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Wasser auf der Expo: von der Wiege bis zur ...

  • ... Aufbereitung, Reinigung, Klärung, Energiegewinnung, ...

(16.6.2008) Die Bundesrepublik Deutschland hat den geregelten Wasserkreislauf in den Mittelpunkt ihrer Beteiligung an der EXPO Zaragoza 2008 gestellt. Die Weltausstellung in der spanischen Stadt widmet sich vom 14. Juni bis 14. September dem Thema "Wasser und nachhaltige Entwicklung". Im Deutschen Pavillon (siehe Google-Maps und/oder Bing-Maps) werden innovative Technologien und Verfahren zur Reinigung und Aufbereitung von Wasser gezeigt. Die Bandbreite reicht vom Grundwassermonitoring über kompakte Lösungen zur Brauchwasseraufbereitung bis hin zu einem Kläranlagensystem mit Energierückgewinnung oder zur Regenwassernutzung.


Eine rund 120 Meter lange Wasserbahn schlängelt sich durch den Deutschen Pavillon auf der EXPO Zaragoza 2008 und lädt die Besucher zu einer Reise in die wunderbare Welt des Wassers ein

In der Exponatelandschaft im Deutschen Pavillon bieten Modelle mit interaktiven Elementen und multimediale Darstellungen einen Überblick über den großen Erfindungsreichtum und die hohe Leistungsfähigkeit deutscher Unternehmen und Institutionen aus der Wasserwirtschaft. Die Exponate geben Anregungen und stellen zukunftsweisende Ideen für den verantwortungsvollen Umgang mit der wertvollen Ressource Trinkwasser vor.

Ein vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin bereitgestelltes Exponat, das in Zusammenarbeit mit Veolia Wasser und den Berliner Wasserbetrieben entwickelt wird, stellt die Besonderheiten der Wasserversorgung in Berlin dar. Die mehr als 3,5 Millionen Einwohner der Bundeshauptstadt beziehen ihr Trinkwasser ausschließlich aus innerhalb des Stadtgebietes liegenden Grundwasserressourcen, was in dieser Größenordnung weltweit einzigartig ist. Eine zentrale Funktion dabei hat die Uferfiltration, ein naturnahes Verfahren, das ohne chemische Aufbereitung sauberes Trinkwasser liefert.

Mit dem Grundwassermonitoring und einem mikrobiologischen Verfahren zur Verbesserung der Trinkwasserqualität des Grundwassers beschäftigt sich das Exponat des Kieler Unternehmens Sensatec. Dabei werden mikrobiologisch wirksame Stoffe wie Sauerstoff oder Nährstoffe über Lanzen im Grundwasserleiter eingespeichert und verteilt. Die Kontrolle und Steuerung erfolgen fernüberwacht über Sensornetzwerke direkt im Untergrund, Abfallstoffe fallen nicht an. Die Technologie lässt sich besonders wirksam dort einsetzen, wo Trinkwasserressourcen großflächig verunreinigt sind.

Wasserrecyclinganlagen für den öffentlichen und privaten Bereich präsentiert Pontos, ein Tochterunternehmen der Hansgrohe SE aus Schiltach im Schwarzwald. Die Anlagen reinigen Dusch- und Badewasser nach einem patentierten Verfahren auf rein biologisch-mechanischem Weg ohne chemische Zusätze. Das so erzeugte Klarwasser ist hygienisch sauber und kann für alle Anwendungen eingesetzt werden, für die keine Trinkwasserqualität erforderlich ist. Mit Kapazitäten zwischen 600 und 30.000 Litern pro Tag eignen sich die Anlagen für Einfamilienhäuser ebenso wie für Gewerbebetriebe (siehe auch Funktionsweise des Pontos AquaCycle-Systems als Flash-Film sowie Beitrag "Wasserrecycling im Schwimmbad Yerres spart jährlich 9 Mio. Liter Wasser" vom 27.11.2007). Hansgrohe stellt außerdem so genannte Soundduschen zur Verfügung, Designer-Duschköpfe aus denen Musik und Gedichte erklingen:


