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Deutsches Know-How in Fertigteilproduktion überzeugt irischen Bauträger

  • A K A Ziegelgruppe liefert 280 Wandtafeln und Fertigteile für Wohnanlage Shankill in Dublin
  • Umlaufende Fassadenverklinkerung in zwei gelben Farbspielen
  • 207 mm dicke Bauteile übernehmen neben Witterungsschutz auch tragende Funktion
  • Elemente entsprechend irischer Bauvorschriften zertifiziert
  • Spezialtransporter brachten Lieferungen per Straße, Eisenbahntunnel und Fähre zur Baustelle

(9.5.2005) Kompetenz im Ziegelverblendfertigbau sowie den Anspruch, sich als "Lieferant der Wand" im Markt zu profilieren, stellte die A•K•A Ziegelgruppe GmbH, Peine, bei einem ersten Großauftrag aus Irland unter Beweis. "Die verstärkten Forderungen von Bauunternehmern nach schnellen und kostengünstigen Bauweisen forcierten die Fortentwicklung wandhoher und raumbreiter Ziegelverblend­fertig­elemente als qualitätvolle, rationelle Problemlösung", bestätigt Gesamtvertriebsleiter Ernst Buchow. Das große Interesse auch europäischer Nachbarn an diesem Konzept gibt dem Unternehmen Recht. So lieferte A•K•A aus dem Fertigteilwerk Albert in Stolzenau-Wellie Fertigelemente im Wert von 600.000 € zzgl. Frachtkosten für die umlaufende Fassadenverklinkerung des Wohnbauprojekts Shankill im irischen Dublin - siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps:

Die Wohnanlage mit integriertem Kindergarten besteht aus je vier Baukörpern, die im Halbrund um einen Innenhof angeordnet sind. Insgesamt 142 Appartements mit einer Gesamtwohnfläche von 12.300 m² sind in den viergeschossigen Gebäuden untergebracht. Unter den ersten beiden Blöcken befindet sich eine Tiefgarage. Die Häuser werden vom Innenhof her erschlossen. Bauherr ist die Bauträgergesellschaft Tudor Homes Ltd. Für Konzept und Planung zeichnet das heimische Architekturbüro John Fleming Architects verantwortlich. Als Bauunternehmer fungiert die Roadstone Dublin Ltd. Wie Ernst Buchow betont, "nicht nur Auftraggeber von A•K•A, sondern gleichzeitig auch der Ursprung der weltweit tätigen CRH Gruppe, zu der auch A•K•A zählt". Baubeginn war im November 2004; als voraussichtlicher Fertigstellungstermin gilt Juli 2005. Nach Auftragsvergabe verließ bereits Mitte November 2004 die erste Lieferung von Ziegelverblendtafeln das Fertigteilwerk. Die letzten Bauteile wurden erst kürzlich auf den Weg gebracht.

Die Wohnanlage überzeugt nicht nur durch zeitgemäße Architektur, sondern auch durch Fassadengestaltung, dominiert von Verblendklinkern in zwei unterschiedlichen Farbspielen. Die in gelb und hellgelb besandet ausgeführten Ziegelflächen stehen dabei in reizvollem Kontrast zu den weiß geputzten Bereichen sowie zu den in hellgrau gehaltenen Balkongeländern. 130.000 Verblendklinker im Waalformat (207 x 65 x 98 mm) aus dem Produktprogramm von CRH Holland wurden im halbsteinigen Läuferverband für die Fertigteilelemente verarbeitet. Zur Auflockerung des Wandbildes dienen auch die jeweils zwischen den Fenstern verlaufenden "Vertikal-Bänder" aus dunkleren, im Kreuzverband geschichteten Verblendklinkern.


Bei dem Bauvorhaben übernimmt die 207 mm dicke, verklinkerte Wandtafel neben dem Witterungsschutz auch die tragende Funktion. Eine Aussteifung erfolgt über die Verbindung zwischen Wandscheiben und Decken. Die Verbindung geschieht über mit Bewehrungseisen bestückte Hüllrohre, die anschließend ausgemörtelt werden. Die Gebäudelasten werden etagenweise über die Fertigwandelemente abgetragen. In der letzten Etage enden die Fertigteile ca. 1,00 m über Geschossdecke. Dagegengesetzt erfolgt die normale Flachdachabdichtung. Im Fertigteil selbst sind keine Vorinstallationen für Elektrik enthalten. Die Installation wird vielmehr direkt auf die Fertigwände gesetzt und im Innenwandbereich mit Gipskarton verkleidet. Lediglich Lüftungsgitter für Küchen und Bäder sowie Hülsen für die Balkonbefestigungen wurden bereits eingebaut.

