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verputzte Ziegelwände sind dauerhaft luftdicht

(17.12.2002) Wenn uns im Winter draußen ein eisiger Wind entgegenbläst, werden die eigenen vier Wände zum schützenden Unterschlupf. Vorausgesetzt, es ist alles dicht und keine kalte Zugluft pfeift durch das Haus. Unkontrollierter Luftaustausch kann auch zu erheblichen Wärmeverlusten und Feuchtigkeitsschäden führen. Damit sind die Anforderungen der Energie-Einsparverordnung (EnEV) nicht zu erfüllen. Aber Massivhäuser mit mindestens einseitig verputztem Ziegel-Mauerwerk sind laut Deutsche Poroton bereits ohne Zusatzdämmung dauerhaft luftdicht. Mit dem so genannten "Blower-Door-Test" kann die Dichtheit von Gebäuden unabhängig von Witterungsverhältnissen nachgewiesen werden.

Luftströme durch die Außenhülle treiben den Heizenergie-Verbrauch deutlich in die Höhe: Schon ein Spalt mit einem Millimeter Breite und einem Meter Länge verringert den Dämmwert bei Windstärke 3 bis 5 um bis zu 65 Prozent. Luftdichtheit reduziert also den Energiebedarf. Die Luftdichtheit hat einen maßgeblichen Einfluss auf Wohnqualität und Energieverbrauch. Der Wohnkomfort wird erhöht.

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Der Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen e.V. (FLiB) weist darauf hin, dass nach der Europäischen Norm 13829 die Luftdichtheit mit dem Blower-Door-Test durchzuführen ist. Mit diesem Differenzdruckverfahren steht eine standardisierte und zuverlässige Messmethode zur Verfügung. FLiB empfiehlt, eine solche Prüfung in den Bauvertrag mit aufzunehmen und auf jedem Fall bei der Bauabnahme durchzuführen. Bei Gebäuden mit Lüftungsanlage ist der Test ohnehin verbindlich. Das stützt zudem die Sensibilität bei der Bauausführung. Gemäß EnEV werden dichtheitsgeprüfte Gebäude mit einer Gutschrift bei der Berechnung des Wärmebedarfs honoriert: Der Lüftungs-Energiebedarf kann dann rund 10 Prozent niedriger angesetzt werden. Hier erweist sich der Ziegel als überaus vorteilhaft.

Dabei wird ermittelt, wie oft das Luftvolumen des Hauses bei einer bestimmten Druckdifferenz zur Außenluft pro Stunde ausgetauscht wird. Den Druck baut ein Gebläse auf, das in eine Fenster- oder Türöffnung eingesetzt wird. Dazu muss der Ventilator einen so hohen Volumenstrom fördern, wie durch Leckstellen entweicht. Nach DIN 4108-7 ergibt sich der Messwert, indem der Volumenstrom durch das Volumen des Gebäudes geteilt wird. Dieser wird als n50-Wert ausgewiesen. Während der Druck im Haus aufgebaut ist, können Leckagen mit Rauchspendern, Luftgeschwindigkeitsmessern und der Thermografie leicht erkannt werden. Blower-Door-Tests sollten von erfahrenen Ingenieurbüros durchgeführt werden.

Wer massiv - beispielsweise mit Poroton-Ziegeln - baut, ist bei der Luftdichtheit auf der sicheren Seite: Einseitig verputztes Mauerwerk ist gemäß DIN 4108-3, 1999-07 luftdicht. Bei Fertighäusern in Leichtbauweise ist dagegen stets eine Luftdichtheitsschicht nötig. Dazu müssen verschiedene Materialien, etwa Folien oder Windpapiere, sorgfältig zu einer Sandwich-Dämmung verbunden werden - und dies dauerhaft, nicht nur bis zum Ende der Gewährleistung. Bei der massiven Planziegelwand und einer einseitig aufgebrachten Putzfläche ist die Luftdichtheitsschicht schon mit eingebaut - ohne zusätzliche Kosten. Zur Vereinfachung des Planziegelmauerwerks wurde das VD-System entwickelt. Mit einer speziellen Mörtelwalze wird eine vollkommen "deckelnde" Lagerfuge erreicht - eine so genannte "Vollflächige Dünnbettmörtelfuge" (VD).

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  • DIN Recherche nach Normen und Verlagsartikeln - Stichwort: "DIN 4108"
  • "Außenwände" bei Baulinks

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