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Architekten: zirkuläres Bauwesen abhängig von der Industrie

(31.10.2022) Die Zeit wird knapp, um die jeweils angestrebten Klimaziele bis 2030 und 2045 zu erreichen. Dabei muss auch das Bauen nachhaltiger werden und zirkuläre Ansätze auch außerhalb von Elfenbeintürmen in die Tat umsetzen. Aber wie schafft der energieintensive Bausektor diese Kehrtwende? Architekten sehen jedenfalls vor allem die Industrie in einer Schlüsselposition, um zirkuläre Ansätze am Bau schneller zu etablieren. Das legt ein Befragungsergebnis der USP-Marketing Consultancy unter 423 Planern in Europa nahe. Zwei Drittel der Architekten sind demnach der Meinung, dass die Hersteller der Baubranche eine Schlüsselposition haben, wenn es darum geht, das zirkuläre Bauen voranzutreiben.

Europäische Architekturbüros*: „Die Baustoffindustrie hat eine Schlüsselposition, um das zirkuläre Bauen voranzutreiben.“ (in %, n=423)

Damit ist klar, dass die Architekten die Hersteller in der Verantwortung sehen - und dass sie auch der Meinung sind, dass sie ohne die Industrie nicht vorankommen. Dabei geht es um ...

  • das Mitwirken der Hersteller bei der Etablierung kreislaufwirtschaftlicher Prozesse - wie bei der Organisation der Rücknahme und Reintegration von Material oder Verpackungen sowie
  • die Entwicklung von Materialien und Produkten, die solche Systeme überhaupt erst ermöglichen.

Ein direkter Beitrag der Hersteller zu einer attraktiven Kreislaufwirtschaft wäre eine Rücknahmeerklärung - d.h. eine Erklärung, durch die der Produzent sich beim Verkauf des Produktes automatisch verpflichtet, das Material nach der Nutzung wieder zurückzunehmen.

Derzeit werden solche Rücknahmeerklärungen noch nicht verbindlich vom Gesetzgeber eingefordert - einige der von BauInfoConsult befragten Expertinnen und Experten halten es aber für denkbar, dass innerhalb der nächsten Jahre der Druck auf die Protagonisten aufgrund des Klimawandels steigt und dann eine solche Regulierung unumgänglich ist. In der Zwischenzeit könnten sich Hersteller, die im Sinne einer „Extended Producer Responsibility“ freiwillig eine Rücknahme etablieren, als nachhaltige Anbieter gegenüber dem Wettbewerb hervorheben.

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