Einen innovativen Weg zur Behandlung organischer Schadstoffe im Wasser präsentiert die Condias GmbH im Deutschen Pavillon. Das im schleswig-holsteinischen Itzehoe beheimatete Unternehmen entwickelt und produziert leitfähige, diamantbeschichtete Elektroden und elektrochemische Zellen zur Wasseraufbereitung. In einem einzigartigen Verfahren entstehen direkt aus dem Wasser durch die Elektrolyse mittels Diamantelektroden hochreaktive Hydroxyl-Radikale, die ohne Zugabe von Chemie unter anderem Keime im Wasser abtöten. Am Exponat können die Besucher diesen Prozess erleben, indem sie gefärbtes Wasser selbst unter Einsatz der Diamantelektrode reinigen.

Eine kompakte Alternative zur Wasserentkeimung durch Chemikalien präsentiert Osram aus München. Dabei handelt es sich um eine Desinfektionsmethode durch ultraviolettes Licht, bei der ein spezieller Tauchstrahler in Behälter wie Frischwassertanks und Zisternen eingebracht wird. Eine tägliche Anschaltzeit von nur 30 Minuten je 100 Liter soll genügen, um das Wasser physikalisch zu entkeimen und dauerhaft lagerbar zu machen. Die Osram Puritec Technologie kann überall auf der Welt, auch im privaten Bereich, angewendet werden.

Eine dezentrale Anlage zur Reinigung von Regenwasserabflüssen, die mit Schadstoffen belastet sind, präsentiert 3P Technik Filtersysteme aus Donzdorf bei Göppingen. Damit kann das Regenwasser schnell und vor Ort wieder dem Grundwasser zugeführt oder in den natürlichen Wasserkreislauf geleitet werden. Das Filtersystem kann auch auf Flughäfen, zur Reinigung von Gewässern, in der Industrie oder in Siedlungsgebieten eingesetzt werden.

Einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz und zur Qualitätssicherung unseres Trinkwassers leisten dezentrale Kläranlagen. Mit Hilfe moderner Technologien entsteht aus Abwasser kostbares "Wertwasser". Dieser Thematik widmet sich das Exponat der Hans Huber AG aus dem bayerischen Berching. Dabei handelt es sich um die "kleinste Kläranlage der Welt", die das Abwasser reinigt und gleichzeitig für eine mögliche Wiedernutzung aufbereitet. Sie arbeitet mit Membrantechnologie und erzeugt Wasser in Badewasserqualität. Die Technik kann auch in einem Vier-Personen-Haushalt eingesetzt werden.


Die Stadt Wolfsburg zeigt in Zaragoza ein Kläranlagensystem mit Energierückgewinnung als zukunftsorientierte Lösung: Das gereinigte Abwasser bewässert trockene Ackerböden und bringt die nötigen Nährstoffe für den Pflanzenanbau gleich mit. Das aus den Pflanzen erzeugte Biogas wird zu elektrischer Energie und kann zur Behandlung des Abwassers genutzt werden. Ganz nebenbei entsteht ein CO₂-neutraler Brennstoff aus Klärschlamm und effizient eingesetzter Abwärme.

In der Exponatelandschaft informiert der Deutsche Pavillon auch über das deutsche Wasserrecht. Die Besucher können in digitalen Gesetzbüchern blättern und so nachvollziehen, wie sich die Situation deutscher Gewässer in den vergangenen Jahrzehnten dank gesetzlicher Bestimmungen erheblich verbessert hat. Darüber hinaus stellen großflächige Panoramaprojektionen Deutschland von seinen schönsten Wasserseiten vor. Die von der Deutschen Zentrale für Tourismus gestellten Bilder zeigen attraktive deutsche Wasserlandschaften vom Bodensee über den Rhein bis hin zu den Küsten.

Die EXPO Zaragoza 2008

... insgesamt widmet sich vom 14. Juni bis 14. September dem Thema "Wasser und nachhaltige Entwicklung". Mehr als 100 Nationen und Organisationen beteiligen sich an der Weltausstellung in der nordspanischen Stadt, zu der rund sechs Millionen Besucher, vorwiegend aus Spanien, erwartet werden.

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