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„Waldsicht“ zeigt: „Haussicht“ ist kein Typenhaus, sondern ein Detailbaukasten für Wohnhäuser

(1.11.2020) Ökologisches Bauen mit gestalterischem Anspruch - in diesem Sinne setzt Baufritz die Zusammenarbeit mit dem Alfredo Häberli fort: Aus der 2016 entwickelten Wohnstudie „Haussicht“ ist nun mit „Waldsicht“ ein Wohnhaus im schweizerischen Köniz bei Bern entstanden, welches sich als erstes realisiertes Gebäude aus dem gemeinsam entwickelten Baukasten mit Design-Details speist.

Fotos © Baufritz (Fotograf: Jonas Kuhn, Zürich) 

„Waldsicht“ zeigt eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie moderne Ästhetik und Baubiologie harmonieren können. Der Projektname offenbart dabei, welches Element entscheidend für der Entwicklung des Gebäudes war: der Wald, der unmittelbar an das Grundstück angrenzt. Die Bauherren wünschten sich ein freistehendes Wohnhaus für eine vierköpfige Familie:

  • zwei Kinderzimmer,
  • ein großzügiges Schlafzimmer,
  • ein Arbeitsplatz mit Bibliothek und Gästenische,
  • eine Terrasse in der Morgensonne und
  • eine in der Abendsonne.

Diese Anforderungen wurden 1:1 in ein Raumkonzept in der gestalterischen Sprache der „Haussicht“ umgesetzt. Das Wohnhaus wurde dazu von innen nach außen gedacht, vom angestrebten Raumgefühl ausgehend hin zur Gebäudearchitektur.

Dagmar Fritz-Kramer sagte bei der Präsentation: „Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann aus der Vision ein Prototyp werden würde. Auch bei diesem Projekt hat mich das Zusammenspiel von Architektur und Design begeistert - mit dem Ergebnis, dass Waldsicht ein neues Familienmitglied mit einem ganz eigenen Charakter geworden ist.“

Alfredo Häberli zu „Waldsicht“: „Wir haben erneut festgestellt, dass Ökologie und Gestaltung nicht im Widerspruch zueinander stehen, sondern im Gegenteil, Design einen Mehrwert schafft. Vielfältige Strukturen, Oberflächen und Materialien bilden eine Vielfalt von Form und Farbe, die ich als direkte Antwort auf die sich stets verändernde Natur rund um das Haus verstehe. Mit Waldsicht ist unsere Aussicht auf das Wohnen von morgen heute gebaute Wirklichkeit geworden.“

Holzmöbel als Rückgrat

Im Erdgeschoss liegen zwei großzügige, private Räume mit einem Badzimmer - als bewusstes Wohnkonzept, das vorsieht, dass das Reich der Eltern im Dachgeschoss verortet ist und die beiden Kinder ein eigenes Stockwerk bewohnen: wohl eine Entscheidung mit Weitsicht, für die Zeit, in denen die Jugendliche gerne ihren eigenen Rückzugsort mit Distanz haben möchten.

Die Ursprungsidee des Wandschranks als Rückgrat eines Gebäudes, welches ein definierendes Element von „Haussicht“ ist, wird auch bei „Waldsicht“ tragendes wie gestaltendes Detail: Der Eingangsbereich, das Kinder- und Gästebad und die Kinderzimmer erhalten so großzügigen Stauraum, ohne dass dieser merklich Platz in Anspruch nehmen würde. Die hochwertige Ausführung mit Eichenfronten und der Innenausbau aus Fichtenholz geben dem Möbel als Trennwand einen natürlichen und starken Charakter.

Offenes Raumkonzept mit Ausblick

Im Obergeschoss entsteht aus der Küche mit Blick ins Grüne, der Bar mit Esszone und der vorgelagerten Terrasse ein vielseitig nutzbares Raumgefüge, in welchem sich je nach Sonneneinfall die atmosphärische Stimmung immer wieder verändert.

  

Hohe Fenster, Lichträume und offene Treppendurchblicke ergeben ein offenes Raumgefühl. Hier kommt die Familie zusammen, so dass der gemeinschaftliche Wohnbereich bewusst als kommunikatives und soziales Zentrum des Hauses fungiert. Ein Kamin im Obergeschoss wird links von einer Doppeltür und rechts von einem doppelhohen Fenster zur Waldseite flankiert. An dieser Stelle entsteht ein Ort zum Rückzug im Innenraum mit Fokus auf die Natur.

Der Treppenabgang, von der Terrasse hin zum Garten verbindet die optische und akustische Ruhe des Wohnraums mit dem Grün des Waldes.

Rückzugsraum mit Lichtspiel

Das Dachgeschoss gehört ganz den Eltern. Über die Galerie, als offener, lichter Raum konzipiert, gelangt man zum Schlafzimmer mit raumtiefen, französischen Fenstern und Zugang zum Badezimmer. Auch in diesem Raum spielt ein Einbauschrank als integriertes, und in diesem Falle sogar raumübergreifendes Möbel eine zentrale Rolle: Sowohl von Schlafzimmer als auch vom Bad zugänglich, bietet er großzügigen Stauraum.

Das verwendete Massivholz bringt auch hier konsequent dieses Element der Natur und des Waldes in den Innenraum. Die Galerie wird geprägt durch eine geräumige Bibliothek, eine Lese-Liege-Nische sowie einen ausladenden, schwebenden Tisch, der bei Bedarf zwei Arbeitsplätze bietet.

Wie auf den anderen Ebenen sind die Fensteröffnungen auf diesem Stockwerk so gewählt, dass die Aussicht in die Umgebung - ob beim Erwachen im Bett, beim Duschen, Arbeiten oder Lesen stets im Mittelpunkt der Raumwahrnehmung steht: Die morgendliche Sonne scheint durch die unregelmäßig perforierten Schiebeläden und lässt ein Spiel der Lichteffekte im Schlafzimmer entstehen.

Einheit von Rationalität und Emotionalität

Das äußere Erscheinungsbild von „Waldsicht“ entsteht durch einen fein abgestimmten Kanon aus Materialien und Dimensionen - und den Kontrast von organischen und geometrischen Details:

  • Der fischgrätartig verlegte Klinkerboden,
  • das unregelmäßige Profil der Fassade,
  • die spielerische Perforation der Schiebeläden sowie
  • die Silhouetten der Geländerteile

... ergeben zusammen mit den gedrechselten Holzsäulen ein gestalterisches Panoptikum. Die beiden Terrassen sind dabei in ihrer Dimensionierung so gestaltet, dass sie eine vielfältige Nutzung ermöglichen und für die jeweils darunter liegende Etage eine geschützte, nutzbare Fläche entsteht; sei es für das Auto, Fahrräder, Sportausrüstung oder Außenmöbel.

„Haussicht“ stand auch Pate für die markanten Geländer-Paddel, eine Entwicklung des Büro Häberli und Baufritz, die bereits bei anderen Projekten realisiert wurde. Bei „Waldsicht“ bilden sie, zusammen mit der profilierten Fassade und den perforierten Schiebeläden, ein eigenständiges, neues Bild.

„Waldsicht“ macht deutlich, dass „Haussicht“ nicht als klassisches Typenhaus angelegt ist, sondern als lebendiges Konzept mit einer vielfältigen Basis für weitere Projekte.

Weitere Informationen zu „Haussicht“ können per E-Mail an Baufritz angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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