus Denkmalschutz, zeitgemäßem Nutzungskomfort und energetischen Anforderungen konnte im Hotel Wyndberg miteinander verbunden werden. Die Lösung eignet sich damit nicht nur für Neubauten, sondern auch für die Sanierung bestehender Hotelgebäude.
Weitere Informationen können per E-Mail an Clage angefordert werden.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
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siehe zudem:
- Warmwasserbereitung und Warmwasserspeicher im Sanitärtechnik-Magazin bei Baulinks
- Literatur / Bücher zu den Themen Sanitärinstallation, Sanitärtechnik und Heizung bei Baubuch / Amazon.de
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