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Schlechte Noten für Biokraftstoffe

(20.7.2008) Die Förderung der Biokraftstoff-Produktion durch Regierungen in OECD-Ländern ist kostspielig, hat auf die Reduzierung von Treibhausgasen sowie die Sicherung der Energieversorgung nur eine eingeschränkte Auswirkung, beeinflusst aber die internationalen Getreidepreise signifikant negativ - so das Fazit einer jetzt von der OECD vorgestellten neue Studie.

Laut OECD-Studie können sich Biokraftstoffe derzeit nur mit Hilfe staatlicher Gelder am Markt halten. Es wird erwartet, dass sich die Gesamtkosten, die durch Subventionen, Steuerverzicht, Beimischungszwang und Handelsschranken den Steuerzahlern und Verbrauchern in den USA, Kanada und der EU entstehen, bis 2015 von 11 Mrd. in 2006 auf ca. 25 Mrd. US-Dollar jährlich erhöhen. Die OECD geht außerdem davon aus, dass jede Tonne Treibhausgas, die diese Staaten durch die Biokraftstoff-Förderung vermeiden, zwischen 960 und 1700 US-Dollar kostet.

Dieser hohe Preis ergebe sich nicht zuletzt aus der geringen CO₂-Ersparnis beim Einsatz von Biokraftstoffen gegenüber fossilen Brennstoffen: Während das Fahren mit Ethanol aus brasilianischem Zuckerrohr 80% Treibhausgase spart, sind es bei Biodiesel aus Pflanzenöl, wie es für die EU typisch ist, nur 40 bis 55 Prozent und bei Ethanol aus Mais, das in den USA vorherrscht, sogar nur 10 bis 30 Prozent. Bei Fortführung der aktuellen Fördermaßnahmen für Biokraftstoffe könnten in Nordamerika und der EU die CO₂-Emissionen, die durch den Verkehr verursacht werden, bis 2015 bestenfalls um 0,8% gesenkt werden. Angesichts dieses bescheidenen Wertes könne laut OECD-Studie das Ziel, durch die Förderung der Biokraftstoffe die Treibhausgaskonzentration zu verringern, billiger und effizienter dadurch erreicht werden, dass mehr auf verbrauchsarme Fahrzeuge gesetzt wird. In die gleiche Richtung geht auch die Empfehlung, sich im Gebäudesektor vorrangig auf eine möglichst gute Dämmung zu konzentrieren.

Laut Studie werden außerdem Biokraftstoffe trotz der rasant steigenden Öl- und Gaspreise auf absehbare Zeit teurer bleiben als fossile Brennstoffe und wegen der ebenfalls steigenden Getreidepreise werde sich die Schere sogar eher noch weiter öffnen. Die Studie hält zwar die Biokraftstoffe für eine bedeutsame Ursache für den Anstieg der Nahrungsmittelpreise, geht aber davon aus, dass die Wirkung meist überschätzt wird und der Haupt-Preistreiber letztlich die deutlich wachsende Nachfrage nach Getreide und Pflanzenöl ist.

Für den Fall, dass die EU, Kanada und die USA trotz der hohen Kosten und der relativ niedrigen CO₂-Reduktion allein schon wegen der Versorgungssicherheit an der derzeitigen Förderpraxis für Biokraftstoffe festhielten, würden laut Studie nahezu 20% der globalen Pflanzenölproduktion und über 13% der globalen Getreideproduktion zur Herstellung der alternativen Kraftstoffe benötigt. Das hätte dann bei unveränderten Rahmenbedingungen Preisanstiege bei Weizen, Mais und Pflanzenöl um ca. 5, 7 und 19 Prozent zur Folge! Um sowohl die damit einher gehenden hohen Preise für Biokraftstoffe als auch Nahrungsmittelknappheit zu verhindern, müsste auf bisher brachliegende Anbauflächen oder die Verwertung von Bioabfällen anstelle der wertvollen Nahrungspflanzen ausgewichen werden.

Letztlich empfiehlt die OECD-Studie aber, Forschung und Entwicklung nicht so stark auf Biokraftstoffe auszurichten, sondern mehr auf vielversprechende Innovationen bei Sonnenenergie, Brennstoffzellen und anderen Technologien zu fokussieren.

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