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BGR Bericht „Deutschland – Rohstoffsituation 2024”

(8.1.2026) Mineralische Rohstoffe bilden die Grundlage nahezu aller Bauaktivitäten. Ob im Hochbau, im Straßen- und Tiefbau oder bei Infrastrukturprojekten – ohne Gesteinskörnungen, Zementrohstoffe, Industrieminerale und Metalle sind Bauprozesse nicht umsetzbar. Der Bericht „Deutschland – Rohstoffsituation 2024” der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) beleuchtet die aktuelle Versorgungslage und ordnet die Bedeutung einzelner Rohstoffgruppen für die deutsche Wirtschaft ein.

Ein zentrales Ergebnis: Mineralische Rohstoffe stellen mengenmäßig den mit Abstand größten Rohstoffbedarf in Deutschland dar. Insbesondere Sand, Kies, Naturstein sowie Kalk- und Tonrohstoffe werden überwiegend im Inland gewonnen und bilden das Rückgrat der Baustoffversorgung. Gleichzeitig unterliegen diese Rohstoffe starken regionalen Abhängigkeiten, da Transportdistanzen aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen begrenzt sind.

Bericht „Deutschland – Rohstoffsituation 2024” zur Versorgung mit mineralischen Rohstoffen.
(Bild: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, BGR)
 

Regionale Verfügbarkeit und Genehmigungssituation

Der Bericht zeigt, dass die langfristige Sicherung der Rohstoffgewinnung zunehmend durch Flächenverfügbarkeit und Genehmigungsverfahren beeinflusst wird. Gewinnungsstätten für Kies, Sand und Naturstein müssen langfristig geplant und raumordnerisch gesichert werden. Verzögerungen bei Genehmigungen können sich unmittelbar auf die regionale Versorgung mit Baustoffen auswirken und Bauprojekte verteuern oder verzögern.

Für die Bauwirtschaft bedeutet dies, dass die Rohstoffsicherung nicht allein eine Frage von Markt und Nachfrage ist, sondern eng mit politischen, planerischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verknüpft bleibt.

Recyclingbaustoffe gewinnen an Bedeutung

Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts liegt auf der Nutzung von Sekundärrohstoffen. Bau- und Abbruchabfälle stellen in Deutschland den größten Abfallstrom dar. Ein erheblicher Teil wird bereits stofflich verwertet, vor allem als Recyclingbaustoffe im Straßen- und Erdbau. Die BGR ordnet diese Sekundärrohstoffe als wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung ein, weist jedoch auch auf qualitative und regulatorische Grenzen hin.

Recyclingbaustoffe können Primärrohstoffe nicht vollständig ersetzen, leisten aber einen relevanten Beitrag zur Entlastung natürlicher Lagerstätten. Voraussetzung dafür sind eine gleichbleibende Materialqualität, klare Regelwerke sowie eine funktionierende Aufbereitung und Logistik. Damit gewinnt das Thema Baustoffrecycling zunehmend strategische Bedeutung für Bauunternehmen, Kommunen und Infrastrukturträger.

Importabhängigkeit bei ausgewählten Rohstoffen

Während mineralische Massenrohstoffe überwiegend aus heimischer Förderung stammen, bleibt Deutschland bei zahlreichen Metallen und Spezialrohstoffen stark importabhängig. Diese Rohstoffe sind unter anderem für Maschinen, Baugeräte, Bewehrungen oder technische Ausstattungen von Bauwerken erforderlich. Der Bericht zeigt, dass geopolitische Entwicklungen, Handelsbeschränkungen oder gestörte Lieferketten die Verfügbarkeit und Preise dieser Rohstoffe beeinflussen können – mit indirekten Auswirkungen auf Baukosten und Projektplanung.

Bedeutung für Baukosten und Baukonjunktur

Die Rohstoffsituation wirkt sich unmittelbar auf die Bauwirtschaft aus. Schwankungen bei Verfügbarkeit und Preisen von Baustoffen beeinflussen Kalkulationen, Ausschreibungen und Investitionsentscheidungen. Der BGR-Bericht liefert hierfür eine Datengrundlage, um Entwicklungen frühzeitig einzuordnen und Risiken besser bewerten zu können.

Insbesondere für öffentliche Bauherren und die Bauindustrie gewinnt die langfristige Betrachtung der Rohstoffversorgung an Bedeutung. Themen wie regionale Rohstoffsicherung, Recyclingquoten und effiziente Materialnutzung werden zunehmend als Teil einer nachhaltigen Bau- und Infrastrukturstrategie verstanden.

Die BGR stellt umfangreiche Daten und Analysen bereit, die nicht nur rohstoffpolitische Fragen adressieren, sondern auch direkte Relevanz für Planung, Ausführung und Wirtschaftlichkeit von Bauprojekten haben. Der Bericht „Deutschland – Rohstoffsituation 2024” steht zum kostenfreien PDF-Download unter bgr.bund.de/rohstoffsituationsbericht zur Verfügung.

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