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Solarstrom-Zubau hat sich 2013 mehr als halbiert

(12.1.2014) 2013 wurde in Deutschland rund 55% weniger Solarstromleistung instal­liert als noch im Vorjahr: Die neu installierte Solarstromleistung sank von 7,6 Giga­wattpeak (GWp) im Jahr 2012 auf rund 3,3 GWp 2013, teilte der Bundesverband So­larwirtschaft e.V. (BSW-Solar) aktuell mit. Der Branchenverband warnt zugleich vor einem weiteren Markteinbruch und appelliert an die Bundesregierung, das Abschmel­zen der Solarstromförderung künftig wieder am technologischen Fortschritt zu orien­tieren. Außerdem stellt der BSW-Solar fest, dass die Preise neuer Solarstromanlagen in den vergangenen zwei Jahren um rund ein Viertel gesunken seien, während die So­larstromförderung im gleichen Zeitraum im Rahmen mehrerer Gesetzesänderung hal­biert und damit doppelt so stark beschnitten worden sei.

„Der weitere Ausbau der Solarenergie zur tragenden Säule der Energieversorgung ist klimapolitisch unverzichtbar und inzwischen bezahlbar. Jetzt gilt es, das beachtliche Potenzial der Solarenergie für die Energiewende zu nutzen“, so Carsten Körnig, Haupt­geschäftsführer des BSW-Solar. „Es kann doch nicht sein, dass wir den Ausbau der Solarenergie ausgerechnet jetzt abwürgen, wo die Photovoltaik so preiswert gewor­den ist.“ Aufgrund der starken Kostensenkung in den vergangenen Jahren könne die Förderbremse jetzt mit Augenmaß wieder gelockert werden, ohne die Verbraucher zu­sätzlich zu belasten. Bei intelligenter Ausgestaltung der Energiewende bleibe auch ein dynamischer Ausbau Erneuerbarer Energien für Verbraucher und Industrie gleicherma­ßen bezahlbar. Ein weiterer Marktrückgang sei für die Solarbranche nicht verkraftbar und gefährde die Energiewende.

Die Photovoltaik steckt derzeit in einer Zwickmühle: Die Solarstromförderung wird nach aktueller Gesetzeslage Monat für Monat weiter gekürzt. Aktuell sinkt die Förde­rung monatlich um 1,4 Prozent. Dieses Tempo können die Preise für Photovoltaik-Anla­gen nicht mitgehen angesichts der geringeren Möglichkeiten zur Kostensenkung. In den vergangenen Jahren waren sie durch den harten Preiswettbewerb teilweise unter die Herstellkosten gefallen. Im Rahmen des Anti-Dumping-Verfahrens ist von der EU für die nächsten Jahre zudem eine Preis-Untergrenze gesetzt worden. Bei der anste­henden EEG-Novelle müsse dies ebenso berücksichtigt werden wie die Gesamtkosten fossiler Energieformen im Rahmen eines fairen Kostenvergleichs unter Einbeziehung von Klimafolgekosten, fordert der BSW-Solar.

Hintergrund

Solarstrom trug 2013 mit 29,7 Milliarden Kilowattstunden (kWh) einen Anteil von rund 5 Prozent zur Deckung des Stromverbrauchs in Deutschland bei. 2010 waren es erst 2 Prozent (11,7 Mrd. kWh). Während von 2010 bis 2012 jährlich Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von rund 7,5 GWp zugebaut wurden, brach die Nachfrage im ver­gangenen Jahr aufgrund starker Einschnitte bei der Solarstromförderung ein. Einzelne Marktsegmente waren von diesem Markteinbruch unterschiedlich stark betroffen:

  • Große Verluste haben Photovoltaik-Anlagen höherer Leistungsklassen zu verbu­chen. So sank die neu installierte Leistung von PV-Anlagen über 10 KWp gegen­über dem Vorjahr um etwa 60 Prozent.
  • Besonders starke Einschnitte verzeichnete mit rund 64 Prozent das Kraftwerks-Segment im Megawatt-Maßstab. Ursache dafür ist, dass die Solarstromförderung für große Solarstromanlagen besonders stark beschnitten wurde und anders als im vergleichsweise stabilen Kleinanlagensegment (Zubau: -12%) noch kaum Alternativen zur Einspeisung bestehen.

Konzepte für die solare Eigenstromversorgung stehen im gewerblichen Bereich vor grö­ßeren Herausforderungen und eine solare Nahstromversorgung mit Solarkraftwerken ist bislang wirtschaftlich noch kaum attraktiv.

Energieexperten sind sich einig, dass aufgrund der starken Kostensenkung Photovol­taik neben der Windenergie an Land zukünftig zu den wichtigsten Säulen der Strom­versorgung zählen müssen. Auch ein dynamischer weiterer PV-Zubau hätte keine re­levanten Kostensteigerungen mehr zur Folge. Der Bundesverband Solarwirtschaft strebt eine Verdoppelung des Solarstromanteils an der Deckung des deutschen Strombedarfs auf rund 10 Prozent bis zum Jahr 2020 an. Bis 2030 hält er einen Anteil von mindestens 20 Prozent für realisierbar.

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