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Intersolar 2014: Markanter Schwund bei den Besucherzahlen - nicht aber bei den Themen

(10.6.2014; Intersolar-Bericht) Vom 4. bis 6. Juni nutzten rund 44.000 Personen die Intersolar Europe und die gleichzeitig stattfindende neue Fachmesse electrical ener­gystorage (ees), um sich bei rund 1.100 Ausstellern aus 48 Ländern über aktuelle Produkte und Dienstleistungen der Solarbranche zu informieren. Das Messeangebot in acht Hallen und auf dem Freigelände (2011 und 2012 waren es 15 Hallen) zog in diesem Jahr Besucher aus 145 Ländern an. Der Anteil internationaler Gäste vergrö­ßerte sich dabei weiter. 

  
relevante Messen
Entwicklung der Besucherzahlen
2014 2013 2012 2011 2010 2009
Intersolar 44.000 50.000 66.000 77.000 72.000 60.000
ISH - 190.000 - 204.000 - 202.000
Light&Building 211.500 - 196.000 - 180.000 -
SHK Essen 48.200 - 51.567 - 52.000 -
ifh/intherm 45.500 - 46.000 - 47.600 -
Vergleich offiziell angegebener Besucherzahlen relevanter Messen

Laut dem auf der Intersolar Europe veröffentlichten „Global Market Outlook 2014-2018“ der European Photovoltaic Industry Association (EPIA), wuchs die neu instal­lierte PV-Leistung 2013 weltweit auf 38,4 Gigawatt (GW) - ein Plus von 28% gegen­über 2012. Dabei übernehmen zunehmend die Märkte außerhalb Europas die Spitzen­plätze bei den Zubauzahlen. Laut dem Bericht wird sich dieser Trend hin zu einer In­ternationalisierung der Märkte auch in den nächsten Jahren fortsetzen und verstär­ken: so steigen nach dem gemittelten Szenario die jährlichen Neuinstallationen von über 40 GW in 2014 auf rund 55 GW in 2018. Dies führt auch dazu, dass die Photo­voltaik global immer deutlicher als eine wichtige Säule der zukünftigen Energiever­sorgung und als Investitionsmöglichkeit wahrgenommen wird.

Auf der Intersolar Europe war die Internationalisierung deutlich zu spüren. Die Unter­nehmen machen ihre Geschäfte zunehmend außerhalb Europas, wo die Märkte beson­ders wachsen, wie in China und Südostasien, Japan oder den USA - siehe auch Bau­links-Beitrag „Photovoltaik in den USA, China und UK auf dem Vormarsch“ vom 10.6.2014. 

  Entwicklung der Ausstellerzahlen (Länder)
2014 2013 2012 2011 2010
Intersolar 1.100 (48) 1.330 (47) 1.909 (49) 2.280 (47) 1.880

Smarte Energieversorgungslösungen

Besonders der Systemgedanke steht bei immer mehr Ausstellern im Mittelpunkt: viele Unternehmen stellten Eigenverbrauchslösungen für Haushalte und Gewerbe vor, die in Kombination mit Energiespeichern für eine höhere Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen sorgen können. Mit smarten Energiemanagementsystemen werden sich Speicher zukünftig effizient vernetzen können, um überschüssigen Strom länger ver­fügbar zu machen.

Daneben rückt die Kombination mit anderen Technologien immer stärker in den Mittel­punkt: so ermöglichen Kombinationslösungen aus PV, Solarthermie, Hackschnitzel- und Pelletsheizungen, Mini-Blockheizkraftwerke bzw. Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Brennstoffzellenheizungen und Wärmepumpen vielfältige Möglichkeiten auch die Ener­giewende im Wärmemarkt weiter voranzutreiben. Der neue Themenbereich „Regene­rative Wärme“ auf der Intersolar Europe und das dazugehörige Forum griffen diesen Trend auf.

Neue Geschäftsmodelle für die Sonnenenergie

Dank sinkender Systemkosten kann Solarstrom in Deutschland bereits für 12 bis 15 Cent pro Kilowattstunden (kWh) produ­ziert werden. Gegenüber der Netzeinspeisung wird deshalb der Eigenverbrauch sowohl für Unternehmen als auch für Privat­haushalte immer interessanter. Daneben entwickeln sich aber auch neue Finanzierungs- und Geschäftsmodelle der Branche, wie Miet- oder Leasingverträge und Liefervereinbarungen. Auf der Intersolar Europe Conference, die am 4. Juni endete, be­fasste sich eine eigene Session mit dieser Thematik. Zudem veröffentlichte der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) mit Unterstützung der Intersolar Europe den „Investo­renleitfaden Photovoltaik“ (siehe BSW-Solar-Shop).

Die deutsche Energiewende im Blick

Obwohl sich die Solarmärkte zunehmend internationalisieren, geht von Deutschland als Vorreiter der Energiewende weiterhin eine große Strahlkraft aus. Im Bereich Solar­stromspeicher nimmt Deutschland zudem mit einem weltweit einzigartigen Haushalts­speicher-Förderprogramm erneut eine Pionierrolle ein. Gleichzeitig riskiert die Politik je­doch - aus Sicht der Branche-, die in den vergangenen Jahren getätigten Investitio­nen, das Vertrauen bei den Bürgern und die internationale Vorbildfunktion durch die aktuelle Debatte über die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu verlie­ren.  Entsprechend beanspruchten Experten und Lobbyisten der Branche, unter ande­rem der BSW-Solar, verlässliche Rahmenbedingungen für die Energiewende statt Ver­unsicherung durch die Diskussion um eine Belastung des Eigenverbrauchs.

Führende Solarunternehmen forderten außerdem im Rahmen des Executive Panels auf der Intersolar Europe Conference den Aufbau einer neuen Versorgungsstruktur. Diese solle aus erneuerbaren Energien als Basis und flexiblen Gaskraftwerken sowie neuen Speichertechnologien zur Unterstützung bestehen. Statt das bisherige System nur in einzelnen Punkten anzupassen, müsse endlich eine klare Linie zur Anpassung des Ge­samtsystems festgelegt werden.

... formulierten zudem ihren Anspruch gegenüber der Bundesregierung auch endlich die Energiewende im Wärmemarkt nachdrücklich anzustoßen - nicht zuletzt um die Ab­hängigkeit von ausländischen Energielieferungen zu reduzieren. Dabei werde die rege­rnative Wärme ein wichtiger Pfeiler, spätestens mit der europaweiten Einführung des „Energy Labels“ für Heizungssysteme 2015.

Die nächste Intersolar Europe soll vom 10. bis 12. Juni 2015 auf der Messe München statt­finden.

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