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15 Jahre Energieagentur NRW

(20.2.2005) Die Energieagentur NRW berät seit 15 Jahren in Fragen der Energieeffizienz, des Energiemanagements und der Nutzung erneuerbarer Energien. Laut NRW-Infrastrukturminister Dr. Axel Horstmann anlässlich die Jahrespressekonferenz der Energieagentur NRW ist sie "zu einem wichtigen Instrument der nordrhein-westfälischen Energiepolitik geworden. Zahlreiche Unternehmen und Kommunen haben inzwischen investiert, um Energie einzusparen und gleichzeitig auch die Energiekosten zu senken. Wer mit Energie ökonomischer umgehen möchte, erhält in diesem Kompetenzzentrum wertvolle Informationen."

Mit Blick auf das am Mittwoch in Kraft getretene Kyoto-Protokoll ergänzte der Minister: "Wir wollen einen bedeutsamen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Energieagentur trägt mit ihrer Arbeit maßgeblich dazu bei, die Klimaschutzziele des Landes NRW umzusetzen und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit zu steigern. Jede durch ihre Arbeit nicht eingesetzte Kilowattstunde, vermindert den CO₂-Ausstoß und damit umweltschädliche Treibhausgase, erhöht die Energieeffizienz und trägt zur Kostenentlastung bei."

In den 15 Jahren ihres Bestehens führten über 140.000 Anfragen von Energieverbrauchern zu neuen Investitionen und Projekten. Verstärkt durch die anziehenden Energiepreise in 2004 ist die Nachfrage nach Know-how der Energieagentur NRW im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Insgesamt wurden die Ingenieure in über 24.000 Fällen um Rat zur Energieeffizienz oder zum Einsatz regenerativer Energien gefragt, 5.000 Fälle mehr als noch im Vorjahr. "Den Energieverbrauch zu reduzieren ist gleichbedeutend mit einer Reduzierung des Kostendrucks. So werden die Kassen von Unternehmen und die Haushalte von Kommunen gleichermaßen entlastet", so Prof. Dr. Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur NRW. "Gleichzeitig wird der Markt für Energieeffizienztechnik stimuliert."

In der Weiterbildung besuchten im vergangenen Jahr landesweit über 57.000 Personen die Seminare, Tagungen, E-Fit-Wochen oder Workshops der Energieagentur NRW (32.000 Personen in 2003). Seit Programmbeginn 1994/95 hat die Energieagentur NRW damit insgesamt rund 220.000 Personen fortgebildet. Seit zwei Jahren bietet sie mit dem Wissensportal Energie eine E-Learning-Plattform im Internet an.

Energiecontracting findet eine immer stärkere Akzeptanz. Die Fachingenieure bearbeiteten 460 Projekte im letzten Jahr. "Der Markt für Contracting ist erst zu fünf Prozent ausgeschöpft: Studien gehen allein in Deutschland von rund 1,4 Millionen Anlagen aus, die über Contracting energetisch und wirtschaftlich optimiert werden könnten", betonte Minister Dr. Horstmann. "Unternehmen und Kommunen sollten dieses Instrument stärker nutzen." Der besondere Reiz des Contractings liege in der Aussicht, so der Minister, Anschaffungen oder Investitionen tätigen zu können, ohne eigenes Geld in die Hand nehmen zu müssen. Contracting sei ein modernes, flexibles Finanzierungs- und Betriebsmodell, das es z.B. Kommunen trotz leerer Kassen und Unternehmen ohne Rückgriff auf das operative Kapital erlaube, in den Genuss der Vorteile von Energieeffizienztechnik zu kommen.

Für 2005 erwartet die Energieagentur NRW Handlungsbedarf im Bereich Emissionshandel, der offiziell am 1. Januar 2005 in Kraft trat, im Bereich der EU-Luftqualitätsrahmenrichtlinie und bei der energetischen Gebäudesanierung aufgrund des Gebäudeenergiepasses, der am 1. Januar 2006 nach EU-Recht eingeführt wird.

"Landesweit sind rund 440 Anlagen der Energie- und energieintensiven Branchen, wie Metall, Baustoffe, Glas, Keramik und Zellstoffe vom Emissionshandel betroffen", so Minister Dr. Horstmann. Aufgrund ihrer Größe stoßen die in Nordrhein-Westfalen installierten Anlagen rund 40 Prozent aller bundesweiten Kohlendioxid-Emissionen aus. Die Energieagentur NRW steht betroffenen Unternehmen für eine Erstberatung mit speziell geschulten Ingenieuren bereit, die landesweit rund um den Zertifikatehandel beraten.

"Mit der Informationskampagne "Rhein-Ruhr gibt Gas - Autofahren mit Erdgasantrieb", die die Energieagentur NRW durchführt, sind wir in Nordrhein-Westfalen auf einem guten Wege, um eine heute schon verfügbare Alternative für umweltfreundliche Mobilität anzubieten. Bis 2007 soll es deutschlandweit 1000 Erdgastankstellen, davon 220 in NRW geben. Dies muss sich zu einem soliden Beitrag für einen diversifizierten Energiemix auch im mobilen Bereich entwickeln", betonte der Minister.

Im Laufe des Jahres wird die Auswertung der Pilotphase für den ab 2006 einzuführenden Gebäudeenergiepass aus Berlin erwartet. "Dies wird eine Menge an energetischen Gebäudesanierungen nach sich ziehen, denn das energieverschlingende Gebäude wird dann schlechter zu verkaufen oder zu vermieten sein", so Hüttenhölscher. Ab 2006 muss bei Besitzer- oder Mieterwechsel vom Vermieter oder Altbesitzer ein Gebäudeenergiepass vorgelegt werden. Wer also jetzt noch sanieren will, erhält bei der Energieagentur NRW eine Fülle an Hilfen (Broschüren, Beratung, Weiterbildung, Gebäude Check Energie).

Aufgrund der neuen EU-Luftqualitätsrahmenrichtlinie, die seit dem 1. Januar 2005 die Belastung mit Feinstaub pro Kubikmeter Luft regelt, erwartet die Energieagentur NRW ebenfalls verstärkten Handlungsbedarf bei der Energieeinsparung. "Jede vermiedene Kilowattstunde Primärenergie, die mit fossilen Energieträgern erzeugt wird, erspart Emissionen und mit diesen auch Belastungen der Luft mit Feinstaub. Das heißt: Ein Schlüssel zu weniger Feinstaub in der Luft liegt auch im Begriff "Energieeffizienz", so Hüttenhölscher. Er bezifferte in diesem Zusammenhang das bestehende theoretische Einsparpotenzial allein in Deutschlands Betrieben mit über 500 Terrawattstunden Primärenergie. "Würde man dieses theoretische Potenzial auch tatsächlich erschließen, ließen sich für Deutschlands Betriebe bei einem Durchschnittspreis von 2,7 Cent pro Kilowattstunde 14,55 Milliarden Euro jährlich einsparen."

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