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Regenwassernutzung: Ökologisch sinnvoll und bezahlbar

(29.7.2004) Jeder Bundesbürger verbraucht im Durchschnitt täglich 135 Liter Wasser. Doch von diesem Trinkwasser - aufwendig aufbereitet, von allerbester Qualität und entsprechend teuer - wird nur ein knappes Drittel tatsächlich getrunken, zum Kochen oder Duschen verwendet. Der weitaus größte Teil, rund 90 Liter, wird durch Toilettenspülung, Rasensprengen, Wäschewaschen oder Blumengießen verbraucht. Dabei wäre dieses Wasser, das keine Trinkwasserqualität haben muss, auch kostenlos erhältlich - und zwar durch die Nutzung von Regenwasser. Ein Vier-Personen-Haushalt könnte so im Jahr etwa 130.000 Liter Trinkwasser sparen. Für Eigenheimbesitzer ist eine Regenwassernutzungsanlage also eine ökologisch sinnvolle Einrichtung.


So funktioniert eine Regenwassernutzungsanlage: Das Wasser aus dem Regenfallrohr durchläuft einen Filterschacht, zum Beispiel mit einem Kiesbettfilter, und wird in einem Erd- oder Kellertank gesammelt (1). Im Speicher klärt sich das vorgefilterte Wasser selbst, Bakterien und Staubpartikel setzen sich am Boden ab. Mit Hilfe einer Pumpe inklusive Steuerung und Ansaugfilter (2) wird es dann über ein zweites, vom Trinkwassernetz getrenntes Rohrleitungssystem (3) allen Verbrauchsstellen, die kein Trinkwasser benötigen, zugeführt. Wichtig: Alle Rohre müssen die Kennzeichnung "Kein Trinkwasser" erhalten. An Haupthahn und Zapfstellen gehört zudem der Hinweis "Regenwasseranlage installiert". Regen- und Trinkwasserleitungen dürfen keinesfalls miteinander in Verbindung stehen: Das könnte ganze Trinkwassernetze verkeimen.

Einbaufertig im Handel

Im Handel bekommt man einbaufertige Anlagen mit Kunststoff- oder Betonsammelbehältern. Die sinnvolle Speichergröße - der Tank soll einen ausreichenden Vorrat für Trockenzeiten aufnehmen können, aber auch nicht ständig halbleer sein - kann man mittels einer Faustregel ermitteln: Etwa 800 Liter pro Person im Haushalt oder ca. 30 Liter pro Quadratmeter angeschlossener Regenauffangfläche. Für ein Einfamilienhaus liegt die durchschnittliche Größe bei drei bis fünf Kubikmetern. Die Kosten dafür betragen zwischen 3.000 und 6.000 Euro. Talentierte Heimwerker können bei der Installation bis zu 1.000 Euro sparen. Allerdings sollten sie bei der Auswahl der Anlage darauf achten, dass sie aus anschlussfertigen Komponenten besteht.


So kommt kein Schmutz ins Leitungsnetz: Nur gefiltertes Wasser kann über einen beruhigten Zulauf, der die Aufwirbelungen von Ablagerungen am Boden verhindert, in den Speicher laufen. Über einen Schwimmer wird das Wasser ins Leitungsnetz eingespeist, überflüssiges Wasser läuft ab.

Am einfachsten ist die Installation im Neubau. Liegen Toilette und Waschmaschine in der Nähe des zentralen Steuerungsmoduls, kann auch eine Nachrüstung sinnvoll sein. Immer möglich ist die Installation einer Anlage zur Bewässerung des Gartens. Komplettsysteme mit Zisterne, Pumpe und Filter kosten ca. 1.400 Euro.

Keine einheitliche Förderung

Eine bundeseinheitliche Förderung für Regenwassernutzung gibt es nicht, wohl aber kann man in einigen Bundesländern öffentliche Zuschüsse beantragen. In Nordrhein-Westfalen gibt es für eine entsprechende Anlage bis zu 1.500 Euro vom Staat dazu, in Bremen beträgt der Zuschuss bis zu einem Drittel der förderfähigen Kosten, maximal aber 2.000 Euro. Bayern, Hessen und das Saarland fördern kommunal sehr unterschiedlich. Ob und wie gefördert wird, erfährt man jedenfalls im Rathaus, bei der Kreisverwaltung oder beim zuständigen Wasserwerk. Aber auch wer keinen staatlichen Zuschuss bekommt, kann zumindest über die Initiative Wohnwertförderung der Bundesregierung zinsgünstige Kredite erhalten. Dafür zuständig ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), beantragen muss man das KfW-Darlehen aber über die Hausbank.

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