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Verkürzte Bauzeit durch Ziegel-Wandelemente

(19.4.2005) Im scharfen Wettbewerb der Bauindustrie hilft deutschen Produktionsunternehmen oft nur die Investition in neue Dienstleistungen und Techniken. Mehrere Mitgliedswerke der Unipor-Ziegel-Gruppe, darunter insbesondere die Baustoffwerke Hüning (Olfen, Westfalen), setzen auf die maschinelle Vorfertigung von geschosshohen Wandelementen aus Ziegeln, wodurch Bauzeiten im Mauerwerksbau drastisch reduziert werden können - und damit auch die Baukosten.

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Die Ziegel-Elementbauweise verspricht durch ihre optimierte Ablauf-Planung eine kurze Bauzeit - die Hauptforderung der Investoren im Wohnungs- und Gewerbebau. Der Bauzeitenplan sollte exakt vorgegeben und eingehalten werden können, so dass der Rohbau effizient und ökonomisch geplant sowie schnell und sicher abgeschlossen werden kann. Für Investoren entstehen so geringere Kosten für Zwischenfinanzierung, Hypotheken und Personal. Zudem können sie mit einen früheren Kapitalrückfluss aus Mieteinnahmen rechnen.

Auch Bauunternehmer und Verarbeiter profitieren von der Ziegel-Elementbauweise. Durch die Optimierung der Material- und Personalkosten im Vorfertigungswerk sowie auf der Baustelle verbessert sich ihre Wettbewerbsfähigkeit. Zudem erhalten sie durch feste Zeitabläufe eine deutlich höhere Kalkulationssicherheit für das Bauvorhaben: Denn witterungsbedingte Arbeitsausfälle sind mit wenigen Ausnahmen ausgeschlossen. Ebenso entfallen unkalkulierbare Randstunden durch Dispositionsfehler, Lieferungsverspätungen oder Umsetzungsschwierigkeiten der Planungsvorgaben. Besonders wichtig: Die verbindlichen Bauzeitenpläne geben auch den nachfolgenden Gewerken eine bessere Planungssicherheit.

Vorreiter bei der Produktion von Ziegel-Wandelementen in Deutschland sind die Baustoffwerke Hüning in Olfen (Westfalen). Dort werden die Wandelemente aus Unipor-Ziegeln raumbreit und geschosshoch im Werk vorgefertigt - bis zu einer Höhe von 3,25 Metern und einem Gewicht von 5 Tonnen. Der Arbeitsablauf ist logistisch und technisch bis ins kleinste Detail durchgeplant - von der Fertigung über den Transport bis zur Montage der Wand-Elemente.

Fertigung der Ziegel-Elemente

Auf halbautomatischen Mauermaschinen fertigt qualifiziertes Fachpersonal die Ziegel-Elemente nach DIN 1053 Teil 4. Die Facharbeiter setzen dabei die vom Auftraggeber freigegebenen Element- und Produktionspläne in die Praxis um, in denen die statischen und gestalterischen Anforderungen an das Wandelement sowie die erforderliche Mörtel- bzw. Ziegelart und Wandstärke dokumentiert sind. Maßgenauigkeit wird garantiert durch den computergestützten, vollautomatischen Mörtelauftrag und das maschinelle Versetzen der Ziegel - seien es Elemente für monolithische Außenwände, tragende bzw. nichttragende Innenwände oder Schallschutzwände. Elemente für zweischalige Wandkonstruktionen oder für das Aufbringen von Wärmedämmverbundsystemen gehören ebenfalls zur Standard-Produktion. In jedes Element sind ggf. notwendige Beton-Bauteile bereits genauso integriert wie alle Tür- und Fensteröffnungen.

