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Keramische Bausysteme - Innovative Anwendungen eines traditionellen Materials


  

(19.11.2015) Kaum ein Material kann auf eine so lange Tradi­tion zurückblicken und birgt zugleich ein so hohes Innovations­potenzial wie die Keramik: So zeugt bereits das rund zweiein­halbtausend Jahre alte Ischtar-Tor in Babylon von größter Kunstfertigkeit im Umgang mit Keramikfliesen (zur Erinnerung siehe Wikipedia), heute ermöglichen High-Tech-Verfahren die Herstellung aufwändig geformter Elemente, großformatiger Platten, extrem stabiler Beläge oder gar ultradünner, bis zur Lichtdurchlässigkeit reichender Keramikelemente. Dabei faszi­nieren sowohl die Ästhetik und die vielfältigen Gestaltungs­möglichkeiten als auch die enorme Dauerhaftigkeit dieses Ma­terials, das als einfacher Tonklumpen seinen Anfang nimmt.


Glasuren mit Perlganzeffekt: Muca Konzerthalle und Auditorium Algueña, ESP (Bild vergrößern)

Die Birkhäuser-Publikation „Keramische Bausysteme“ gibt ei­nen umfassenden Überblick über Geschichte, Eigenschaften und Anwendungsgebiete der (Bau-)Keramik - sowohl im Innen- wie im Außenraum. Eingegangen wird dabei u.a. auf Oberflä­chenef­fekte, Formfindungsstrategien, Muster und thermody­namische Hüllen. Alle Themen werden dabei an Hand von ak­tuellen Bei­spielen illustriert. Im Anhang findet sich zudem ein kommentier­tes Verzeichnis neuer Produkte und Entwicklun­gen.

Das Buch zeigt überdies teils experimentelle, teils marktgängi­ge Anwendungen keramischer Anwendungen, die sich jenseits der dekorativen Keramikfliesen entwickelt haben. Aktuelle Er­rungenschaften aus Materialforschung und Fertigungstechno­logie sind für dieses traditionelle Material ebenso verfügbar wie digitale Entwurfsme­thoden. Multifunktionale, hoch performative Produkte werden so als ganzheitliches „Ökosystem” von der Materialgewinnung und Produktgestaltung über den Entwurfs­prozess und die konstruktive Umsetzung bis hin zur Wiederverwendung dargestellt. Besonderes Augenmerk liegt auf der individuellen Zurichtung der Einzelelemente un­ter gleichzeitiger Massenfertigung und computergesteuerter Montage, wie sie heute immer wichtiger wird.


Urbane Mosaiken auf gekrümmten Oberflächen: Markthalle Santa Caterina Barcelona, ESP (Bild vergrößern)


Schulbibliothek Gando, Burkina Faso
(Bild vergrößern)
  

Zahlreiche Beispiele, darunter aus dem deutschsprachigen Raum das Museum Brandhorst in München (sauerbruch hutton architects; siehe Bild aus dem Beitrag „Unaufdringlich selbst­bewusst“ vom 30.10.2009), das Museum der Kulturen Basel (Herzog & de Meuron; siehe Bild aus dem Beitrag „Spektaku­läre Architekturkeramik-Krone“ vom 9.12.2011) und das Jüdi­sche Gemeindezentrum in Mainz (Manuel Herz; siehe Bild aus dem Beitrag „Deutscher Fassadenpreis 2011“ vom 27.3.2011), demonstrieren den Stellenwert auf diesem Gebiet. Höhepunk­te sind auch die Beispiele von der iberischen Halbinsel, auf der die Blütezeit der Keramik-Kunst unter den Mauren bis heute nachwirkt: die Erweiterung des Oceañario in Lissabon (Campos Costa Arquitectos), eine als keramische „Gitterwand“ gestalte­te Parkmauer im spanischen Sant Feliu de Llobregat (Pol Feme­nias), die Strandpromenade im spanischen Benidorm (OAB) oder eine Halle aus wieder­verwerteten Ziegeln in Madrid (Arturo Franco).

Die bibliographischen Angaben zum Buch:

  • Keramische Bausysteme
    in Architektur und Innenarchitektur
  • von Bechthold, Martin / Kane, Anthony / King, Nathan
  • 2015, gebunden, Deutsch
  • 224 Seiten, 300 Farbabbildungen, 60 Duoton-Abbildungen
  • ISBN: 978-3-0356-0279-1
  • erhältlich u.a. bei Weltbild und Amazon

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