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Umweltschutz durch Wohlfühl-Glas

(26.5.2004) Ende März haben Bundesumweltminister Trittin und Bundeswirt­schafts­minister Clement ihren Streit um den Emissionshandel beigelegt. Dabei ging es darum, wie stark die Industrie ihren Ausstoß an Kohlendioxid (CO₂) senken muss. Der gefundene Kompromiss hat Folgen für private Haushalte: Sie müssen künftig mehr Energie einsparen. Gefragt ist bessere Wärmedämmung. Einer der besten Wege dazu: modernes Wärmedämmglas.

Wirkungsvoll CO₂-Emissionen reduzieren ...

Kohlendioxid gelangt zum Beispiel beim Verbrennen von Kohle, Erdöl und -gas zur Stromerzeugung in die Atmosphäre. Dort verstärkt es den "Treibhauseffekt" und trägt so zur Klimaveränderung bei. Das Ziel von Trittin war es, die zulässigen Emissionen der Industrie von heute 505 auf 480 Millionen Tonnen pro Jahr zu reduzieren. Der Kompromiss mit Clement sieht jetzt 495 Millionen Tonnen pro Jahr als Grenze vor.

Die Bundesrepublik hatte sich aber in der EU verpflichtet, bis 2012 die jährlichen CO₂-Emissionen um 17 Millionen Tonnen zu senken. Wenn die Industrie also nur 10 Millionen Tonnen spart, muss der Rest vom privaten Sektor getragen werden. Über kurz oder lang wird es also wohl neue Vorschriften für Energieeinsparung im privaten Bereich geben - vermutlich schon im Herbst, wenn die Bundesregierung ihr Klimaschutzprogramm aktualisiert.

Dabei wird es auch darum gehen, die Wärmedämmung von Gebäuden zu verbessern: Denn auch beim Beheizen von Gebäuden entsteht CO₂. Darum hat die Bundesregierung schon 2002 Mindeststandards für die Wärmedämmung bei neuen Gebäuden festgesetzt. Bei bestehenden Gebäuden werden Maßnahmen, mit denen sich der Heizbedarf senken lässt, finanziell gefördert. Wegen des Emissionskompromisses ist jetzt mit einer Ausweitung dieser Förderprogramme zu rechnen.

... durch modernes Wärmedämmglas

Dabei spielen Glas und Fenster eine wichtige Rolle. "Etwa ein Drittel aller Heizwärme-Verluste gehen auf das Konto veralteter Verglasung", erläutert Rainer Walk, Koordinator der Initiative "Energiesparen mit Glas", "und zwar selbst dann, wenn das Fenster dicht ist und das Glas noch intakt." Der Grund: Bis etwa 1995 wurde fast überall noch die Art Doppelverglasung verwendet, die man landläufig "Thermopane-Glas" nennt. Als das in den 1950-er Jahren auf den Markt kam, war es auch ein großer Fortschritt. Aber beim Glas ist die Entwicklung nicht stehen geblieben: Heute ist das klassische "Thermopane-Glas" hoffnungslos "von gestern".

Der heutige Standard sind Isoliergläser mit rund dreimal besserer Wärmedämmung - das heißt: Durch das geschlossene Fenster geht dreimal weniger Wärme verloren als bei "Thermopane". Entsprechend weniger muss geheizt werden, um auf die gleiche Innentemperatur zu kommen. So entsteht weniger CO₂, und die Umwelt wird geschont.

Wer die Wärmedämmung seines Hauses verbessern will, kommt daher an neuen Verglasungen nicht vorbei. Das wird sich vermutlich auch in den Bestimmungen des Klimaschutzprogramms niederschlagen. Hausbesitzer sollten rechtzeitig über eine Modernisierung ihrer Verglasung nachdenken: Für eine Umrüstung bieten sich die Sommermonate an.

Ausbau schnell und problemlos

Die Umrüstung verursacht keinen großen Aufwand: Anders als bei der Wärmedämmung von Mauerwerk kann man die Wärmedämmung von Fenstern schnell und ohne Dreck bewerkstelligen. Wenn der Rahmen noch intakt ist, braucht der Fachmann bloß das veraltete Isolierglas herauszunehmen und gegen "Glas von heute" auszutauschen - ganz ohne Baustelle.

Der Vorteil von Wärmedämmglas ist für den Bewohner "fühlbar": Selbst bei Außenfrost bleibt die Temperatur an der Scheibenoberfläche relativ hoch - die Scheibe fühlt sich viel wärmer an als ältere Doppelverglasungen. Das hebt den Wohnkomfort deutlich, gerade in den fensternahen Zonen. "Wenn man so will, kann man Wärmedämmglas eine Art Wohlfühl-Glas nennen", meint Rainer Walk darum.

Allerdings ist der Vorteil nicht sichtbar: Veraltete Isolierverglasungen lassen sich optisch nicht von modernen Wärmedämmgläsern unterscheiden. Hausbesitzer wissen meist gar nicht, ob ihr Glas noch "von gestern" ist.

Daher bietet die Aktion "Energiesparen mit Glas" bundesweit einen "Fensterglas-Test" an: Die Glas- und Fenster-Fachbetriebe, die an der Aktion teilnehmen, testen kostenfrei die Verglasung von privaten Haushalten. Sie verwenden ein spezielles Gerät, das die unsichtbaren Wärmedämm-Eigenschaften erkennen kann. So wird veraltetes Isolierglas schnell entlarvt und der Hausbesitzer erfährt, wie es um die Wärmedämmung seiner Verglasung steht.

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