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NRW-Passivhaustage: Passivhäuser sind erprobt, funktionstüchtig und gebauter Klimaschutz

(13.9.2002) "Das energetisch bewusste Planen, Bauen und Sanieren gehört zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Deshalb müssen wir konsequent eine Architektur, die umweltgerecht, ressourcenschonend und energiebewußt geplant ist, weiterverfolgen", erklärte Dr. Michael Vesper, NRW-Minister für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport am Donnerstag, 12. September, in Hagen. Passivhäuser, so Vesper, seien aufgrund ihres geringen Energieverbrauchs "gebauter Klimaschutz".

Über 120 Fachleute trafen sich bei der Sparkasse Hagen zum ersten von insgesamt fünf nordrhein-westfälischen Passivhaustagen, die das Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport (MSWKS), die Energieagentur NRW, die LBS Westdeutsche Landesbausparkasse in den fünf Regierungsbezirken in Kooperation mit Sparkassen veranstaltet. Lokaler Kooperationspartner im Regierungsbezirk Arnsberg war die Sparkasse Hagen. Titel der Veranstaltung: "Neues Bauen braucht das Land".

Der Minister machte in seiner Einleitung deutlich, dass sich die am Bau beteiligten Partner auf den erreichten Erfolgen nicht ausruhen dürften. Die Niedrigenergiebauweise für Neubauten sei seit der Einführung der Energieeinsparverodnung (EnEV) der Standard, die Zukunft gehöre allerdings der Passivbauweise, also Häusern, die ohne Heizung auskommen. Vesper verwies ausdrücklich auf die ökonomischen Vorteile des "Neuen Bauens".
Die Experten waren sich sicher, dass sich durch die EnEV, die seit dem 1. Februar 2002 gilt, ein energiebewusster Umgang mit Ressourcen bei Neubauten und Altbauten gleichermaßen durchsetzen werde. Allerdings werde einige Zeit vergehen, bis sich alle an die neue energetische Bewertung von Gebäuden gewöhnt hätten, doch am Ende seien Kostenersparnisse und geringere Umweltbelastung durch Reduzierung der CO₂-Emission die erwünschten Effekte, fasste Dr. Norbert Hüttenhölscher, Geschäftsführer der Energieagentur NRW, der die Veranstaltung moderierte, zusammen. Hüttenhölscher prognostizierte: "Zum Passivhaus gibt es über kurz oder lang aus ökologischer und auch aus ökonomischer Sicht keine Alternative."

"Wir stellen fest, dass unsere bauwilligen Kunden in Fragen von Umweltschutz, Immissionen oder Niedrigenergiebauweise zunehmend sensibilisiert sind", formulierte Klaus Hacker, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hagen. Die Tagungsteilnehmer erhielten Informationen zum Konzept eines Passivhauses und zu bisher gemachten praktischen Erfahrungen mit Passivhäusern. Ergänzt wurde dies durch einen Überblick über Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten. "Passivhäuser sind Gebäude, in denen der Einsatz von Energie extrem minimiert wird. Sie kommen sogar fast ohne Heizung aus, ohne dass der Wohnkomfort darunter leidet. Passivhäuser sind im Verhältnis zu den technischen und finanziellen Möglichkeiten derzeit ein Optimum an Umweltverträglichkeit", erklärte Manfred Brausem von der MB Planungsgesellschaft für Passiv-Solare Architektur in Köln. Mittlerweile entstehen in Nordrhein-Westfalen nicht nur Wohngebäude in Passivbauweise. "Passivhäuser bringen eigentlich nur Vorteile - von denen aber viele Bauherren, Architekten, Planer und Bauausführende erst noch überzeugt werden müssen", so der Hagener Architekt Helge Hauert. Manchmal komme er sich dabei wie ein Missionar vor.

Übrigens: Vor der Tagung bestand für die Teilnehmer die Möglichkeit, das Übernachtungshaus der FernUni Hagen zu besichtigen. Das Gebäude wurde in Passivhausbauweise errichtet.

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