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Bühne städtischen Lebens: GIMA-Pflasterklinker für den neu gestalteten Blücherplatz in Spenge

(8.8.2022) Wie wichtig öffentlicher Raum für die Stadtgesellschaft ist, wurde gerade in der ersten Phase der Pandemie erneut deutlich: Die Nutzungsqualität von Freiplätzen und Parkanlagen rückte merklich in den Fokus. Öffentlichen urbanen Lebensraum zur Verfügung zu stellen und diesen auch lebenswert zu gestalten, ist jedoch nicht erst seit den jüngsten Herausforderungen ein erstrebenswertes Ziel von Städten und Gemeinden geworden.

alle Fotos © Anke Müllerklein 

2019 nahm sich etwa die Stadt Spenge in Nordrhein-Westfalen der Aufgabe an, den zentral gelegenen Blücherplatz (siehe Google-Maps) neu zu konzipieren. Aus einer unnahbaren, autobefahrenen Straßenkreuzung mit Parkplätzen sollte ein Ort der Kommunikation, des Spiels und des ungezwungenen Aufenthalts entstehen, der bewusst von den Bewohnern eingenommen werden soll. Das gestalterisch verbindende Merkmal bildet dabei ein Belag aus Pflasterklinkern von GIMA.

Vor dem Umbau zeigte sich der Blücherplatz wenig einladend. Der Autoverkehr verdrängte hier weitgehend die Fußgänger: Trotz ausreichend verfügbarer Freifläche an der Mündung von fünf Straßen bot sich für die Menschen wenig Anreiz zum Aufenthalt. Der Aufgabe, den Platz verkehrstechnisch und freiräumlich neu zu denken, nahm sich das Büro Franz Reschke Landschaftsarchitektur aus Berlin in Folge eines Realisierungswettbewerbs an. Die Planer definierten in ihrem Entwurf die Nutzung der Fläche im Sinne eines Stadtplatzes, der die Passanten anzieht und ihnen gleichzeitig ermöglicht, sich ins Geschehen einzubringen.

In einem ersten Schritt wurde der zentrale Bereich des Platzes vom querenden und ruhenden Autoverkehr befreit. Dann wurde die Platzmitte neu inszeniert und u.a. um ein ebenerdiges Wasserspiel mit kreisrunder Grundfläche ergänzt. Die Landschaftsarchitekten sprechen insgesamt von einer „Bühne des städtischen Lebens“, auf der je nach Belieben gefeiert, gespielt oder verweilt werden kann.

Eingerahmt wird das bunte Geschehen von Sitzgelegenheiten in Form bequemer und flexibel anpassbarer Stadtmöblierung sowie vom lose gestreuten Baumbestand beziehungsweise neu gepflanzten Einzelbäumen in den Randzonen der offenen Struktur:

Die optische Kohärenz des neu gestalteten Blücherplatzes betont flächenübergreifend der Pflasterklinker-Belag. Der variantenreiche Fischgrät- und Diagonalverband definiert die kreisrund eingefasste Platzmitte sowie die Außenbereiche jeweils individuell. Über eine einheitliche Farbnuancierung und das ähnliche Verlegemuster bleibt der Platz jedoch als räumliche Einheit wahrnehmbar.

Als Hauptformat kam ein Pflasterstein mit den Abmessungen 320/52/100 mm zum Einsatz, der hochkant verlegt und um drei weitere Sonderformate ergänzt wurde. Diese erlauben es, die Muster optimal auszugestalten und dennoch den Schneidaufwand auf der Baustelle so gering wie möglich zu halten.

Die integrierte Verlegehilfe in Form von seitlichen Erhöhungen sorgte für einen Mindestfugenabstand von 4 mm, die Einbautiefe von 100 mm verleiht dem strapazierfähigen Belag eine sehr hohe Standfestigkeit.

Eine lange Nutzungsdauer, Wartungsfreiheit und geringe Schmutzeinwirkung werden wiederum durch eine hohe Scherbenrohdichte und geringe Wasseraufnahme der aus Ton und Lehm produzierten Klinker unterstützt. Alle Produkte von GIMA erfüllen dabei die Pflasterziegel-Anforderungen nach DIN EN 1344 und übertreffen die Normwerte der Prüfverfahren sogar deutlich.

Die besondere Farbigkeit des Belags verdankt der Blücherplatz einem speziell entwickelten Produktionsverfahren des süddeutschen Herstellers. Dabei werden unterschiedliche Farbtöne samt aller Zwischennuancen in nur einem Brand gefertigt, wodurch die Gesamtanmutung homogener erscheint, als wenn Farbvarianten verschiedener Chargen gemischt worden wären. Auch wird das Farberlebnis durch die Durchfärbung des Scherbens im Vergleich zu einem lediglich oberflächlichen Farbauftrag auf der Verschleißschicht der Klinker intensiviert.

Die hier eingesetzte Farbe Visconte umfasst Nuancen von Grau bis nahezu Weiß und wurde speziell gemäß den Anforderungen der Architekten im firmeninternen Labor von GIMA entwickelt.

Insgesamt 3.000 Quadratmeter umfasst der von Franz Reschke Landschaftsarchitektur neu gestaltete, öffentliche Raum. Die Finanzierung des 1,7 Mio. Euro teuren Projekts erfolgte dabei zu hundert Prozent durch Fördermittel von Bund und Land. So war es kein Zufall, dass die Eröffnung am 14. Mai 2022 und somit am Tag der Städtebauförderung stattfand.

Weitere Informationen zu Pflasterklinkern können per E-Mail an GIMA angefordert werden.

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