ZVEH-Frührjahrskonjunkturumfrage 2026: Rückgang bei wichtigen Konjunkturindikatoren
(24.2.2026) Die ZVEH-Frühjahrskonjunkturumfrage zeigt weitere Verschlechterungen gegenüber Herbst 2025. Die Stimmung trübt sich weiter ein, Auftragspolster schmelzen und die Betriebe gehen von einer Verschlechterung der weiteren Geschäftslage aus. Der Geschäftsklimaindex der E-Handwerke sank nochmals – von 68,8 Punkten im Herbst 2025 auf aktuell 65,6. Somit zeigt der Geschäftsklimaindex den tiefsten Stand einer regulären ZVEH-Konjunkturerhebung seit über 15 Jahren.
Alexander Neuhäuser, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH): „Der konjunkturelle Abwärtstrend bei unseren Innungsbetrieben hat sich leider verstetigt, da wichtige Impulse ausbleiben.” Die allgemeine Wirtschaftskrise in Deutschland wirke sich weiterhin auch auf das größte Ausbau- und Klimahandwerk aus.
Rückgänge in bisherigem Wachstumsfeld
Grund für die Verschlechterung fast aller Konjunkturindikatoren ist unter anderem, dass der Neubau-Bereich sich nur langsam erholt und dass das Geschäftsfeld der Erneuerbaren Energien schwächelt. „Wer Wirtschaft und Energiewende gegeneinander ausspielt, hat nicht verstanden, dass die Energiewende ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist”, so der ZVEH-Hauptgeschäftsführer. „Ob es um den Aufbau Erneuerbarer Energien geht, um den Umstieg auf Elektromobilität oder um ein unmissverständliches Bekenntnis zu einem CO₂-Preis statt Klein-Klein, Regulierung und Verboten – die Bundesregierung bleibt eine klare Handschrift in der Energiepolitik weiter schuldig und verunsichert damit Investoren in für die E-Handwerke wichtigen Geschäftsfeldern.”
Umfrage unter 1.641 E-handwerklichen Betrieben
Die aktuelle Geschäftslage wird etwas schlechter beurteilt als noch im Herbst 2025. Gaben damals noch 47,5 % der Umfrageteilnehmer an, die Geschäftslage sei gut, sind es jetzt nur noch 44,9 %. Gleichzeitig bewerten nun 13,7 % ihre Situation als schlecht (Herbst 2025: 10,0 %).
Rückgang der Auftragsvorläufe
Die Auftragspolster schmelzen langsam ab und die Spreizung zwischen Betrieben mit weiterhin hohem und niedrigem Vorlauf nimmt zu. So verfügen aktuell 13,7 % der Umfrageteilnehmer über Aufträge von bis zu 14 Tagen (Herbst 2025: 11,9 %) und 21,3 % über einen Auftragsvorlauf von zwei bis vier Wochen (Herbst 2025: 18,7 %).
Eine Erklärung für die mehrheitlichen Rückgänge bei den Auftragsvorläufen könnte sein, dass die Nachfrage in wichtigen Segmenten abgenommen hat. So sind die Umsatzanteile in den Geschäftsfeldern „Neubau” im Frühjahr 2026 mit 11,9 % gegenüber Herbst 2025 mit 12,3 %, „Sanierung” (Frühjahr 2026: 20,6 %; Herbst 2025: 21,1 %) und „Erneuerbare Energien” (Frühjahr 2026: 6,8 %; Herbst 2025: 7,3 %) erneut gesunken.
Weniger Stellen, weniger Beschäftigte
Die zunehmende Unsicherheit in den Betrieben schlägt sich auch auf die Zahl der offenen Stellen nieder – ebenfalls ein wichtiger Konjunkturindikator. Wie schon im Herbst, als 46,5 % der Befragten offene Stellen vermeldeten, liegt die Einstellungsbereitschaft trotz absehbar anhaltend hohen Fachkräftebedarfs mit 46,0 % erneut unter der 50-%-Marke. Dies zeige eine negative Beschäftigungsentwicklung. Einen Anstieg bei den Mitarbeitern verzeichneten im letzten halben Jahr nur noch 14,0 % (Herbst 2025: 17,4 %), bei 19,2 % sank die Zahl hingegen (Herbst 2025: 20,3 %).
Ausblick
Was die Einschätzung der zukünftigen Wirtschaftslage angeht, zeigen sich die Umfrageteilnehmer zurückhaltender. Zwar erwarten 17,1 % der Betriebe in den nächsten sechs Monaten eine Verbesserung der Geschäftslage (Herbst 2025: 14,4 %). Gleichzeitig geht jedoch ein noch höherer Anteil der Betriebe (aktuell 22,2 % gegenüber Herbst 2025 mit 21,9 %, von einer Verschlechterung der Geschäftslage aus.
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