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Integrierte Stadtentwicklung als Erfolgsbedingung einer nachhaltigen Stadt

(14.10.2007) Zur fachlichen Vorbereitung der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007 wurde das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) beauftragt, im Rahmen einer internationalen Vergleichsstudie zu untersuchen, inwieweit Ansätze einer integrierten gebietsbezogenen Entwicklung benachteiligter Stadtteile in den 27 EU-Mitgliedsstaaten realisiert werden.

Zusammenfassend zeigt sich, dass integriertes Vorgehen bei der gebietsbezogenen Entwicklung benachteiligter Stadtquartiere in der EU eine unterschiedlich starke Verbreitung hat - je nach Rahmenbedingungen, spezifischen Problemen und Prioritätensetzungen. In Westeuropa dominieren nationale Programme oder umfassende Ansätze für einzelne Regionen und Städte, in Mittel- und Osteuropa bezieht sich integrierte Stadtteilentwicklung eher auf einzelne Projekte und Maßnahmen. In den meisten westeuropäischen Staaten umfassen solche Ansätze neben städtebaulichen Aspekten meist auch soziale und lokalwirtschaftliche Fragestellungen, während sich der Großteil mittel- und osteuropäischer EU-Staaten stärker auf städtebauliche Maßnahmen konzentriert.

Insgesamt ist der Trend zu beobachten, dass integrierte Stadtteilentwicklung als Strategie zur Überwindung sozialräumlicher Spaltungstendenzen im EU-Raum auf dem Vormarsch ist. Dabei müssen jedoch - trotz aller bisherigen Erfolge - noch eine Reihe von Herausforderungen bewältigt werden. So zeigen mehrere Evaluationsstudien, dass zwar Verbesserungen in den Quartieren erzielt, allerdings noch keine umfassenden Problemlösungen erreicht werden konnten. Vielfach ist die ressortübergreifende Kooperation auf nationaler, regionaler und kommunaler Verwaltungsebene verbesserungsbedürftig.

Umgekehrt wird für einige westeuropäische EU-Staaten eine zu große Komplexität der "Förderlandschaft" und ihrer Organisationsstrukturen konstatiert. Fehlende "Beteiligungstradition" bzw. die rechtliche Verankerung von Partizipation erschwert vielerorts ein integriertes Vorgehen auf der Umsetzungsebene. Generell erscheint es wünschenswert, baulich-städtebauliche Ziele noch stärker um solche aus dem sozialen und wirtschaftlichen Bereich zu ergänzen.

Die Difu-Studie bildete eine Grundlage für die "Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt", die am 24. Mai 2007 im Rahmen des informellen Treffens der Stadtentwicklungsminister/innen der EU in Leipzig verabschiedet wurde. Darin einigten sich die Minister/innen unter anderem darauf, Strategien für die Entwicklung benachteiligter Stadtteile künftig einen noch größeren Stellenwert beizumessen.

Das Thema integrierte Stadtentwicklungspolitik wird vom Difu bereits seit vielen Jahren bearbeitet, so bei der Programmbegleitung des Bund-Länder-Programms "Soziale Stadt" und mit Blick auf andere Länder im Rahmen des EU-Programms URBACT; hierfür erstellte das Institut ein "Virtual File".

Das demnächst startende URBACT II-Programm der EU bietet nun erweiterte Fördermöglichkeiten für alle Städte. Wesentliches Ziel des Programms ist es, die Vernetzung von Wissen und den Erfahrungsaustausch zwischen den Städten im Bereich der integrierten Stadtentwicklung zu stärken. Dabei werden themenbezogen multinationale Netzwerke und Arbeitsgruppen gefördert, in denen die Städte selbst Lernprozesse erfahren sollen und gemeinsam 'good-practices' entwickeln werden. Vom 4.-6. November 2007 wird dazu eine Konferenz in Berlin stattfinden.

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