Wie Heinrich Laue, Werksleiter im Fertigteilwerk Albert, berichtet, sind nach Fertigstellung der Wohnanlage fast 280 werksmäßig produzierte Einzelelemente verbaut - von der nur 64 cm breiten Eckverbindung bis zur fertigen Wand im Format 9,00 x 2,91 m und einem Gewicht von 8.850 kg bis 11.000 kg. Das Gesamtgewicht der Fertigteile pro Wohnblock beziffert er auf 242,16 Tonnen. Für die komplette Wohnanlage wurden Fertigteile im Gesamtgewicht von ca. 1.000 Tonnen eingesetzt.

Analog zu den Fassadenplänen der Architekten wurden im Fertigteilwerk für jedes Bauteil Detailzeichnungen erstellt. Auf dieser Basis entwickelten die Ingenieure die für die Produktion notwendigen Werkpläne mit Informationen über Fertigungsmaß, Bewehrung und Montageverbindungen für Transport sowie Positionierung am Objekt. Die Fertigteile bestehen aus einem bewehrten Stahlbetonkern sowie der einbetonierten Verblendklinkerschale. Der Nachweis der dauerhaften Verbindung zwischen den Baustoffen Ziegel und Beton ist durch Prüfzeugnisse belegt. Wasser- und schlagregensichere Ausbildung der Wandtafeln wird durch den gefügedichten Betonkern gewährleistet. Die in speziellem Verfahren ausgesparten Fugen wurden komplett im Werk Albert verfugt. Die Fertigung der geschosshohen und raumbreiten Wandtafeln mit festgelegten Öffnungen für Fenster und Fenstertüren erfolgte in der Reihenfolge ihres Einsatzes auf der Baustelle.


Nach Informationen von Heinrich Laue und Fachberater Tim Smits, CRH Holland sowie verantwortlich für die problemlose Abwicklung des Auftrags in Dublin, wurden alle A•K•A-Fertigteile entsprechend den für Irland gültigen Bauvorschriften vom Irish Agreement Board (Buildung Product Certification) auf ihren Einsatz und die technische Eignung überprüft sowie zertifiziert. "Mit diesem Zertifikat kann A•K•A künftig die Fertigteilprodukte in ganz Irland und Großbritannien vertreiben."

Die Lieferung der Fertigelemente zur Baustelle nach Dublin erfolgte just-in-time mit Spezialtransportern (Innenladern) - via Straße, durch den Eisenbahntunnel Dover-Calais und mit der Fähre Holyhead-Dublin. Transport und Einbau der Elemente übernahm vor Ort ein 250 Tonnen Mobilkran. Gemäß Montageplan wurden die Elemente höhen- sowie fluchtgenau in ein Mörtelbett abgesetzt und lotgerecht durch Montagestützen eingewinkelt bis der Mörtel abgehärtet war. Die verklinkerten Bauteile sind in sich schub- und zugfeste Konstruktionen, die in Verbindung mit den Deckenscheiben die notwendige Stabilität herstellen. Die Montagezeit pro Geschoss lag bei zwei Tagen, incl. Nebenarbeiten bei einer Woche. Unter dem Strich erwies sich die Fertigelementbauweise erheblich preisgünstiger und damit wirtschaftlicher als konventionelles Vermauern.


Elementiertes Erstellen von Sichtmauerwerk bringt, so Gesamtvertriebsleiter Ernst Buchow, echte Vorteile: "Der Baufortgang wird durch den optimal organisierten Bauablauf zeit- und kostensparend beschleunigt. Die Bauteile sind sofort belastbar und mögliche Verarbeitungsfehler werden von vornherein vermieden. Das bedeutet, der Mangel an qualifizierten Maurern wird durch den Einsatz von Fertigbauteilen ausgeglichen. Zudem verbinden sich bei Ziegelverblendelementen hohe bautechnische und ästhetische Qualität mit Rationalität und Wirtschaftlichkeit."

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