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Maßnahmen gegen Befall von Mikroorganismen: So bleiben Fassaden algen- und pilzfrei

  • Hinweis-Pflicht für Planer und Verarbeiter
  • Vorbeugen mit hydrophoben Oberputzen

(20.6.2003) Konstruktive Maßnahmen und weitsichtige Produktwahl minimieren das Risiko von Algen- und Pilz-Befall auf Fassaden. Baufachleute sollten die vorbeugenden Ansätze kennen - und an ihre Kunden weitergeben, denn: Nach jüngster Rechtssprechung gehört es gar zu den Pflichten der Planer (und Bauleiter) bzw. Handwerker, den Bauherren u. a. auch über das Algen- und Pilzproblem aufzuklären.

<---->Algen und Pilze gehören seit Jahrmillionen zu unserem Biosystem. Sie sind Teil unserer Umwelt. Auf Fassaden bleiben sie unerwünscht – sie werden oftmals als optischer Mangel empfunden. Um Befall zu vermeiden oder zumindest einzuschränken, helfen konstruktive Aspekte; bei der professionellen Sanierung befallener Flächen kommen i. d. R. spezielle Produkte zum Einsatz.

Faktoren für Algen- und Pilz-Befall:

  • Faktor 1: Die Lage bestimmt das Risiko eines Befalls maßgeblich.

Unter bestimmten Bedingungen wachsen die allgegenwärtigen Mikroorganismen auf fast allen Untergründen. Eine einzelne Ursache lässt sich zwar nicht ausmachen, jedoch unterstützen mehrere Faktoren den Befall: Neben hohem Feuchtigkeits- und Nährstoff-Angebot begünstigen Umfeldeinflüsse den Bewuchs. Dazu gehört die (geografische) Lage und die Nähe zu Bäumen, Wasserflächen oder landwirtschaftlichen Arealen. Auch scheint der ländliche Raum mit seiner besseren Luftqualität das Wachstum zu begünstigen - wie übrigens auch der Klimawandel zu milderen Wintern und feucht-warmen Sommern.

  • Faktor 2: Algenbefall hat fast immer Pilz-Bewuchs zur Folge.

Algen "leben" von Wasser und Photosynthese. Sie bilden dabei ein gallertartiges Milieu, auf dem sich auch Pilze ansiedeln können. Algen und Pilze bilden dann an der Fassade eine Symbiose, also eine Lebensgemeinschaft. Sie werden durch die Luft verbreitet und finden durch Stäube, Luftfeuchtigkeit etc. in unseren Breiten ihre Nahrung. Dies erklärt, warum oftmals Mischbefall vorliegt.

  • Faktor 3: Unter bestimmten Umständen begünstigen niedrige Oberflächentemperaturen an den Außenseiten der Wände den Befall durch die Mikroorganismen.

Immer wieder gelten dämmende Bauweisen als Ursache für den Algenbefall: Der Wärmeabfluss von innen nach außen ist reduziert, dadurch wird die Fassadenoberfläche weniger "beheizt". So bleiben die Außenflächen vergleichsweise kühl: verstärkte Tauwasserkondensation kann die Folge sein. Trocknen diese Fassadenflächen nicht ab, ist mit der Feuchtigkeit eine der Wachstumsvoraussetzungen für Algen und Pilze erfüllt.

Weitsichtig planen: der beste Algen- und Pilz-Schutz

Einige konstruktive Tricks minimieren die Befall-Gefahr erheblich: An erster Stelle steht der ausreichende Dachüberstand. Dieser reduziert die Regenbelastung der Fassade und mindert gleichzeitig die nächtliche Auskühlung, d. h. die Wärmeabstrahlung des Gebäudes in den Nachthimmel. Tropfkanten, geneigte Verwahrungen und Wasser abführende Gesimse oder Attiken entlasten die Fassade von zusätzlichem Wassereintrag. Ein Regenprallstreifen bzw. Spritzwasserschutz schützt den Sockel.

Auch die Fassadenoberfläche selbst beeinflusst die Bewuchsneigung. Farben und Putze mit minimaler Wasseraufnahme und hoher Wasserdampfdiffusionsfähigkeit eignen sich am besten - also organisch gebundene Materialien oder hochwertige, echte Siliconharzprodukte. Hydrophobie (Wasserabweisung) senkt die Wasseraufnahme bei Regen. Super-hydrophobe, mikrostrukturierte "Lotus”-Beschichtungen halten durch ihre selbstreinigende Eigenschaft die Fassade bei Beregnung sauber und trocken. Das nimmt den Mikroorganismen einen wichtigen Teil ihrer Lebensbedingungen.

Konstruktive Maßnahmen und hoch hydrophobe, wenig rissanfällige Beschichtungen (z. B. Lotusan, Stolit, StoSilco, StoSilco Color - ggf. mit speziellen Zusatzausrüstungen) liefern also optimalen Schutz nach heutigem Stand.


Doppelt hält besser

Bei befallenen Flächen reicht ein einmaliger Egalisationsanstrich für zuverlässigen Fassadenschutz nicht mehr. Ein zweimaliger Auftrag mit entsprechender Grundierung führt zu optimierten Ergebnissen. Bei stark gefährdeten Bereichen sollten grundsätzlich kürzere Renovierungsintervalle geplant werden.

Umweltfreundliche Alternativen in Sicht

Derzeit entwickeln Techniker der Sto AG physikalische Ansätze zur Reduzierung eines möglichen Befalls durch Algen und Pilze an Fassadenflächen. Dazu gehören z. B. spezielle Oberflächenstrukturen oder Maßnahmen, die die Kondenswasserbelastung und damit einen Feuchtefilm an der Fassadenoberfläche reduzieren.

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