Transport und Montage

Die Mauerelemente werden im Taktverfahren auf selbstentladenden Transportfahrzeugen zur Baustelle gebracht und dort in Reichweite des Krans auf Innenlader- oder Großpaletten montagegerecht zwischengelagert. Mehrere geschosshoch eingebrachte Anker sorgen für die nötige Transportsicherheit. Exakt nach dem mitgelieferten Montageplan werden die Ziegelelemente mit Hilfe des Krans flucht- und höhengenau im Mörtelbett positioniert. Verstellbare Montagestützen gewährleisten die lotrechte Einwinklung jedes einzelnen Wandelementes. Untereinander werden die Elemente im Bereich der drei Zentimeter breiten Montagefuge verbunden: Die werkseitig in die Lagerfugen eingebrachte Schlaufenbewehrung greift nach dem Versetzen zu Bewehrungsringen übereinander. Bevor die Montagefuge vollfugig und geschosshoch verfüllt wird, verbindet ein lotrecht eingeführter Bewehrungsstab die Elemente. Wenn der Mörtel in den Elementverbindungen vollständig eingebracht ist, kann die Wand zur Aufnahme der Decke (auch im Lieferumfang des Herstellers) vorbereitet werden.

Neubau statt Sanierung

Vor dem Hintergrund dieser schnellen und hochwertigen Neubauweise hat die deutsche Ziegelindustrie - auf Initiative der Baustoffwerke Hüning - ein neues Modernisierungs-Konzept entwickelt, das den heutigen Mieter-Bedürfnissen gerecht wird: das sogenannte Abbruch-Neubau-Konzept.

Grundlage dieses Vorhabens sind wirtschaftlich kalkulierte Komplettlösungen für den Wohnungs-Neubau, deren Kosten oftmals auf einem deutlich niedrigerem Niveau liegen als die einer umfangreichen Altbau-Sanierung. Zudem können Wohnungszuschnitte und Ausstattung den heutigen Bedürfnissen angepasst werden, so dass eine dauerhafte Vermietbarkeit gesichert ist. Untersucht man zum Beispiel die typischen Wohnungszuschnitte der 50er und 60er Jahre mit Wohnungsgrundrissen von oft 40 bis 45 Quadratmeter für eine vier- bis fünfköpfige Familie, dann sind auch umfassende Sanierungsmaßnahmen ökonomisch nicht sinnvoll.

Das Abbruch-Neubau-Konzept eröffnet als ganzheitliche Lösung auch volkswirtschaftlich neue Perspektiven. So wird durch den Abbruch problematischer Altbauten und anschließenden Neubau die Lebens- und Wohnqualität vor allem in den Innenstädten erhöht. Jüngste Untersuchungen gehen allein in Nordrhein-Westfalen davon aus, das über 60.000 Wohnungen in den nächsten zehn Jahren benötigt werden - allerdings besteht hier mehr ein Anpassungs- und Erneuerungsbedarf und weniger ein Wachstumsbedarf wie noch in den letzten Jahrzehnten. Diese Thematik stellt sich nicht nur in NRW, sondern auch in anderen Bundesländern.

Unipor WS-Plus-Planziegel
Rohdichteklasse λR/W(mK)
0,80 0,12
0,85 0,12
0,90 0,13

Ob Wärmedämmung, Schallschutz oder Brandschutz - der Naturbaustoff Ziegel erfüllt die individuellen Ansprüche des modernen Hausbaus und ist daher auch für die Element-Bauweise prädestiniert. Durch seine bauphysikalischen Eigenschaften ermöglicht der Ziegel umweltgerechte, langlebige und kostengünstige Wandkonstruktionen. Erhebliches Einsparpotenzial bieten insbesondere die hervorragenden Wärmedämm-Eigenschaften des Ziegels: Ein monolithisch gebautes Ziegelhaus übertrifft inzwischen nicht nur die EnEV-Anforderungen, sondern erreicht nahezu Passivhaus-Standard - ohne kostspielige Zusatzdämmung der Außenwände. Verwenden Bauunternehmer beispielsweise den neuen WS-Plus-Ziegel von Unipor, bleiben die Energiekosten auf geringem Niveau - bei gleichbleibend guten statischen Werten des Mauerwerks.

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