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Für die Bauwirtschaft ist das Jahr 2003 "gelaufen"

(4.7.2003) "Die gesamte Bauwirtschaft ist von den konjunkturellen Erwartungen der Gesamtwirtschaft abhängig. Und hier ist im Bereich der Auftragseingänge keine Belebung erkennbar. Vielmehr drängt sich zunehmend der Eindruck auf, als wäre das Jahr 2003, was Investitionsentscheidungen in der Wirtschaft anlangt, schon 'gelaufen'." So fasste der Präsident der Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB), Heinz-Werner Bonjean, anlässlich der Jahrespressekonferenz des Verbandes in Berlin die Stimmung in der Baubranche zusammen.

In den ca. 300.000 Mitgliedsbetrieben im gesamten Verbandsbereich der Bundesvereinigung Bauwirtschaft ging im Jahr 2002 der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um rund 5% auf 191 Mrd. Euro, die Beschäftigtenzahl um fast 7% auf knapp unter 3 Mio. Personen und die Zahl der Lehrlinge um ca. 15% auf rund 255.000 Auszubildende zurück.

Im Bauhauptgewerbe wird für das Jahr 2003 einen Umsatzrückgang zwischen 3 und 4% und einen Beschäftigtenabbau um etwa 5%, d.h. um bis zu 60.000 Mitarbeiter erwartet. Die Beschäftigung im Ausbaugewerbe wird sich gemäß den handwerksinternen Umfragen in einer Vielzahl der Unternehmen nicht auf dem Niveau des Vorjahres halten lassen. Im Ausbaubereich ist mit einem Rückgang der Umsätze um 4% und der Beschäftigten um 6% zu rechnen. Im Bereich der Haus- und Gebäudetechnik verzeichnen die Unternehmen zum Teil bisher nicht bekannte Umsatzeinbrüche. So hat das Elektrotechniker-Handwerk im Jahr 2002 mit - 6,4% die stärksten Einbußen während der letzten 30 Jahre hinnehmen müssen. Im Heizungs- und Sanitärbereich gingen die Umsätze auch in der Altbausanierung trotz eines hohen Modernisierungsbedarfs zurück. Noch stärker waren die Umsatzverluste im Neubaubereich. Im Bereich der Haus- und Gebäudetechnik wird daher einen Rückgang der Beschäftigten um fast 4% bei einem Umsatzrückgang von ca. 3% erwartet.

Bonjean forderte für die Unternehmen von der Bundesregierung "endlich wieder Verlässlichkeit und langfristige Planbarkeit ein und nicht Aktionismus wie bei der Änderung der Handwerksordnung". Bonjean: "Statt Schwarzarbeit zu legalisieren, und um einen solchen Versuch handelt es sich de facto bei der HWO-Novelle, wäre es sinnvoll, sie an ihren Ursachen, den äußerst hohen Lohnzusatzkosten und der immensen Belastung des Handwerks durch Steuern und Abgaben, zu bekämpfen."

Bonjean gab zu bedenken, dass mit einer Förderung der Kleinstunternehmer auf Kosten der leistungsfähigen und insbesondere arbeits- und ausbildungsplatzschaffenden mittelständischen Unternehmer, es zwar kurzfristig mehr Selbständige geben wird, die sich jedoch nicht langfristig am Markt werden halten können, und die dann später ohne soziale Absicherung direkt der Sozialhilfe anheimfallen. Bonjean wörtlich: "Vor diesem Hintergrund ist es natürlich völlig utopisch zu glauben, diese Kleinstunternehmen würden Arbeitsplätze schaffen, verlieren doch die Ich-AGs in diesem Fall erstens ihre Subvention und säßen aufgrund der hohen Lohnzusatzkosten dann in derselben Falle, wie wir regulären Unternehmer auch ...".

Dagegen unterstützt die BVB die Pläne der Politik zum Vorziehen der dritten Stufe der Steuerreform auf 2004. Ein lineares Absenken von Subventionen zur weiteren Gegenfinanzierung könne die Bauwirtschaft ebenfalls noch unterstützten. Aber die vollständige Abschaffung der Eigenheimzulage, die eine Investitionszulage für die Bauherren ist, wird abgelehnt. Das deutsche Baugewerbe hat hier bereits wiederholt einen Vorschlag zum Umbau eingebracht, der die Zielgenauigkeit verbessern könne bei gleichzeitigen Einsparmöglichkeiten für den Bundeshaushalt. Auch die Schwarzarbeit am Bau wäre mit diesem Vorschlag ein Stück weit zurückzudrängen.

Für Bonjean bleibt es dabei: "Investitionen in Immobilien wird nur derjenige tätigen, der Vertrauen in die zukünftige wirtschaftliche und politische Entwicklung hat und ohne die Bauwirtschaft gibt es auch keinen allgemeinen Aufschwung."

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