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Lust auf Ornamente, gestillt mit vier Pflasterklinker-Sortierungen


  

(6.10.2018) Kopfsteingepflasterte Straßen, kleine Gassen und schmucke alte Häuser: Svendborg ist 2016 nicht umsonst von einer professionellen Fachjury zur gemütlichsten Handelsstadt Dänemarks gekürt worden. Zahlreiche Cafés, Restaurants und Kunstwerkstätten machen die Hauptstadt der dänischen Insel Südfünen heute zu einem lebendigen und modernen Ort, der auf eine lange Geschichte zurück blicken kann: Immerhin war Svendborg bereits im Mittelalter eine wichtige Handels- und Handwerkerstadt, deren Haupterwerb in der Seefahrt lag.

Inzwischen wurden viele kleine Gassen, die das gemütliche Stadtzentrum mit der Hafenfront verbinden, im Zuge einer strategischen Umgestaltung erneuert. So auch die historische Munkestræde, die mit ihren 28 Treppenstufen den zentralen Platz Torvet mit dem Bahnhof verbindet (siehe Google-Maps). Die Architekten des dänischen Büros NOAA belebten diese Gasse mit verschiedenen Pflasterklinkern von Hagemeister neu.

alle Fotos © Helle Steffen 

In Svendborg geht es beschaulich und gleichzeitig geschäftig zu. Die Stadt unternimmt viel, um für ihre Bürger lebenswert zu sein. So gehört diese seit einigen Jahren dem Cittaslow-Verbund an, dessen Ziel es ist, die Lebensqualität zu verbessern. Werte wie Qualität, Nachhaltigkeit und örtliche Produkte werden hier gefördert. Das Projekt „Liv I bin My“ der Gemeinde Svendborg interagiert mit Bürgern, Nachbarn und Organisationen, um die Stadt mit der Erneuerung von öffentlichen Räumen zu revitalisieren. So auch die historische Munkestræde.

Die historische Gasse der Mönche wird neu belebt

Die Munkestræde kann auf eine besondere Historie zurückblicken. Ab etwa 1200 n. Chr. war die Gasse der Hauptweg von der Abteikirche zum Brunnen der Franziskanermönche und wird deshalb „Die Gasse der Mönche“ genannt. Bei dieser Geschichte lag es auf der Hand, Pflasterziegel zu verwenden, wie es auch die Mönche beim Bau ihrer Abteien zu jener Zeit taten. Damals waren die Ziegel, sogenannte Klosterziegel, etwas größer als die, die heute zum Einsatz kommen.

In den 1970er Jahren wurde die Gasse mit Betonsteinen rekonstruiert. Ein Material, das die Gasse dunkel und ungemütlich wirken ließ und nicht zum Verweilen einlud. Steine und Stufen nutzten sich außerdem schnell ab.

Dem Wunsch, wieder ein Erlebnis aus dem Gang durch die kleine Gasse zu machen, ist die Gemeinde schließlich im Sommer 2017 nachgekommen.

Diverse Sortierungen im Mix

Der Neugestaltung der Munkestræde orientiert sich einerseits an der historischen Verwendung von Klosterziegeln in vergangenen Zeiten und versteht sich andererseits als ein Dialog mit den Gebäudefassaden, welche die Gasse einrahmen. „Die Fassaden sind mit historischen Bezügen aus grauem Meißelstein verziert, weshalb für die neue Pflasterung warm getönte Klinker und parallele Kanäle aus grauem Beton gewählt wurden,“ erklärt Ole Smith von NOAA. Die Treppe hat übrigens 28 flache Stufen und eine Länge von 30 m. Jede einzelne Stufe wurde individuell gestaltet.

Der Mix aus vier Sortierungen ist durch verschiedene Muster und Ornamente geprägt. „Die Pflasterklinkerung gab Raum zum Experimentieren mit Klinkerverbindungen und Mustern, die sich direkt auf lokale historische Gebäude beziehen. Das Design ist eine moderne, spielerische Iteration des historischen Kontextes“, erzählt Architekt Ole Smith.

Die Munkestræde lädt zu einer kurzen Reise in die Zeit der Mönche ein. Die großen Stufen spiegeln die dynamische Form der Gasse wider, die von den umliegenden Gebäuden im Laufe der Zeit geformt wurde. Da die Stufen nicht mit den Wänden der Nachbargebäude verbunden sind, scheint es so, als ob sie zentral in der Gasse schweben.

Weitere Informationen zu Pflasterklinkern können per E-Mail an Hagemeister angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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