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Allianz „Freie Wärme“ fordert Wirtschaftlichkeitspflicht für Nah- und Fernwärme


  

(20.10.2014) In vielen Städten und Gemeinden werden Nah- und Fernwärme als uneingeschränkte Problemlösung gesehen, wenn es um die energetische Zukunftsplanung der Kommunen geht. Dabei zeigen Studien, dass Nah- und Fernwärmenetze mit ...

  • geringer Anschlussdichte,
  • langen Wärmelieferstrecken,
  • sinkendem Energieverbrauch in Neubauten oder durch energetische Gebäudemodernisierungen in Sanierungsgebieten

... zunehmend an Attraktivität verlieren. Oftmals wird dann seitens der Wärmenetz­betreiber versucht, diese wirtschaftlichen Defizite mit Verbrennungsverboten, An­schluss- und Benutzungszwängen zu kompensieren. Die Bewohner sind dann an lang­jährige Wärmelieferverträge gebunden.

Beispiel: In der Gemeinde Unterwössen (Chiemgau) wurde nun die Umsetzung eines Fernwärmenetzes auf Eis gelegt - auch wenn sich der Gemeinderat ursprünglich für das Projekt ausgesprochen hatte. Befragungen der Verbraucher zum Projekt hatten laut OVB online ergeben, dass diese nur ein geringes Anschlussinteresse haben. In seinem Sachstandsbericht informierte der Unterwössener Bürgermeister bereits im Ju­ni den Gemeinderat darüber, dass immerhin 41 Absagen von 66 in Frage kommenden Gebäudeinhabern eingingen. Lediglich zehn Einwohner hätten eine verbindliche und neun eine mündliche Zusage gegeben, sechs waren unentschlossen - so das Ober­bayerische Volksblatt in seiner Onlineausgabe (Beitrag vom 5.6.2014).

„nicht optimales Wärmeversorgungsgebiet“

Jetzt, nach einer erneuten Wirtschaftlichkeitsüberprüfung durch zwei unabhängige Sachverständige, wurde Unterwössen als „nicht optimales Wärmeversorgungsgebiet“ eingestuft. Schon vor vier Monaten vermutete der Bürgermeister, dass die recht brei­te Ablehnung in der Bevölkerung an vielfach neu installierten Heizungen, einer relativ langen vertraglichen Bindung von 15 Jahren und an der offenen Preisentwicklung bei der Fernwärme liegen könnte. Auch seien die Kosten für das Nahwärmeprojekt nicht unerheblich gewesen. Von den 1,7 Mio. Euro Gesamtkosten hätte die Gemeinde ab­züglich der Subventionen und Anschlusskosten langfristig 1,3 Mio. Euro und kurzfris­tig noch 200.000 Euro aufbringen müssen.

Für die Allianz “Freie Wärme“ - eine Initiative von „Pro Schornstein“ - ist das Beispiel rund um die Gutachten und Entscheidungen in Unterwössen richtungsweisend. Johan­nes Kaindlstorfer, Sprecher der Allianz Frei Wärme, sagt dazu: „Die Verantwortlichen in Unterwössen haben vernünftig und richtig entschieden. Die Wirtschaftlichkeit von Nah- und Fernwärmeprojekten muss unbedingt gegeben sein, damit Betreiber und Bürger nicht in eine Kostenfalle tappen. Außerdem dürfen den Bürgern keine Zwänge oder Verbote auferlegt werden, um auf Umwegen zu schwarzen Zahlen zu kommen“. Schließlich könne man mit modernen energieeffizienten Heizungsanlagen wie zum Bei­spiel Öl-/Gas-Brennwertheizungen, solarthermischen Anlagen, Zentralheizungskesseln für feste Biomasse, Wärmepumpen, neueren Systemen wie Mini- und Mikro-KWK aber auch Einzelraumfeuerstätten wie Kamin- und Kachelöfen je nach Gebäude bis zu 40 Prozent Energie oder mehr einsparen und zudem noch die Umwelt schonen (... und man bräuchte dann auch in den meisten Fällen eine Abgasanlage). Und dies werde viel zu oft leichtfertig außer Acht gelassen.

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