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Potentiale und Perspektiven der Solarwärme auf der Intersolar

  • Intersolar ist nicht nur Photovoltaik

(6.5.2010; Intersolar-Vorbericht) Neue Richtlinien der Europäischen Union und technische Weiterentwicklungen stärken die Bedeutung der Solarthermie weltweit. Die Potentiale und Perspektiven des internationalen Solarthermiemarktes sind wichtige Schwerpunkte der Intersolar Europe, die vom 9. bis zum 11. Juni auf der Neuen Messe München stattfindet. Im Rahmen der Messe findet vom 7. bis zum 11. Juni 2010 die Intersolar Europe Conference statt.


Bild aus dem Beitrag "Enormes Potenzial solarthermischer Großanlagen (un)genutzt!" vom 12.6.2007.

Knapp 40 Prozent der gesamten Endenergie werden in Europa in Gebäuden verbraucht. Die Solarthermie, also die Umwandlung der Sonnenenergie in Wärme, wird künftig eine Schlüsselrolle bei der Deckung des Energiebedarfs von Gebäuden spielen, denn Solarwärme kann dort sowohl zur Warmwasserbereitung und Raumheizung als auch zur Kühlung genutzt werden.

Die Europäische Union stärkt die Bedeutung der Solarthermie

Durch energiepolitische Vorgaben der EU sowie schärfere Umweltschutzanforderungen gewinnt energieeffizientes und solares Bauen und Sanieren zunehmend an Bedeutung. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien in Europa auf 20 Prozent steigen. Nach Einschätzung der European Solar Thermal Industry Federation (ESTIF), wird die Solarthermie 12 Prozent des angestrebten Wachstums abdecken oder 3,6 Prozent des Gesamtbedarfs der EU-27 an Wärme und Kälte liefern.

Laut den neuen Plänen der EU-Komission sollen ab dem 31. Dezember 2020 alle Neubauten mindestens als "Fast-Nullenergiegebäude" ("nearly zero energy buildings") gebaut werden. Die energieffiziente Sanierung des Baubestands soll von allen Mitgliedstaaten angestrebt werden. Öffentliche Gebäude sollen dabei eine exemplarische Rolle spielen. Um den Anteil der erneuerbaren Energie in Europa gemäß den Vorgaben der Europäischen Union zu steigern, ist neben dem Bau von Niedrigenergiehäusern, die solare Sanierung bestehender Gebäude notwendig. Dies bedeutet, dass bis 2020 ein Großteil der veralteten Heizungsanlagen in Europa durch neue Systeme ersetzt werden müssen, die Energieeffizienz einerseits und die Nutzung erneuerbarer Energien andererseits optimal verbinden. Die Ziele der EU können dabei nur erreicht werden, wenn die solare Wärmegewinnung in Zukunft eine deutlich stärkere Rolle in der Energieversorgung von Gebäuden einnimmt. "Wir erwarten, dass der Solarthermiemarkt auch zukünftig immens wachsen wird. Die Solarthermie birgt das Potential, bis zum Jahr 2030 etwa 15 Prozent und bis 2050 bereits 47 Prozent des Bedarfs an Niedertemperaturwärme in der EU abzudecken", so Xavier Noyon, Geschäftsführer der ESTIF.

Innovationen als Basis für das "Solar-Aktive-Gebäude"

Voraussetzung für das Wachstum ist aber, dass die verbreitete Investitionszurückhaltung überwunden und jetzt in Solarthermie investiert wird. Zusätzlich ist es notwendig die Technologien zur Nutzung der Solarwärme laufend weiterzuentwickeln. Große Entwicklungspotentiale sehen Forscher und Hersteller vor allem bei ...

  • der solaren Beheizung von Gebäuden,
  • der Erzeugung von Prozesswärme für gewerbliche Anwendungen und in
  • der solaren Kühlung.

Außerdem sollen die Anlagenkosten zukünftig deutlich reduziert werden.

Auch eine bessere Integration in die Gebäudehülle und die Entwicklung neuer Technologien für Solarkollektoren stehen im Fokus der Branche. Kollektortypen mit bislang untergeordneter Bedeutung, aber viel versprechenden Perspektiven sollen verstärkt weiterentwickelt werden, wie z.B. Luftkollektoren - siehe z.B. Intersolar-Beitrag "Solar-Luftkollektor-Dachdämmsystem macht mehr als 'nur warme Luft'" vom 22.6.2007 . Auch Prozesswärmekollektoren, die Wasser auf bis zu 250 Grad Celsius aufheizen können, werden intensiv erforscht und weiter für den Markt erschlossen.

Bislang können von heizungsunterstützenden Solarwärmeanlagen etwa 20 bis 30 Prozent des Wärmebedarfs eines Gebäudes mit relativ geringem Aufwand solar gedeckt werden. Deutlich höhere solare Deckungsanteile können dann einfach erreicht werden, wenn effektivere Wärmespeicher zur Verfügung stehen. Die Entwickler der technologisch führenden Forschungsinstitute und Unternehmen innerhalb der Branche verfolgen deshalb das Ziel, eine neue Generation hocheffizienter Wärmespeicher zu entwickeln - siehe auch Beitrag "Solites startet Website zu saisonalen Wärmespeichern" vom 8.12.2009. Durch den Einsatz leistungsfähiger und effizienter thermischer Solaranlagen wird es möglich sein den Wärme- und Kältebedarf von "Solar-Aktiven-Gebäuden" vollständig durch Solarenergie zu decken.

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