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Prof. Christiane Thalgott: Wohnen in der Stadt hat Zukunft

(14.10.2007) "Während die Konsumforschung die Vorlieben der Bürger entsprechend deren Milieu vom Auto bis zur Zahnpasta kennt, ist die Transparenz bei der Wohnentscheidung eher selten", betonte Prof. Christiane Thalgott, ehemalige Münchner Stadtbaurätin, im Rahmen einer von der Erlus AG am 11.10. in Regensburg (siehe auch Bing-Maps) veranstalteten Fachpresseveranstaltung.

Unsicherheiten und Irrtümer beim Wohnangebot beruhen vor allem auf unterschiedlichen Lebenserfahrungen, Vorurteilen sowie fehlender Information und Markttransparenz. "Die Marketingspezialisten in den meisten Wohnungsunternehmen wissen aufgrund der raschen Veränderungen der demografischen Bedingungen zu wenig über die zukünftige Nachfrage nach Wohneigentum", so Thalgott. Es fehlen genaue Informationen über den Zusammenhang von Raum- und Lebensqualität. Dennoch gebe es einige sichere Erkenntnisse: Experimente hinsichtlich des Wohnens werden von der jungen Generation eher abgelehnt. Dabei werden die prägenden Wohnerfahrungen vor allem im Alter zwischen 15 und 27 Jahren gemacht, wobei die heutige Generation ihr Hauptaugenmerk auf die Wohnkosten oder den Mietpreis legt. Betriebskosten oder Mobilitätskosten fänden hingegen weniger Beachtung (Querverweise: "Betriebskostenspiegel für Deutschland" vom 17.12.2006 und "Bundesweiter Heizspiegel 2007: Heizkosten gestiegen, Verbrauch gesunken" vom 21.8.2007).


Leben in der Stadt findet offensichtlich eigene Wege.

Ballungsräume bevorzugt

"Wohnungssuchende bevorzugen Ballungsräume aber nicht unbedingt innerstädtisches Wohnen", erklärt Thalgott. Der Trend der Abwanderung aus der Innenstadt halte daher an. Nur durch systematische und gezielte Aktivitäten sei eine langfristige Trendumkehr möglich. "Eine nachfrageorientierte Wohnungspolitik und die Sanierung des Bestandes ist dafür unabdingbar", betont Thalgott. Die Nachfrageevaluation müsse vor allem bei der Lebensweltforschung und der Relevanz der Milieustruktur ansetzen (vergleiche Grafik aus dem Beitrag "Eigenheimbau konzentriert sich auf die Städte" vom 4.4.2006).

Sanierungsbedarf hoch

Grundsätzlich gilt: Vor allem junge Familien und Zwei-Personenhaushalte suchen die Innenstadt, wobei Drei- und Vier-Zimmerwohnungen bevorzugt werden. Dabei schätzen junge Familien vor allem ein attraktives Wohnmilieu, eine bunte Nachbarschaft, kurze Wege zu wichtigen Dienstleistungen und Vergnügungsangeboten sowie umfassende Möglichkeiten bezüglich Gastronomie und Einkaufen. "Fehlende Parkplätze oder Defizite bei der Infrastruktur sind die negative Kehrseite dieser Medaille", so Thalgott. Daher seien Innenstadt-Entwicklungspläne ein wichtiges Instrument einer modernen Innenstadtpolitik. Der Bedarf an Sanierungen werde in diesem Zusammenhang zukünftig zunehmen.

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