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180°-Panorama-Glasfassade 18 Meter hoch

(25.9.2015) In Baden-Baden entsteht mit der Cité ein neues, junges Stadtviertel. Prägend und als Eyecatcher weithin sichtbar steht an dessen Anfang das neue Cine­plex Kino - siehe (irgendwann) Google-Maps. Imposant wirkt die gläserne, 18 Meter hohe und um bis zu 180° gebogene Glasfassade:


Fotos: Freyler Metallbau

Für den gesamten Gebäudekomplex zeichnet die ARGE Cineplex mit Jörg Metzmeier und Matthias Hansske verantwortlich, die 960 m² große Glas-Fassade mit ihrer filigran wir­kenden Stahl-Aluminium Konstruktion hat Freyler Metallbau konzipiert und realisiert.

Neben 8 Kinosälen mit 1.350 Sitzplätzen beherbergt das Gebäude auch einen großzü­gigen Gastronomiebereich mit Restaurants, Cafés und Bars, ein Fitnessstudio, das sich mit Schwimmbad über zwei Etagen erstreckt, sowie eine Dachterrasse. Akzentuiert wird der Komplex durch die markante Architektur der Stirnseite: Die Fassade ist über die gesamte Gebäudehöhe verglast und wie ein Turm mit einem Durchmesser von 21,4 Metern in den unteren beiden Geschossen um 130° und in den zwei Obergeschossen um 180° segmentiert.

Im Inneren erstreckt sich das Foyer offen über alle Etagen, hier befinden sich der Haupteingang zum Kino und die Zugän­ge zu den einzelnen Sälen. An das gläserne Atrium schließt der Kinokomplex mit 17.000 m² Nutzfläche an.

Freyler Metallbau konnte die Ausschreibung mit einer filigra­nen Sonderlösung aus Stahl, Aluminium und Glas für sich entscheiden:

  • Mitte August 2014 erhielt der Metaller den Zuschlag.
  • Im September wurde die Planung gemeinsam mit den Architekten abgestimmt.
  • Anschließend wurden innerhalb von 8 Wochen die Fassadenelemente vorgefertigt.
  • Im Dezember startete die Montage.
  • Mitte April 2015 wurde der Kinobetrieb gestartet.

18 Meter hohe, segmentierte Glasfassade

Aufgrund ihrer Höhe und der Windlasten wurde die haupt­sächlich frei tragende Pfosten-Riegel-Fassade mit Stahlrie­geln und Aluminiumpfosten in Kombination mit dem System Raico Therm+ S-I bezie­hungsweise Therm+ A-I konstruiert. Zu der der Kraft bzw. Eigenlast auf den Fußpunkt von 33 kN/Pfosten kommen enorme Windlasten durch die Segmentierung der exponiert stehenden Fassade - laut Freyler ...

  • einen Windsog von -0,98 kN/m² und
  • einen Winddruck von 0,65 kN/m².

 „Daher haben wir das klassische Statiksystem der Pfosten-Riegel-Fassade umge­kehrt“, erklärt Geschäftsbereichsleiter Stefan Gauss von Freyler Metallbau. „Die hori­zontalen Riegelebenen wurden komplett ausgesteift und über sie werden die Lasten der Fassade abgetragen. Dazwischen stehen 56 mm x 225 mm starke Aluminium-Pfosten als Einfeldträger.“ Die Windlasten werden dann über die Riegelebenen in die Stahlbetonstützen des Hauptgebäudes eingeleitet.

Individuell gefertigte Stahlriegel

Der starre Lamellen-Sonnenschutz verursacht zusätzliche Lasten. Die Stahlprofile haben deshalb variable Dicken, die jeweils für die Statik der Fassade nötig waren. Die stirnseitigen Wandungen sind zudem massiver als die seitlichen Flansche. Freyler hat sich für lasergeschweißte „Montanstahl“-Profile entschieden, die Laserprofile sind als massive und scharfkantige Rechteck-Profile ausgeführt. Neben den drei Stahl-Riegeln gibt es weitere fünf Aluminium-Riegel in der Konstruktion.

Die Stahl-Riegel sowie jeder zweite Pfosten machen an 6 beziehungsweise 8 schlan­ken Grundsäulen des Atriums fest, sie sind dort punktuell befestigt. Damit ist die Kon­struktion in der Lage, die etwa 175 Scheiben im Format von bis zu 1,90 m x 2,90 m und mit einem Gewicht von ca. 250 kg je Scheibe zu tragen.


Lammellensystem schützt vor Sonne

Als Sonnschutz ist ein starres Lamellensystem vor die Fassade gehängt. Die einzel­nen Aluminiumlamellen sind 250 mm tief und hängen wie ein Schild vor dem Gebäude. Die Gewichtslasten des Sonnenschutzes gehen in die Dachkonstruktion ein, die Wind­lasten über Abstandshalter in die Glasfassade. Daneben musste auch der 2,5 m hohe, 8 m lange und etwa 200 kg schwere Schriftzug „Cineplex“ an der Fassade befestigt werden - diese Lasten werden durch kleine Fugen zwischen den Gläsern abgetragen.

Fassadenkonstruktion mit speziellem Korrosionsschutz

Neben dem Atrium hat Freyler Metallbau auch die verglasten Seitenfassaden des Fit­ness- und Gastronomiebereiches übernommen. Insbesondere bei der Schwimmbadver­glasung musste auf den erhöhten Korrosionsschutz geachtet werden. Für den Korro­sionsschutz sorgt hier eine Oberflächenbeschichtung der Korrosivitätskategorie C4 nach DIN EN ISO 12944. Da zudem Spannweiten von 6 Metern gewünscht waren, hat Freyler hier eine Pfosten-Riegel-Fassade als Stahl-Sonderkonstruktion mit geschweiß­ten Stahlprofilen ausgeführt - diese sind 56 mm breit und 200 mm tief. Die Lasten werden klassisch über die Pfosten abgetragen. Für eine möglichst ungehinderte Sicht wurden Glasscheiben im Format 2,8 m x 4 m verbaut mit einem Einzelgewicht von über 720 kg pro Scheibe.

Weitere Informationen zu Glasfassaden können per E-Mail an Freyler angefor­dert werden.

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