Baulinks -> Redaktion  || < älter 2026/0120 jünger > >>|  

EHI Retail Institute veröffentlicht Studie zu Energieverbrauchszahlen im Einzelhandel 2025

(29.1.2026) Durch kontinuierliche Investitionen in moderne, effiziente Anlagentechniken konnte der Handel seinen Energieverbrauch in den vergangenen Jahren deutlich reduzieren. Die Umstellung auf klimafreundliche Heizsysteme vollzieht sich dagegen, auch aufgrund der Kostenintensität nur schrittweise. 

Die EHI-Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2025” zeigt: „Die Zukunft der Energieeffizienz im Handel liegt in der konsequenten Digitalisierung, verbesserten Transparenz und der strategischen Integration aller energierelevanten Systeme”, so Studienautor Benjamin Chini.

Energieverbrauch von Food und Nonfood (Bild: EHI) 

Energieverbrauch im Food- und Nonfood-Handel

Die Energieverbrauchszahlen im Handel zeigen in der Langzeitbetrachtung (seit 2018) einen deutlichen Rückgang. Lag der Stromverbrauch im Food-Handel in 2018 noch bei 317 kWh/m² Verkaufsfläche, ist er im Untersuchungsjahr 2024 auf 289 kWh/m² Vkf. gesunken. Im Nonfood-Handel hat er sich in den Vergleichsjahren von 103 kWh/m² Vkf. (2018) auf 74 kWh/m² Vkf. (2024) entwickelt. 

Insbesondere die zunehmende Nutzung von Wärmepumpen führt zu einer Verschiebung von Wärmeenergie auf elektrische Energie. Der Wärmeenergieverbrauch liegt im Food-Handel bei durchschnittlich 89 kWh/m² Vkf. und im Nonfood-Handel bei 66 kWh/m² Vkf. 

Im Lebensmitteleinzelhandel ist die Kältetechnik der größte Stromfresser mit 52 %, gefolgt von Beleuchtung (20 %) und Klimatisierung/Lüftung (9 %). Im Nonfood-Handel sind Beleuchtung mit 56 % und Klimatisierung/Lüftung mit 29 % die größten Stromverbraucher.

Investitionen in Stromeffizienz

Das gemeinsame Ziel des Handels ist es, den Energieverbrauch weiter zu reduzieren. Um Strom sparen zu können, nutzt der Lebensmitteleinzelhandel 60 % seiner Investitionen für den Bereich Kältetechnik. Darauf folgt die Beleuchtung mit 16 %, regenerativen Energieerzeugung/ -nutzung/ -speicherung mit 13 % und Klimatisierung/Lüftung mit 8 % aus. 

Naturgemäß liegen die Prioritäten im Nonfood-Handel, wo z.B. Kältetechnik keine Rolle spielt, aber die optimale Beleuchtung der Ware im Fokus steht, anders. 68 % wird demnach in Beleuchtung investiert, 13 % in Klimatisierung/Lüftung/Heizung und 12 % in regenerative Energieerzeugung/ -nutzung/ -speicherung.

Investitionen in Wärmeeffizienz

Die Investitionsprioritäten in Bezug auf Wärmeeinsparungen liegen im Food-Handel mit 35 % bei Wärmerückgewinnung/Abwärmenutzung, 25 % bei den Gebäudehüllen; ebenfalls 25 % beträgt der Anteil für regenerative Wärmeerzeugung/Wärmespeicherung und 11 % wird in intelligente Steuerung/Regelung investiert. 

Für die Nonfood-Handelsunternehmen hat Letzteres den größten Investitionsfokus. Sie nutzen 54 % ihrer Budgets für die intelligente Steuerung/Regelung. Wie bei den Food-Handelsunternehmen macht regenerative Wärmeerzeugung/Wärmespeicherung 25 % aus und Wärmerückgewinnung/ Abwärmenutzung 9 %. Investitionen in die Gebäudehülle sind mit 1 % fast zu vernachlässigen, was damit zusammenhängt, dass es sich um fast ausschließlich angemietete Immobilien handelt.

Umstellung auf klimafreundliche Heizsysteme (Bild: EHI) 

Klimafreundliche Heizsysteme

Die größte Gruppe der Befragten (41 %) plant bis 2030, rund ein Viertel ihrer Heizsysteme mit regenerativen Energieträgern zu modernisieren. 9 % der Unternehmen beabsichtigen, den Großteil ihrer Anlagen (51–99 %) entsprechend anzupassen. Weitere 23 % möchten zwischen 26 und 50 % ihrer Heizsysteme in diesem Zeitraum erneuern. Lediglich 9 % der Befragten planen, bis zum Jahr 2030 die gesamte bislang fossil betriebene Heizungsflotte auf erneuerbare Systeme umzustellen. Dies spiegelt insbesondere die Finanzierungsherausforderungen dieser Umstellung wider. Die Kapitalintensität der Investition stellt für viele Eigentümer und Betreiber von Heizungsanlagen eine erhebliche Hürde dar.

Die Studie kann unter ehi.org/studie-energiemanagement-im-einzelhandel-2025 bestellt werden; für EHI-Mitglieder ist diese kostenlos.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

Impressum | Datenschutz © 1997-2026 BauSites GmbH