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VPB: Skandalöse Bauverträge kommen private Bauherren teuer zu stehen

(23.10.2003) "Fünfundsechzig Prozent aller Bauverträge haben eklatante Mängel." Darauf weist Erich Herf, Vorsitzender des Verbandes Privater Bauherren (VPB) hin. "Das ist ein Skandal, hier muss sich etwas ändern", fordert der Verbraucherschützer angesichts der Ergebnisse einer Umfrage seines Verbandes. Der VPB, der seit seiner Gründung 1976 über 50.000 private Bauherren in der Bundesrepublik vertreten hat, sieht enormen Handlungsbedarf zum Schutz der Verbraucher. "Die Politik ist gefordert", resümiert Herf.

Der Verband stützt sich bei seiner Kritik auf eine bundesweite Umfrage unter den eigenen 46 Beratungsbüros. Zugrunde liegen der Untersuchung die Daten von insgesamt 6.000 betreuten Mitgliedern im Jahre 2002. Danach ließen sich im vergangenen Jahr rund drei Viertel aller Bauherren vom VPB im Neubaubereich beraten, ein Viertel der Beratungen bezogen sich auf den Sektor Altbau.

Im Durchschnitt waren die Baubeschreibungen, die Bauherren als Vertragsgrundlage von Schlüsselfertigherstellern und Bauträgern zur Unterschrift angeboten bekamen, nur drei bis vier Seiten knapp. Dies, so kritisiert der Verband, sei nicht ausreichend, um alle nötigen Bauleistungen exakt zu beschreiben und alle Details korrekt aufzulisten. Das Resultat: bei 65 Prozent der bautechnisch geprüften Angebote fehlten wichtige Leistungen. Insgesamt 73 Prozent aller Vertragsentwürfe beinhalteten nur vage formulierte Planungsleistungen. All diese Mängel in den Baubeschreibungen summierten sich zu enormen Nachzahlungen, die die Bauherren im Laufe des Baufortschritts leisten mussten. Die Untersuchungen der VPB-Berater zeigen: Die Schäden durch Mängel lagen bei rund 28.000 Euro im Durchschnitt aller betreuten Bauten.

Diese Summen beziehen sich auf laufende Bauvorhaben, bei denen die Bauherren erst während des Baus die Hilfe eines VPB-Sachverständigen in Anspruch nahmen. Kamen die Bauherren bereits vor Baubeginn und ließen sich schon vor Vertragsabschluss bautechnisch beraten, konnten die VPB-Berater im Schnitt Mängel in Höhe von 16.000 Euro pro Bauobjekt feststellen und durch rechtzeitige Nachbesserung der Verträge sparen helfen.

"Das zeigt nicht nur, wie wichtige die Bauberatung im Vorfeld ist", so VPB-Vorsitzender Erich Herf, "sondern auch, wie sehr der Bauherr als Laie der Willkür mancher Anbieter ausgesetzt ist." Der VPB fordert deshalb seit langem verbindliche Richtlinien für Bauverträge. Erste Erfolge erzielte der Verband bereits durch die Ausarbeitung von Mindestanforderungen im Rahmen seiner Mitarbeit in der Initiative kostengünstig qualitätsbewusst Bauen des Bundesbauministeriums.

Dringend nachgebessert werden muss der Verbraucherschutz nach Ansicht des VPB auch bei den Sicherheiten. "Fast 60 Prozent aller Baubeschreibungen sehen Zahlungspläne mit überhöhten Abschlagsleistungen vor", moniert Erich Herf. Das heißt, die Zahlungen entsprechen nicht dem Baufortschritt. Das dicke Ende kommt oft hinterher: "Im vergangenen Jahr waren sechs Prozent unserer Bauherren von Firmeninsolvenzen betroffen. Über 40 Prozent dieser Bauherren hatten bereits wesentlich mehr bezahlt, als sie an Leistungen bekommen hatten, sie haben viel Geld verloren." Der VPB hält das für skandalös, denn &quotuherren bekommen trotz überhöhter Abschlagszahlungen keinerlei Sicherheiten vom Bauträger eingeräumt." Diese sind jedoch unabdingbar, wenn der Bauherr sich vor Insolvenz schützen und die Mängelbeseitigung durchsetzen will. Auch hier, so fordert VPB-Vorsitzender Herf, "muss der Gesetzgeber im Sinne des Verbrauchers dringend nachbessern."

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