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Konjunkturumfrage der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau: Ingenieurmangel weiter eminent


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Präsident
Dr.-Ing. Heinrich Schroeter
  

(3.5.2015) Der Ingenieurmangel am Bau besteht weiterhin – dies geht auch aus der Konjunkturumfrage 2015 der Bayeri­schen Ingenieurekammer-Bau hervor. Rund 43% der befrag­ten Ingenieure haben demnach offene Stellen zu besetzen und über zwei Drittel der Büros geben an, Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen mit qualifiziertem Personal zu haben. „Wir beobachten diese Entwicklung mit großer Sorge“, sagt der Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, Dr.-Ing. Heinrich Schroeter.

„Wir müssen es schaffen, mehr junge Menschen für den viel­seitigen Beruf des Ingenieurs im Bauwesen zu begeistern. In­genieure planen, bauen und erhalten unsere moderne Infra­struktur. Sie bauen Straßen, Brücken, Tunnel, Häuser und sind die Macher der Energiewende. Wenn nicht mehr genü­gend Menschen in diesem schönen Beruf, der viele Zukunfts­perspektiven zu bieten hat, arbeiten, wird das über kurz oder lang jeder Einzelne zu spüren bekommen“, warnt Dr. Schroeter.

Der beträchtliche Mangel an Ingenieuren des Bauwesens ge­fährde nicht nur das wirtschaftliche Wachstum und die Kon­kurrenzfähigkeit der Unternehmen, auch Marktchancen könn­ten nicht genutzt werden. Dies beeinträchtige Attraktivität und Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Bayern. Eine Ver­knappung von insbesondere natur- und ingenieurwissenschaft­lichem Personal nicht nur auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch in der Forschung und Entwicklung lassen negative Auswirkun­gen auf die Innovationsfähigkeit vieler Unternehmen befürchten und könnten sich da­mit als Wachstumsbremse – mit negativen Folgen für das Gemeinwesen und den Wirt­schafts- und Wissenschaftsstandort Bayern – erweisen.

Positive Einschätzung der Geschäftslage – Abschwächung in 2015

Die allgemeine Geschäftslage und das derzeitige Auftragsvolumen ihres Planungsbüros bewerten rund 70 Prozent der Umfrage-Teilnehmer als gut. Im zurückliegenden Jahr 2014 ist das Auftragsvolumen bei 48 Prozent gestiegen, bei 46 Prozent gleich geblie­ben und bei sechs Prozent gesunken.

Für das Jahr 2015 gehen jedoch nur 33 Prozent von einem steigenden Auftragsvolu­men aus. 54 Prozent rechnen mit einem gleichbleibenden und 13 Prozent mit einem sinkenden Auftragsvolumen.

Hintergrund: Die 97.000 Ingenieurbüros in Deutschland verzeichnen über 41 Milliar­den Euro Umsatz. Die 17.000 bayerischen Ingenieure und Ingenieurbüros steuern da­bei mit 8,3 Milliarden Euro rund ein Fünftel des bundesweiten Umsatzes bei. Mit ihren rund 40.000 Arbeitsplätzen verzeichnen sie die höchste Beschäftigung in den techno­logieorientierten wissensintensiven Unternehmensdienstleistungen in Bayern. Die mit­telständischen Ingenieurbüros in Deutschland betreuen dabei Bauinvestitionen von rund 217 Milliarden Euro und beschäftigen mehr als 300.000 Menschen.

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